tKrfvi #•? ' !l v . «?.« T THE UNIVERSITY , OF ILLINOIS LIBRARY 580.5 05 v.ez n The person charging this matenal is re- sponsible for its return to the hbrary from which it was withdrawn on or before the Lotest Date stamped below. Theft, mutilation, and underlining of books are reasons for disciplinary action and may result in dismissal from the University. UNIVERSITY OF ILLINOIS LIBRARY AT URBANA-CHAMPAIGN Ar. : -, L161 — O-1096 ÖSTERREICHISCHE BOTANISCHE ZEITSCHRIFT. HERAUSGEGEBEN UNI) REDIGIERT VON D u RICHARD R. v. WETTSTEIN PROFESSOR AN DER K. K. UNIVERSITÄT IN WIEN UNTER MITWIRKUNG VON DB- ERWIN JANCHEN PRIVATDOZENT AN DER K. K. UNIVERSITÄT IN WIEN. LXII. JAHRGANG. MIT 43 TEXTABBILDUNGEN (105 EINZELFIGUREN), 6 KARTENSKIZZEN UND 6 TAFELN. WIEN 1912. VERLAG VON KARL GEROLDS SOHN I., BARBARAGASSE 2. ^2 o. v, kl OSTERREICHISCHE n Herausgegeben und redigiert von Dr. Richard ß. y. Wettstein, Professor an der k. k. Universität in Wien, unter Mitwirkung von Dr. Erwin Jandien, Privatdozent an der k. k. Universität in Wien. Verlau von Karl Gerolös Soli 11 In Wien. LXII. Jahrgang, Nr. 1. Wien, Jänner 1912. Die Gattung Sapofiaria Subgenus Saponariella Simmler. Eine pflanzengeographisch-genetische Untersuchung. Von Dr. Rudolf Scharfetter (Graz). (Mit 3 Kartenskizzen.) Wettstein hat in seinen „Grundzügen der geographisch- morphologischen Methode der Pflanzensystematik" (1898) gezeigt, welch wertvolle Aufschlüsse die geographische Verbreitung der Arten zur Feststellung der Phylogenie insbesondere jüngerer Pflanzenformen zu liefern vermag; Diels hinwiederum entnimmt in seiner Abhandlung „Genetische Elemente in der Flora der Alpen" *) aus den phyletischen Ergebnissen der zahlreichen Monographien die Bausteine zur Aufhellung der Florengeschichte der Alpen. Die Florengeschichte eines bestimmten Gebietes ist ja letzten Endes nichts anderes als die Resultierende der Entwicklungsgeschichte der einzelnen Bestandteile. Es wird daher keine überflüssige Arbeit sein, einzelne hinsichtlich ihrer Systematik und geographischen Verbreitung gut bekannte Pflanzengruppen vom pflanzengeogra- pmsch-genetischen Standpunkte aus zu untersuchen. Das Resultat dieser Arbeit wird erstens ein tieferer Einblick in die Phylogenie der betreffenden Gruppe sein (Wettstein) und zweitens einen Baustein zur Florengeschichte liefern (Diels). Als besonders ge- eignet für solche Untersuchungen erwies sich die Gattung Baponaria, weil sie zum Großteil sogenannte gute Arten enthält und jüngst von G. Simmler 2 ) auf Grund morphologisch-anato- mischer Studien monographisch bearbeitet wurde. Daß ich meine i) Englers bot. Jahrbücher, XLIV. Bd., 4. Heft, Beiblatt Nr. 102, 1910 I kimmler G^ Monographie der Gattung Saponaria. Denkschriften der k. Akademie der Wiss., math. nat. Klasse, LXXXV. Bd. Wien 1910. österr. botan. Zeitschrift. 1. Heft. 1912. 512014 Betrachtungen auf das Subgenus Saponariella Simmler beschränke, hat seinen Grund darin, daß dieses Subgenus im Gegensatz zum Subgenus II Saporhizaea Simmler hinsichtlich der geographischen Verbreitung der einzelnen Arten viel besser erforscht ist; auch das Gebiet, in dem das Subgenus seine Entwicklung durchläuft — das Mittelmeergebiet und Südeuropa, geologisch bereits so durchgearbeitet ist, daß wir uns auf dem Boden erprobter Hypo- thesen bewegen können. Die Verbreitung des Subgenus Sapo- rhimea erstreckt sich ausschließlich auf den Orient, also auf ein Gebiet, dessen pflanzengeographische Erforschung noch nicht als abgeschlossen gelten kann und dessen geologische Untersuchung noch zu keinen so gesicherten Ergebnissen geführt hat, wie dies im Mittelmeergebiete der Fall ist. Begnügt sich G. Simmler in der schon genannten Mono- graphie mit der Peststellung der geographischen Verbreitung der einzelnen Arten, so wird naturgemäß der Pflanzengeograph sofort die Frage aufwerfen, wie kommen die einzelnen Areale zustande, wie läßt sich ihre Verteilung im Zusammenhang mit der syste- matischen Gliederung des Subgenus erklären? Schon die erste und flüchtigste Betrachtung der Areale der Saponaria- krtsn zeigt uns. daß wir mit physiologischen Er- wägungen (Klima. Boden, Konkurrenz usw.) zu ihrer Erklärung nicht auskommen; dagegen erweist sich die entwicklungsgeschicht- liche Betrachtung umso ergebnisreicher. Allen anderen Feststellungen muß die Frage nach der Samenverbreitung der betreffenden Arten vorangehen, denn zweifel- los ist davon die Form und Größe der Areale in hohem Maße — um nicht zu sagen in erster Linie — abhängig. Darüber berichtet G. Simmler (p. 19): „Für die Samenverbreitung ist in keiner Weise vorgesorgt, sieht man von der relativen Kleinheit der Samen im allgemeinen ab. Damit steht es im teilweisen Zusammen- hange, daß viele Arten in ihrer Verbreitung über beschränkte Areale nicht hinauskommen, obwohl ihrer weiteren Ausdehnung klimatische Verhältnisse nicht im Wege zu stehen scheinen". Wir machen uns ferner mit dem Objekt unserer Untersuchung ver- traut und beachten die systematische Einteilung, die Simmler für das Subgenus durchführt. Ich erwähne bei dieser Gelegenheit, daß ich dank dem Entgegenkommen des Herrn Univ. -Prof. Dr. Fritsch in Graz Gelegenheit hatte, in das Herbarmaterial, das Simmler zur Verfügung stand, Einsicht zu nehmen. Systematische Einteilung der Gattung Saponaria. Subgenus I. Saponariella Simmler. Sectio 1. Smegmathamnium Fenzl. § 1. Luteiflorae. 1. Saponaria bellidifola Smith. 2. S. lutea L. § 2. Pauciflorae. 3. S. caespitosa DO. 4. S. nana Fritsch. § 3. Pulvinares. 5. S. pulvinaris Boiss. Sectio 2. Kabylia Simmler. § 1. Glutinosae. 6. S. glutinosa Bieb. § 2. Grandiflorae. 7. #. depressa Biv. 8. 5. cypria Boiss. 9. & Haiissknechti Simmler. 10. S. intermedia Simmler. 11. £. pamphylica Boiss. Sectio 3. Bootia Neck. § 1. Multiflorae. 12. S. calabrica Guss. 13. £. aenesia Heldr. 14. S. graeca Boiss. 15. S. Dalmasi Boissieu. 16. S. mesogitana Boiss. 17. S. ocymoides L. § 2. Latifoliae. 18. S. officinalis L. Da bei der Besprechung der einzelnen Arten ganz ver- schiedene florengeschichtliche Probleme an uns herantreten, er- weist es sich als zweckdienlich, zunächst die Verbreitung der einzelnen Gruppen (§). dann die der Sektionen, schließlich die des Subgenus zusammenlässend zu besprechen. § 1. Lnteiflorae. 1. S. bellidifolia Smith. Verbreitung: Auf Gebirgen (bis 1000 m, 5000') im südwestlichen Frankreich, in Mittelitalien, im westlichen und nördlichen Teile der Balkanhalbinsel und in Griechenland. 2. S. lutea L. Verbreitung: Ihr Vorkommen ist auf ein kleines Gebiet: Wallis, Mont Oenis, Piemonteser Alpen beschränkt. a) Systematisch-morphologische Bemerkungen. Wir entnehmen hier und weiterhin diese Bemerkungen, insoweit sie für die pflanzengeographisch-genetischen Beziehungen von Be- deutung sind, der Arbeit Simmlers. Die sehr geringe Varia- tion s fähig keit, ihr (S. bellidifolia) von den anderen Arten der Gattung abweichender Typus erleichtert die Schwierigkeiten der Unterscheidung gegenüber den anderen Spezies wesentlich. Von S. lutea unterscheidet sich S. bellidifolia sofort durch die hellgelbe Färbung des Kronblattnagels und der Fila- mente sowie durch höhere Stengel, breitere Blätter, Fehlen der Nebenkrone u. a. „Die Art bewohnt felsige Gegenden alpiner und subalpiner Gebiete; sie besitzt in Italien und Frank- reich ein sehr enges Verbreitungsgebiet, kommt dagegen auf der ganzen Balkanhalbinsel zerstreut vor, wenngleich auch da selten und auf Gebirge beschränkt." S. lutea ist von den übrigen Arten der Gattung infolge ihrer in gedrängter Infloreszenz stehenden, schwefelgelben Blüten, ihres niedrigen Wuchses und ihrer kleinen, grasartigen Blätter leicht zu unterscheiden. „Auf die Unterschiede gegenüber S. bellidifolia, der ihr verwandtschaftlich zunächst stehenden Spezies, wurde oben hingewiesen. Die Achse selbst erscheint gestaucht ... infolge der Verkürzung der Internodien. Man kann von keinerlei Abänderungen innerhalb der Spezies reden". (S. 28, 29.) b) Pflanzen geographisch-genetische Bemerkungen. Den oben zitierten Angaben des Monographen zufolge, dürfen wir uns wohl vorstellen, daß S. lutea als alpine Art aus S. bellidi- folia, der subalpinen Art, hervorgegangen ist. Die gesperrt ge- druckten Bemerkungen 1 ) ersparen mir die weitere Begründung dieser Annahme. Daß die subalpine S. bellidifolia in den Alpen fehlt, „in Italien und Frankreich ein sehr beschränktes Verbrei- tungsgebiet besitzt, dagegen auf der Balkanhalbinsel zerstreut, wenngleich auch da selten und auf Gebirge beschränkt", vor- kommt, rechtfertigt die Annahme, daß die Art ihr größtes Ver- breitungsgebiet vor der Eiszeit innehatte und daß die heutigen Standorte als Eelikte aufzufassen sind. "Wir sehen die Erhaltung der Art in Gebieten außerhalb der Alpenvergletscherung und er- klären uns die größere Zahl an Standorten nach Osten zu mit der infolge der Entfernung vom Atlantischen Ozean abnehmenden Wirkung der Eiszeit. Da die heutige Verbreitung der Art eine praeglaziale Existenz derselben erfordert, anderseits eine sub- alpine Art die Aufrichtung der Gebirge, die im Miozän erfolgte, voraussetzt, so dürfen wir auf ein miozänes Alter von 8. bel- lidifolia schließen; dies gilt auch dann, wenn wir eine spätere Anpassung an die Gebirge annehmen. Auch für S. lutea nehme ich ein praeglaziales Alter an. Dafür scheint mir vor allem die systematische Isoliertheit der Art zu sprechen. Eine postglaziale Entstehung würde das Vor- handensein einer Anzahl systematisch nahestehender Formen er- fordern, an deren völligem Aussterben im Postglazial mit seinen verhältnismäßig geringen klimatischen Schwankungen nicht ge- dacht werden kann. (Vgl. Gentiana, Euphrasia.) Die Art war zweifellos vor der Eiszeit in den Alpen weiter verbreitet, wenn wir uns auch nach Analogie anderer Saponaria- Arten ihr Areal 2 ) Vgl. Schröter, Das Pflanzenleben der Alpen. zu der ihr günstigsten Zeit nicht allzu groß vorzustellen brauchen. Warum hat sich die Art gerade in den Walliser Alpen erhalten? Ich weise darauf hin, daß Brockmann-Jerosch 1 ) gerade für die Walliser Alpen und für das Oberengadin es wahrscheinlich ge- macht hat, daß viele Arten der alpinen Zone in diesen, wenn auch nicht klimatisch, so doch orographisch schneefreien Ge- bieten die Eiszeit überdauerten: „denn nur durch ein solches Überdauern der letzten Eiszeit kann man sich den Reichtum des Oberengadin und der Walliser Alpen an nordisch-alpinen Arten und zugleich an endemisch-alpinen Arten und ihr Zusammen- gedrängtsein auf zwei relativ kleine Gebiete erklären". Die Einzelbetrachtung von S. lutea unterstützt diese Annahme, ja erfordert sie, denn ich wenigstens kann mir im Zusammen- halte der systematischen und phyletischen Stellung der Art keine andere Erklärung denken, als daß diese im Miozän in Anpassung an die Auffaltung der Alpen entstandene Art, an Ort und Stelle die Eiszeit überdauerte und im Postglazial ihr Areal um weniges erweitert hat. Für eine spätere Einwanderung läßt sich kein Anhaltspunkt finden. Geographisch bezeichnen wir S. lutea als Alpenelement 2 ). § 2. Pauciflorae. 3. S. caespitosa DO. Verbreitung: Pyrenäen Spaniens und Frankreichs, relativ häufigstes Vorkommen in den Zentralpyrenäen auf spanischem Boden. Eine ausschließlich den Pyrenäen eigene Gebirgspflanze (2000 m). 4. S. nana Fritsch. Felsige, etwas feuchte Orte der Granit- alpen Tirols und Salzburgs; Oberösterreich (im Stoder, nach Koch, Synops.) auf den Alpen Obersteiermarks und Stubalpe häufig, Kärnten, Krain (nach Löhr und Nyman). Siebenbürgen 3 ), Ge- birgspflanze der Ostalpen (1900 bis 2400 m). § 3. Pulvinares. 5. S. pulvinaris Boissier. An der Südküste Kleinasiens, im südwestlichen Phrygien am weitesten in das Innere Klein- asiens vordringend; Syrien, namentlich im Gebiete des Libanon und Antilibanon, Gebirgspflanze (1800 bis 2700 m, 6000—8000'). «) Sy sstematisch-morphologische Bemerkungen. Mit S. lutea hat S. caespitosa den niedrigen, rasigen Wuchs gemein, auch die Blattform beider Spezies stimmt ziemlich überein, aber in der Blüte sind leicht festzustellende Unterschiede vorhanden. S. caespitosa hat rote Blütenfarbe, bedeutend breitere Kronplatte *) Brockmann-Jerosch, Über die an seltenen alpinen Pflanzenarten reichen Gebiete der Schweizer Alpen. Verh. der Schweiz, naturf. Ges. St. Gallen, 1906, S. 213. 2 ) Vgl. M. Jerosch, Geschichte und Herkunft der schweizerischen Alpenflora. Leipzig, W. Engelmann, 1903, S. 88. 3 ) Hegi, 111. Flora von Mitteleuropa, III. Bd., S. 347. Die Angabe fehlt bei Simmler. und etwas lockereren Blütenstand. Unleugbare Beziehungen weiterer Natur verknüpfen diese Art (S. caespitosa) auch mit S. clepressa Biv., einer Art, die sich durch spatelige Blätter und geteilte Kron- platte immerhin gut gegenüber S. caespitosa abgrenzt. Über die Beziehungen von S. nana und S. pulvinaris enthält die Mono- graphie keine Hinweise. b) Pflanzen geographisch-genetische Bemerkungen. Diese drei Arten können wir zusammen besprechen, da es sich um drei auf kleine, weit voneinander entfernte Gebiete beschränkte Hochgebirgsarten handelt. Eine Einwanderung von auswärts ist nicht wahrscheinlich; wir wollen also diese drei Arten als autochthone betrachten. Trifft diese Annahme zu, so läßt sich ihr Alter als miozän bestimmen, denn ihre Entstehung als Oreo- phyten (vgl. Diels, 1. c, S. 9) kann nicht vor der Aufrichtung der betreffenden Gebirgszüge angenommen werden. Gegen eine spätere Entstehung spicht die systematische Beständigkeit (keine Varietätenbildung) und die Isoliertheit der Areale, zumal wir an- nehmen müssen, daß alle drei doch aus einem gemeinsamen Typus hervorgegangen sind. Was S. nana anlangt, so liegt ein großer Teil des heutigen Verbreitungsgebietes außerhalb der eiszeitlichen Vergletscherung. Es kann daher die Art in den ostalpinen Ausläufern die Eiszeit überdauert haben und später (postglazial) westwärts nach Tirol gewandert sein. Besonders zu betonen ist, daß S. nana gerade jenen Formationen angehört, die als „abgeschlossene Formationen" die ostalpinen Ausläufer schon zur Eiszeit bedeckte, wie ich in meinem Aufsatze „Über die Artenarmut der ostalpinen Ausläufer der Zentralalpen" J ) ausgeführt habe. S. nana tritt nämlich nach Hegi 2 ) gelegentlich in der Grünerlen-Formation auf, mit Vorliebe aber bewohnt sie das Curvidetum sowie die Rasen von Loiseleuria procumbens, gern in Gesellschaft von Lycopodium alpinum, Ses- leria disticha, Festuca varia, Lusida spadicea, Sedum alpestre, Oxytropis campestris, Primida minima und villosa, Armeria alpina, Gentiana punctata, excisa, frigida und nivalis, Veronica Ijellidioides, Valeriana celtica, Campanuta barbata und alpina, Phyteuma confusum, Gnaphalium swpinum, Senecio Camiolicus, Hypochoeris uniflora, Hieracium glaciale und albidum usw. Es wäre äußerst interessant, zu untersuchen, inwieweit wir den Gliedern dieser Formation praeglaziales Alter zuschreiben dürfen. Sind die Mehrzahl dieser Komponenten praeglazialen Alters, so würden wir die ganze Formation als „Glazialformation" an- sprechen dürfen und würden damit ein weit tieferes Verständnis für die Pflanzendecke der Alpen vor und während der Eiszeit gewinnen als dies bisher der Fall ist, wo nur einzelne Arten, nicht aber eine ganze Formation als glazialen Alters erkannt wurden. *) Scharfetter, Ost. bot. Zeitschr., 1909, Nr. 6. 2 ) Hegi, Illustrierte Flora von Mitteleuropa, III. Bd., S. 347. Um das Vorkommen der S. nana in Siebenbürgen (Hegi, 1. c, S. 347) zu erklären, haben wir zwischen drei Annahmen zu entscheiden: 1. S. nana hatte ursprünglich ein bedeutend größeres Verbreitungsgebiet, welches im Osten bis Siebenbürgen reichte. Zwischenstandorte vernichtet. 2. S. nana ist von den Ostalpen nach Siebenbürgen gewandert. 3. S. nana ist aus Siebenbürgen in die Ostalpen gewandert. Die dritte Annahme möchte ich heute schon zurückweisen, da sich die früher erwähnte, abgeschlossene Formation infolge des dichten Zusammenschlusses der Easen sehr gegen Eindringlinge gewehrt hat. Eine Untersuchung dieser Ver- hältnisse müßte sich in der Eichtung bewegen, daß alle den Ost- alpen und Karpathen gemeinsamen Arten gleichzeitig studiert würden und dabei festgestellt würde, in welchen Formationen sich die aus den Karpathen in die Ostalpen eingewanderten Typen *) festgesetzt haben. Handelt es sich um Pflanzen „offener Forma- tionen", so wird die Annahme späterer Einwanderung wesentlich erleichtert. Sectio 2. Kdbylia Simmler. § 1. Glutinosae. 6. S. glutinosa M. a. Bieberstein. Verbreitung: Nordafrika, Spanien, Südfrankreich, Ungarn (Banat, nördlichstes Vorkommen), Balkanhalbinsel, Kreta, Kleinasien, transkaukasische Provinzen, Taurien. a) "Systematisch-morphologische Bemerkungen. Eine Pflanze, die in der Ebene in Wäldern, aber auch in Ge- birgsgegenden bis 1300 m (ja 1700 m [?] in Spanien) vorkommt. „Die Variationsfähigkeit der Pflanze beschränkt sich auf eine aller- dings sehr weitgehende Anpassung an feuchtes und sonnenarmes, respektive trockenes und sonniges Klima." S. glutinosa ist un- gemein drüsenreich. Die Hybride S. composita (S. glutinosa X officinalis) Pau ist die einzige in freier Natur entstandene Hybride (Olmedo, Spanien). b) Pflanzengeographisch-genetische Bemerkungen. Es handelt sich bei dieser Art m. E. um eine mediterrane Aus- bildung des Saponaria-Typus, wenn ich auch für diese Behaup- tung nur den Eeichtum an Drüsen (bei mediterranen Arten all- gemein häufig) und die gegenwärtige Verbreitung der Art an- führen kann. Die Verbreitung in Ländern, die gegenwärtig durch Meere getrennt sind, spricht dafür, daß die Art schon zur Miozän- zeit existierte; auch die Isoliertheit der Art im System spricht dafür. Ebenso steht die relative Größe des Areals damit im Zu- sammenhang. Das relativ hohe Alter ermöglichte es der Art, eine größere Fläche zu besiedeln, ein Umstand, der allerdings nur bei der mit so spärlichen Verbreitungsmitteln ausgerüsteten Gattung 1 ) Vgl. Eng ler, Die Pflanzenformationen und die pflanzengeographische GliederuDg der Alpenkette. Engelmann, 1903, S. 89. Saponaria nebenbei erwähnt werden darf; denn im allgemeinen stehen Größe des Areals und Alter der Art durchaus nicht in Berührung. Von pflanzengeographischer Bedeutung ist ferner die Spaltung des Areals in einen westlichen (Marokko, Algerien, Spanien, Frankreich) und einen östlichen (Dalmatien, Ungarn, Balkan, Kreta, Eußland, Kleinasien) Teil. S. gliitinosa steht in dieser Hinsicht nicht allein, sondern wir kennen eine Eeihe anderer Fälle, die eine gleiche Spaltung des Verbreitungsareals zeigen. Engler 1 ) führt 45 Arten, darunter auch Saponaria glutinosa, an, die in gleicher Weise im Osten und Westen des Mediterrangebietes vorkommen, in Italien aber fehlen. Engler kommt dabei zum Schlüsse, daß eine große Anzahl von Mittelmeerpflanzen im Süden, etwa längs der Linie Nordafrika, Sizilien, Griechenland, Kreta, Kleinasien wanderte und daß von dieser Linie aus die Verbreitung nach Norden hin statt- fand. Italien aber befand sich zur Eozänzeit zum Teil noch unter Wasser; Unteritalien und Sizilien bildeten eine Halbinsel Nord- afrikas. Daß daher eine Art, die im Alttertiär bereits existiert, in Italien fehlt, kann uns nicht befremden. Durch die Betrachtung des Verbreitungsgebietes der S. glu- tinosa, noch mehr aber beim Studium der übrigen Arten der Sektionen Käbylia und Bootia sind wir veranlaßt, uns mit der Verteilung von Land und Wasser im Mittelmeergebiet während und nach der Tertiärzeit vertraut zu machen. Wir schalten daher eine kurze Darstellung dieser Verhältnisse nach den einschlägigen Werken von Sueß und Neumayr sowie den Zusammenfassungen von Engler und Adamovic hier ein. (Fortsetzung folgt.) Bryologische Fragmente. Von Viktor Schiffner (Wien). LXVI. Die Brutkörper von Myurella julacea. (Mit 1 Textabbildung.) Als Art der vegetativen Vermehrung von Myurella wird von Correns 2 ) nur „Bruchstengel" erwähnt. Ich sammelte am 13. August 1910 dieses alpine Moos an einem abnorm tiefen Standorte (nur 460 m !) bei Hallein, am Riedl an schattigen Kalkfelsen am a ) Engler, Versuch einer Entwicklungsgeschichte der Pflanzenwelt. Leipzig, 1869, I. Teil, S. 57. 2 ) Unters, über die Vermehrung der Laubmoose durch Brutorgane und Stecklinge, 1899. Wege gegen St. Margarether), wo es gemeinsam mit Bisticliium capillaceum, Anomodon attenuatus etc. wächst. Die Pflanze ist hier steril (cf Infi, sind oft zu finden), aber an allen untersuchten Sprossen sind Brut- körper („Brutfäden" nach Correns) sehr reichlich vorhanden. Sie bilden sehr dichte Büschel in den Blattwinkeln. Die Träger sind sehr reich verzweigt, hyalin, mit oft schrägen Querwänden; die Endverzweigun- gen tragen je eine bis mehrere Brutkörper, die einen kurzen, etwas keulenförmigen oder wurstförmigen Zellfaden darstellen aus 3 (bis 4) kurz zylindrischen Zellen Teile von Brutkörpergruppen (Länge ZU Dicke = 2 : 1 bis 1*5 : 1). und ein abgetrennter, ganz iv; C, ,, .. . , Ar . nr . , , J entwickelter Brutkorper von Die Brutkorper sind 40— oO ^ lang, etwa Myurdla julacea. 10 [i dick, bleich, die Zellen dünnwandig (Vergr. 210 : l.) und jede Zelle der vollkommen ent- wickelten Brutkörper ist fast ganz erfüllt von einem großen, stark lichtbrechenden Öltropfen. Um auch die Floristen für diese Form zu interessieren, möge sie mit einem besonderen Namen als Yar. nOY. propayulifera bezeichnet werden. LXVII. Cololejeunea echinata. Ich kann einen neuen, interessanten Standort (den östlichsten) dieser Spezies mitteilen: Krim: In der Busulukhöhle des Berges Karabi (850 m). Ende Juli 1909 leg. A. Sapehin. Sie wächst da- selbst, wie sie das auch an anderen Standorten oft zu tun pflegt, über Thamnium alopecurum. LXVIII. DicJiiton und Marsupella baäensis in Kroatien. Unter den von Herrn Dr. A. v. Degen im Jahre 1910 im Velebitgebirge gesammelten und mir zur Bestimmung übergebenen Lebermoosen fand ich unter anderm auch Dichiton calyculatum (Dur. et Mont.) Schiffn. Der neue Standort lautet: Croatia; Velebit, in monte Sinjal prope Svica. 16. August 1910 leg. Dr. A. de Degen. Es liegt ein Easen vor, wo diese interessante Pflanze herden- weise zwischen Plagiochila asplenioides var. humilis auf Lehm- boden wächst. Die Pflanzen tragen fast alle Perianthien, iu denen teils noch junge, teils aber fast schon ganz reife Spororgone ein- geschlossen sind. In derselben Kollektion finde ich noch eine zweite inter- essante Pflanze: Marsupella badensis Schiffn., die bisher nur von drei Standorten, in Baden, Böhmen und Frankreich bekannt war, 10 von folgendem, weitab liegenden südlichen Standorte: Croatia, Velebit, Poljarj?, od Sv. Ivana ad pedem montis Velebit prope Medak. 24. August 1910 leg. Dr. A. de Degen. Die Pflanze bildet hier dichte, aufrechte Rasen bis zu 9 cm Höhe, die unten von Lehmerde durchsetzt sind. Es ist eine vollkommen grüne Form (Schattenform?), aber in der Form der Stengel- und Involucralblätter mit ihren eiför- migen, fast stets stumpfen Lappen (nur die obersten jüngsten Blätter steriler Stengel haben bisweilen spitze Lappen) im Zell- netz usw. stimmt sie so vollkommen mit der Orig. Ex. überein, daß über ihre Zugehörigkeit kein Zweifel sein kann. Der so weit südlich gelegene Standort erweitert unsere Kenntnis von der Verbreitung dieser Form in sehr interessanter Weise. LXIX. Cephalosia Loitlesbergeri Schiffn. n. sp. Autoica! Cephaloziae macrostacliyae vel mediae similis; folia dorso decurrentia sinu rotundato vix usque ad medium divisa, laciniis conniventibus (saepe apice cruciatis) acutissimis, cuspide saepissime tribus cellulis suprapositis terminato. Cellulae parum majores quam in C. macrostachya, multo minores quam in C. connivente. Amphigastria nulla. Eamulus $ brevis, ventrahs. Folia involucralia profunde (ultra 2 / 3 vel ad 3 / 4 ) partita in Jobos 4 — 5 lanceolatos, terminatos in cuspidem longum ciliiformem e 3 — 4 cellulis elongatis aedificatum; saepe pro- veniunt insuper ciliae nonnullae accessoriae. Amphigastrium invol. 2—3 partitum, lobis ut in foliis invol. — Periauthium ut in con- generibus, basi ultima (alt. 1 — 3 cellul.) 2 — 3 stratosum, caeterum unistratosum; ore partito in 10 — 12 lacinias margine denticulatas, terminatas in ciliam loDgissimam curvatam (e cellulis 4 — 5 valde elongatis suprapositis). Calyptra pyriformis basi pluristratosa ibi- demque (in colle) archegoniis sterilibus obsita. — Ramuli cf breves ventrales, saepe juxta $ positi. Folia perigonialia basi concava saepe ad basin dorsalem lobulo accessorio rotundato aucta, caeterum s terilibus similia. Habit. Oberösterreich, in dem Sphagnetum hinter dem Lau- dachsee bei Gmunden, wo sie mit C. bicuspidata, der Sumpfform von C. pleniceps*), C. media, Sumpfform von C. leacantha und C. compacta Warnst. 2 ) wächst (900 m). August 1895 und aufge- legt für die Hep. eur. exs. August 1911 von C. Loitlesberger. 1 ) Mit dieser ist wahrscheinlich identisch C- symbolica f. uliginosa Mass., da Massalongo diese Form als autöcisch bezeichnet. 2 ) Diese Art wurde von mir unter den von Herrn Prof. Loitles- berger gesandten Materialien nachgewiesen. Dieser neue Standort ist höchst interessant. Ich erhielt sie unlängst auch von Freund Arn eil für die Hep. eur. exs. aus Schweden (Södertelje) und schon früher von Herrn Apotheker Persson (10. Oktober 1910) von Tranas! — Die Originalbeschreibung Warns- torfs (Moosfl. v. Brand., I., S. 217) gibt von der Pflanze kaum eine richtige Vorstellung, die Perianthmündung wird als „kerbig gesägt" angegeben, was 11 Von den einheimischen Cephalozien steht C. Loitlesbergeri am nächsten der ebenfalls autöcischen C. compacta Warnst., die ihr in Größe, Habitus, Zellgröße und auch in der Perianth- mündung recht ählich ist, aber sicher unter anderm durch folgende Punkte unterschieden werden kann: Blätter mit nicht oder wenig zusammenneigenden Lappen, die viel kürzer gespitzt sind; Involucralblätter total anders, nämlich (normal) bis über die Mitte in zwei breitlanzettlich e Lappen geteilt und außerdem beider- seits mit je einem erheblich kleineren Lappen, alle Lappen dornig spitz (die Spitze wird nur von zwei kaum verlängerten Zellen gebildet, nicht schmal lanzettlich und in lange Cilien zugespitzt wie bei C. Loitl.), an den Rändern mit mehr weniger zahl- reichen dornigen spitzen Zähnen (bei C. Loitl. akzessorische Cilien an den Bändern). C. macrostacliya Kaal. ist diözisch, hat überdies anderen Habitus, hat kleinere Zellen 1 ), ganz anders beschaffene An- dröcien etc. C. lacinulata Jack ist eine viel kleinere, faules Holz be- wohnende Art, mit weniger geteilten Involucralblättern, nicht in eine Haarspitze auslaufenden Lappen der Perianthmünduug usw. C. connivens ist viel größer, hat viel größere Zellen, ganz andere Perianthmündung. C. media Lindb. weicht weit ab durch diözische Inflor., ganz anders gestaltete Involucralblätter und klein gezähnelte Perianth- mündung. LXX. JPleurozia pur pur ea ?. Diese in biologischer und pflanzengeographischer Hinsicht hoch interessante Pflanze gehört zu jenen tropischen Leber- moostypen, welche nur einen Vertreter in der europäischen Flora, und zwar ausschließlich auf die atlantischen Küsten be- schränkt, aufweisen; sie war lange nur ganz steril bekannt, gegen- wohl damit zu erklären ist, daß W. ein Perianth gesehen hat, an dem die sehr langen Cilien abgebrochen waren ; auch ist die Abbildung der Involucralblätter (1. c, S. 222, 4 b) minder genau. Ein sehr reichliches Originalmateriale, das mir Freund Loeske sandte und die vorzüglichen schwedischen Materialien setzten mich in den Stand, diese ausgezeichnete Art sicherzustellen. Warn st ort' kannte nur die kompaktrasige Form, die schwedischen Pflanzen sind aber eine viel locker wachsende Sumpfform. Da Stephani in Spec. Hep. merkwürdiger- weise eine Cephalozia compacta Warnst, neben einer C. compacta Jörgensen gelten läßt, so glaubte ich, daß die jüngere Warnst orf sehe Pflanze einen neuen Namen erhalten müsse und schlug dafür (in lit. ad Arn eil) vor: Ceph. Amelli n. sp.; diese Änderung ist aber, wie ich nachträglich sehe, überflüssig, da Jörgensen seine Pflanze als Prionolobus compactus publiziert hat. 1 ) Die Zellgröße ist bei den Eu-Cephalozien mit einiger Vorsicht zu be- handeln, da sie oft sogar bei den Blättern in verschiedenen Regionen desselben Stengels in gewissen Grenzen wechselt. So bedeutende Differenzen, wie zwischen C. Loitlesbergeri und C. connivens begründen aber allerdings ein untrügliches Unterscheidungsmerkmal. 12 wärtig kennen wir aber die Andröeien sehr genau (vgl. darüber: Jack, Monogr. d. Gatt. Physiotium in Hedw., 1885, p. 68. — S. 0. Lindberg, De planta mascula Pleur. purpurae in Bev. bryol., 1887, p. 17—19. — Kaalaas, De distrib. Hep. in Norvegia, 1893, p. 122—124. — Schiffner, Hep. eur. exs., Nr. 497. — Nur ein einzigesmal wurde eine $ Infior. von B. Kaalaas (1. c.) beobachtet (vgl. auch Stephani, Spec. Hep., IV, p. 239), jedoch war diese augenscheinlich sehr schlecht entwickelt, so daß wir dadurch über diese sehr wichtigen Verhältnisse keinen richtigen Aufschluß erhalten. Bei der Durcharbeitung eines riesigen Materiales von Pleu- rozia purpurea von vier Standorten für die Hep. eur. exs. war ich so glücklich, eine viel besser entwickelte 9 Infior. zu finden. Involucruni und Perianth von Plcurozia purpurea (Vergr. 16 : 1). 1. Involucralblatt, a—b die Linie, in welcher der Lobus (rechts) mit dem Rücken des Lobulus verwachsen ist. — 2. Perianth. — 3. Das andere Involucralblatt mit der Basis des Perianths und zwei paraphyllienartigen Blättchen. die wichtige Aufklärungen gibt *). Zunächst bestätigt sich die An- gabe von Kaalaas, daß die Spezies diöcisch und autöcisch (also polyöcisch) ist, denn meine Pflanze ist sicher autöcisch ; der kurze 9 Ast entspringt nahe der Spitze einer kräftigen Pflanze, die daselbst auch eine sehr kräftige sterile Innovation getrieben hat. Ganz in der Nähe des 9 Astes entsprangen 3 cf Sprößchen. Kaa- laas beschreibt (1. c, p. 123): „Perichaetium forma et textura foliis simile. Perianthium juvenile cupuliforme vel ovatum .... haud plicatum, sub ore leniter augustatum, ore ipso paullum dilatato, denseque, ciliato " Archegonien waren nur zwei vorhanden, von denen eines befruchtet schien. — Der von mir untersuchte Frucht- ast zeigt wesentlich andere Verhältnisse: Die Involucralblätter sind von den Stengelbl. sehr verschieden, indem der Lobulus des einen ] ) Der Standort ist: Norwegen: Fossan bei Stavanger, auf steinigen Ab- hängen, 100m. 4. Juli 1896 legit E. Jörgensen (Schiffner, Hep. eur. exs., Nr. 497). 13 nicht sackförmig ist, sondern ausgebreitet und in Größe und Form dem Lobus ähnlich, aber an der eingekrümmten Spitze weniger deutlich zweiteilig, jedoch daselbst ähnlich gezähnt, wie der Lobus. Der Lobulus entspringt nicht genau vom ventralen Rande des Lobus, sondern der Ventralrand des Lobus ist eine Strecke weiter innen auf dem konvexen Rücken des Lobulus augewachsen. Das andere Involucralb. war nur wie der Lobus des eben be- schriebenen gestaltet; ein Lobulus war da überhaupt nicht vor- handen, wohl aber noch zwei ganz freie paraphyllienartige Blätt- chen (in der Figur etwas zurückgeschlagen). Das Perianth mißt über 2 mm in der Länge und 1 mm in der Breite, war also viel weiter entwickelt, als das von Iva al aas gesehene. Es ist länglich-eiförmig und zeigt drei stumpfe, bauchige Längsfalten, die weit über die Mitte herabreichen. Die Mündung ist plötzlich zusammenneigend (wie etwa bei Lophozia oder Aplozia, oder Ptilidium pulcherrimum, mit welch letzterem im Per. über- haupt viel Ähnlichkeit vorhanden ist. Der Zellbau des Perianths ist ganz wie bei den Blättern. Die Mündung ist in etwa 12 spitz dreieckige Läppchen gespalten, von denen jedes in eine 6 — 8 Zellen lange Ciiienspitze ausläuft. Die Zellen dieser Endcilie sind kaum verlängert (nahezu isodiametrisch) und nicht dünnwandig, sondern die Wände kräftig verdickt (K aal aas sah diese Oilien noch in ganz jungem Stadium, wo die Wände noch dünnwandig sind). Ganz ähnliche, aber kürzere Cilien stehen auch zu je 2 — 3 an den Seitenrändern der Läppchen. Merkwürdig ist es, daß sich auch auf der Rückenfläche dieser Mündungsläppchen einzelne Zellen dornförmig erheben, ja sogar öfters zweizeilige Dörnehen bilden, ähnlich wie auf der Blattfläche der tropischen Lophocolea muricata. Die Archegongruppe ist bei meinem Objekte auf ein einziges, aber sehr großes Archegon reduziert, dessen Hals- mündung geöffnet war, als ob es befruchtet wäre. — Es ist zweifellos, daß auch dieses Perianth noch nicht vollständig ent- wickelt ist; vielleicht wird es in diesem Zustande länger zuge- spitzt und im obersten Teile mehrfaltig sein (wie bei Plenr. gigantea), im wesentlichen sind wir aber nun über seinen Bau und die Beschaffenheit der Mündung unterrichtet. LXXI. Aufklärung von tticcia Pearsonii Steph. Diese Pflanze wurde bei Barmouth (Merionetshire, England) von Ralfs, Carrington, Pearson u. a. gesammelt undinOarr. et Pears., Hep. Brit. exs. Nr. 65 und 290 als B.nigrella ausgegeben 1 ). J ) Auch Camus in seiner sehr ausführlichen Schrift über B. nigrella (Bull. Soc. Bot. Fr., 1892, p. 212—230) führt sie als B. nigrella an. Ebenso Boulay, Muse. Fr., L, p. 211 (1905). Später aber ist Camus zweifelhaft über den Artwert von B. Pearsonii uDd hält für einen wichtigen Unterschied die Sporengröße (75 ft gegen 59 (i bei B. nigrella). — Vgl. Camus, Muse, rares ou nouv. pour la reg. bretonne-vende'enne (Bull. Soc. sc. nat. de l'Ouest, 1902, p. 325). 14 In Spec. Hep. wurde sie von Stephani als R. Pearsonii n. sp. be- schrieben, und zwar hauptsächlich wegen der diöcischen Infloreszenz (R. nigrella ist autözisch), beträchtlicherer Größe und einiger anderer, minder wichtiger, rein relativer Unterschiede. Auch Dr. K. Müller (Leberm. Deutschi., L, p. 202) schließt sich der Meinung Stephanis an, weist aber ausdrücklich auf die große Überein- stimmung mit it. nigrella hin (ausgenommen die diöc. Inflor.) Neuerdings haben besonders die britischen Hepaticologen dem widersprochen x ) und halten R. Pearsonii nach wie vor identisch mit R. nigrella. Pearson (1. c.) erklärt die englische Pflanze von Barmouth für diöcisch. findet aber auch die französiche (H u s- not, Hep. Gall. exs., Nr. 96) diöcisch, resp. rein - 09 W) Ol K 0) O !B •) '<: 1 ^ S » » C i* <* <5 2 « a 5 <* a S a 1 aJ a a Südl., mediterrane Gruppe (Ebene) tei Q CD CD CD ^, ■ a a st fca ^ g » Südl., mediterrane Gruppe (Gebirge) -. 3 - n; - 05) 3 to" ro' 3 E u »■a o E 'S er p H co & > 09 (f* C W ►- Nördliche Gruppe (Hochgebirge) •"ö O 12 an, für die er sämtliche Floren- elemente, soweit es der gegenwärtige Stand unserer Kenntnisse erlaubt, bestimmt. „Nur bei einer verhältnismäßig sehr beschränkten Zahl von Arten", sagt Eikli, „sind alle Elemente bekannt. In weit- aus der Mehrzahl der Fälle trifft dies nicht zu, oder aber es ist unsere derzeitige Kenntnis eine derartige, daß wir zugeben müssen, daß die gegenwärtigen Ergebnisse nur als provisorischer Natur aufgefaßt werden können, mithin die Zuweisung dieser Arten zu bestimmten Elementen nur mit einem Fragezeichen geschehen kann." Im Studium der geographischen Verbreitung der Gattung Saponaria begriffen, schien es mir wichtig, die Bestimmung dieser sechs von Eikli verlangten Florenelemente für die Arten unserer Gattung zu versuchen und sollte auch dieser Versuch nichts anderes als die großen Lücken unserer Kenntnisse aufdecken. (Schluß folgt.) Literatur - Übersicht 1 ). November und Dezember 1911. Adam o vi 6 L. Die Pflanzenwelt Dalmatiens. Leipzig (W. Klink- hardt), 1911. 8°. 137 S., 72 Tafeln. — Mk. 4' 50. Ein Buch, das vielen Botanikern und Vergnügungsreisenden sehr willkommen sein wird. Hatten wir zwar bisher schon eine Reihe wissen- J ) Die „Literatur-Übersicht" strebt Vollständigkeit nur mit Rücksicht auf jene Abhandlungen an, die entweder in Österreich erscheinen oder sich auf die Flora dieses Gebietes direkt oder indirekt beziehen, ferner auf selbständige Werke des Auslandes. Zur Erzielung tunliehster Vollständigkeit werden die Herren Autoren und Verleger um Einsendung von neu erschienenen Arbeiten oder wenigstens um eine Anzeige über solche höflichst ersucht. Die Redaktion. 89 schaftlich sehr wertvoller Arbeiten über die Flora Dalmatiens (es sei nur auf die neueren Arbeiten von Beck und Ginzberger hingewiesen), so fehlte doch ein Buch, das man botanisch nicht geschulten, aber sich für die Pflanzenwelt interessierenden Keisenden anempfehlen konnte. Diesem Mangel wird nun das vorliegende abhelfen. Die genaue Kenntnis des Landes seitens des Verf. bürgt für den Inhalt, die reiche Ausstattung mit Vegetationsbildern unterstützt den Text auf das geschmackvollste und die Beigabe von 23 Tafeln mit Abbildungen charakteristischer Pflanzen wird das Bestimmen solcher wesentlich erleichtern. W. Beck G. de. Icones florae Germanicae et Helveticae, Tom. 25, dec. 12 (pag. 45—48, tab. 70—75). Lipsiae et Gerae (Fr. de Zezschwitz), 1911. 4°. Text: Potentilla (Forts.). Tafeln Geutn (Forts.). Bertel R. Description d'un spectrographe sous-marin pour les recherches qualitatives de la lumiere ä differentes profondeurs de la mer. (Annales de l'Institut oceanographique, Tome III, fasc. 6, 1911.) 4°. 10 pag., 2 planches, 2 fig. en texte. Bubak Fr. und Kosaroff P. Einige interessante Pflanzenkrank- heiten aus Bulgarien. Erster Teil. (Centralblatt für Bakteriologie, Parasitenkunde und Infektionskrankheiten, II. Abt., 31. Bd., 1911, Nr. 16/22, S. 495-502.) 8°. 2 Tafeln. 3 Textabb. Neu: Fusarium maydiperdum Bubak, Phyllosticta dzumajensis Bubak, Microdiplodia vitigenä Bubäk, Cicinnobolus Äbelmoschi Bubäk, Coniosporium Grecevi Bubäk. Burgerstein A. Botanische Bestimmung sibirischer Holzskulp- turen des Wiener Naturhistorischen Hofmuseums. (Annalen des k. k. Naturhistorischen Hofmuseums, Bd. XXIV, Nr. 3—4, S. 415—418.) 8°. Ciesielski T. Quomodo fiat, ut mox proles masculina, mox feminina oriatur apud plantas, animalia et homines? Leopolis, 1911. 8°. 15 pag. Verf. hat seit dem Jahre 1871 mit Cannabis sativa ausgedehnte Versuche zum Zwecke der Feststellung der geschlechtsbedingenden Faktoren angestellt. Er konnte in keiner Weise einen Einfluß der Bedingungen der Umgebung nachweisen. In den Jahren 1877 und 1878 endlich konnte er zeigen, daß das Alter des Pollenkornes bestimmend ist für das Geschlecht der Nachkommenschaft. 112 Samen, gewonnen von Q Pflanzen, welche mit Pollen aus eben sich öffnenden Antheren bestäubt wurdeD, lieferten 106 männliche und 6 weibliche Individuen; 87 Samen, gewonnen von $ Pflanzen, welche mit Pollen bestäubt wurden, der ca. 12 Stunden nach der Entnahme aus den Antheren aufbewahrt worden war, lieferten durchwegs weibliche Pflanzen. Spätere Versuche bestätigten diese Ergebnisse, ebenso analoge Versuche mit Kaninchen und Hunden, Beobachtungen beim Binde und Pferde. Verf. verallgemeinert das Ergebnis für die ganze Organismenwelt. W. Dalla Torre K. W. v. und Sarnthein L. Grf. v. Die Farn- und Blütenpflanzen (Pteridopliyta et Siphonoqama) von Tirol, Vorarlberg und Liechtenstein. (Flora von Tirol etc., VI. Bd.) 3. Teil : Metachlamydeae oder Sympetalae (verwachsenblätterige Blattkeimer). Innsbruck (Wagner), 1912. 8°. 956 S. Mit dem vorliegenden Bande schließt die eigentliche Bearbeitung der Flora ab. Gerade dieser Band mußte durch die Behandlung großer und wenig geklärter Gattungen, wie Mentha, Galium, Campanula, Cirsium, Österr. botan. Zeitschrift 2./3. Heft 1912 7 90 Centaurea, Hieracium u. a. besonders große Schwierigkeiten bereiten. Bei Abschluß des Werkes kann nur wiederholt werden, was schon bei früheren Anlässen hervorgehoben wurde : es ist ein Muster größter Gründlichkeit und Verläßlichkeit. Es gibt jetzt kaum ein zweites Land in Europa, das eine so detaillierte und erschöpfende Zusammenfassung alles die Flora des Landes betreffenden Tatsachenmateriales besitzt. W. Dalla Torre K. W. v. und Sarnthein L. Grf. v. III. Be- richt über die Flora von Tirol, Vorarlberg und Liechten- stein, betreffend die floristische Literatur dieses Gebietes aus den Jahren 1903 — 1907 mit Nachträgen aus den Vorjahren. (Berichte des Naturw.-med. Vereines, XXXII. Jahrg., 1910, S. 63-158.) kl. 8°. Demelius P. Beitrag zur Kenntnis der Cystiden. I und II. (Ver- handl. d. k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, Bd. LXI, 1911, 7. u. 8. Heft, S. 278—287 u. S. 322—332, Tafel I u. II.) 8°. Eingehende Beschreibung und Abbildung der Cystiden zahlreicher Agaricineen. Bei der diagnostischen Wichtigkeit und den noch keineswegs ganz geklärten physiologischen Funktionen dieser Organe ist eine sorgfältige Detailuntersuchung, wie die vorliegende, sehr erwünscht. W. Dom in K. Morphologische und phylogenetische Studien über die Stipularbildungen. (Annales du Jard. bot. de Buitenzorg, 2me serie, vol. IX, pag. 117—326, Tat". XXIII— XXXIII.) 8°. — — Koderia Hosseana, eine neue hochtibetische Koeleria- Art. (Fedde, Repertoriurn, Bd. X, Nr. 1/5, S. 54—55.) 8°. — — First Contribution to the Flora of Australia. (Fedde, Re- pertorium, Bd. IX, Nr. 35/38, S. 550—553.) 8°. Originaldiagnosen von Acliantum formosum var. leptophyllum Domin, Psilotum triquetrum var. fallacinum Domin, Aristida vagans var. graci- lipes Domin, Aristida Leichhardtiana Domin, Eragrostis trachycarpa Domin, Eriachne pulchella Domin, Pappophorum nigricans var. poly- phyllum Domin, Chloris divaricata var. Muelleri Domin, Sporobolus australasicus Domin. — — Second Contribution to the Flora of Australia. (Fedde, Repertorium, Bd. X, Nr. 1/5, S. 57—61.) 8°. Originaldiagnosen von Vittaria 2^usilla Bl. var. wooroonoora7i Domin, Pothos Browuii Domin, Panicum queenslandicum Domin, Panicum Ben- thami Domin, Panicum notochthonum Domin, Patersonia sericea var. dis- similis Domin, Rhipogonum Danesii Domin. — — Third Contribution to the Flora of Australia. (Fedde, Re- pertorium, Bd. X, Nr. 6/9, S. 117—120.) 8°. Originaldiagnosen von Notochloe (nov. gen.) microdon (F. Muell.) Domin, Eriache Muelleri Domin, Amphipogon strictus R. Br. var. deser- torum Domin, Panicum globoideum Domin, Panicum retiglume Domin. Festschrift zum Andenken an Gregor Mendel. (XLIX. Bd. d. Verhandl. des Naturforschenden Vereins in Brunn, 1911.) 8° 363 S., 15 Tafeln, 10 Textabb. Inhalt: Vorwort. — G. Mendel, Versuche über Pflanzen-Hybriden. — G. Mendel, Über einige aus künstlicher Befruchtung gewonnene Hiera- cium- Bastarde. — G. Mendel, Die Windhose vom 13. Oktober 1870. — Paul Kammerer, Mendelsche Regeln und Vererbung erworbener Eigen- schaften. — 0. Po r seh, Die ornithophilen Anpassungen von Antholyza bi- color Gasp. (mit 2 Tafeln und 1 Textfigur). — C. Fruwirth, Zur Ver- erbung morphologischer Merkmale bei Hordeum distichum metans (2 Taf.). 91 — E. Baur, Ein Fall von Faktorenkoppelung bei Anthirrhinum majus. — H. Nilsson-Ehle, Spontanes Wegfallen eines Farbenfaktors beim Hafer (4 Textabb.). — G. H. Shuil, Defektive inheritance-ratios in Bursa hybrids (6 Tafeln). — E. v. Tschermak, Über Vererbung der Blütezeit bei Erbsen (3 Taf. u. 2 Textabb.). — C. Hurst, Mendelian Characters in Plants, Animals and Man. — L. Cuänot, L'Heredite" chez las Souris. — A. L. H agedoorn, The interrelation of genetic and non genetic factors in develop- men t. _ R. Semon, Die somatogene Vererbung im Lichte der Bastard- und Variationsforschung. — H. Przibram, Albinismus bei Inzucht. — W. Roux, Über die bei der Vererbung blastogener und somatogener Eigen- schaften anzunehmenden Vorgänge. — W. Bateson-Punnet, On gametic Series involving Reduplication of certain Terms (3 Textflg.). — H. Iltis, Vom Mendeldenkmal und von seiner Enthüllung (2 Taf.). Figdor W. Das Anisophyllie-Phaenomen bei Vertretern des Genus Strobilanthes Blume. (Berichte d. deutsch, botan. Ge- sellsch., XXIX. Bd., 1911, Heft 8, S. 549—558.) 8 Ü . 3 Textabb. Verf. weist nach, daß die primären orthotropen Sprosse von aus Samen gezogenen Exemplaren des Strobilanthes anisophyllus isophyll sind und relativ lange diese Eigenschaft behalten. Die aus diesen hervorgehenden plagiotropen Seitensprosse sind anisophyll. Die bisher meist angenommene konstante Aniso- phyllie der Pflanzen ist durch übliche Kultur aus Stecklingen, das gelegent- liche Vorkommen orthotroper isophyller Sprosse als Rückschlag zur Jugend- form zu erklären. W. Fruwirth C. Siehe Festschrift für Mendel. Gräfe V. Studien über Anthokyan. III. Mitteilung. (Sitzungsber. d. kaiserl. Akad. d. Wissensch.. Wien, mathem.-naturw. KL, Bd. CXX, Abt. I, Juni 1911, S. 765—810.) 8°. 2 Textabb. Vgl. Jahrg. 1911, Nr. 7/8, S. 302 und 303. Guttenberg H. v. Über die Verteilung der geotropischen Emp- findlichkeit in der Koleoptile der Gramineen. (Jahrb. f. wissensch. Bot., 50. Bd., 1911, 3. Heft, S. 289-327.) 8°. 1 Textabb. Verf. konnte bei Anwendung der Piccard sehen Methode nachweisen, daß bei Avena, Hordeum und Fhalaris eine kurze Spitzenzone der Koleoptile die größte geotropische Reizbarkeit besitzt. Bei den Paniceen ist eine so ausgesprochene Lokalisierung der Reizbarkeit nicht vorhanden. Dem Epikotyl kommt geotropische Empfindlichkeit nur in sehr geringem Maße zu. W. Hanausek T. F. Zur Kenntnis der Verbreitung der Phytomelane. (Berichte d. deutsch, botan. Gesellsch., XXIX. Bd., 1911, Heft 8, S. 558-562.) 8°. — — Zur Mikroskopie einiger Papierstoffe. 11 — 13 und 14 — 15. (S.-A. aus „Der Papierfabrikant«, Berlin, 4°, 7 S., Abb. 11 bis 13, bzw. 4 S., Abb. 14 u. 15.) Inhalt: 11. JB^ea-Zellulose ; 12. Zellulose aus dem Holze der Hima- laya-Pappel (Populus ciliata Wall.); 13. Zellulose aus dem Holze der indi- schen Weide (Salix tetrasperma Roxb.); 14. Ullagras -Zellulose; 15. Kaing- gras-Zellulose (Schilfrohrzellulose). Hayek A. v. Flora von Steiermark. II. Bd., Heft 2 (S. 81 bis 160). 8°. Enthält den Schluß der Boraginaceae, die Solanaceae und einen Teil der Scrophulariaceae (bis Veronica). Neu beschrieben wird Verbascum Festii Hayek = V. lanatum X nigrum. Kammerer P. Siehe Festschrift für Mendel. Kind ermann V. Zur Frucht- und Samenbiologie der Gattung Campanula. (Naturwissensch. Wochenschrift, N. F., X. Bd., 1911, Nr. 47, S. 742—745.) 4°. 4 Textabb. 92 Kronfeld E. M. Der echte Speik (Valeriana celticaL.). (Wiener Medizinische Wochenschrift, 1911, Nr. 49.) 8°. 7 S. 1 Textabb. Mendel G. Siehe Festschrift. Merk er E. Parasitische Bakterien auf Blättern von Elodea. (Centralblatt für Bakteriologie. Parasitenkunde und Infektions- krankheiten, 31. Bd., 1911, S. 578—590.) 8°. 1 Tafel, 11 Text- figuren. Behandelt zwei neu entdeckte Bakterien : Micrococcus cytophagus Merker und Micrococcus melanocyclus Merker. Molisch H. Über das Vorkommen von Saponarin bei einem Lebermoos (idadotheka platyphylla). (Berichte d. deutsch. botan. Gesellsch., XXIX. Bd.. 1911, Heft 8, S. 487—491.) 8°. Verf. konnte auf Grund mikrochemischer Reaktionen das Vorkommen des genannten Glykosids in Madotheca platyphylla nachweisen. Es handelt sich um ein ganz vereinzeltes Vorkommen, da bei 35 anderen Lebermoosen, die Verf. daraufhin untersuchte, sich ein negatives Resultat ergab. W. Murr J. Pflanzengeographische Studien aus Tirol. 10. Höhen- rekorde thermophiler Arten. (Deutsche Botanische Monats- schrift, 1911. Nr. 9, S. 129—137.) 8°. Astraqalus Murii Huter. (Ebenda, 1911, Nr. 11, S. 173 bis 176.) 8°. Murr J., Zahn C. H., Pöll J. Hieracinm IL (Beck G. v., Icones florae Germanicae et Helveticae, Tom. XIX, 2.) Dec. 39 (pag. 321—324, tab. 305—308). Lipsiae et Gerae (Fr. de Zezschwitz). 4°. Nemec B. Zur Kenntnis der niederen Pilze. IL Die Haustorien von TJromyces Betae Pers. III. Olpidium Salicomiae n. sp. (Bull, intern, de PAcad. des Sciences de Boheme, 1911. 10 S., 1 Tafel, bzw. 9 S., 24 Textfig., 1 Tafel.) 8°. Netolitzky F. Anatomie der Dikotyledonenblätter mit Kristall- sandzellen. Ein BestimmuDgsschlüssel auf anatomischer Grund- lage. Berlin und Wien (Urban und Schwarzenberg), 1911, 8°. 48 S., 16 Textabb. — K 3. Die Arbeit fußt durchwegs auf eingehenden eigenen Untersuchungen, verbunden mit kritischer Berücksichtigung der einschlägigen Literatur und enthält manche neue, zum Teil auch für die Systematik verwertbare Beob- achtung. Sie bezieht sich auf Pflanzen der europäischen Flora sowie auf medizinisch und technisch verwendete Exoten. Die Arbeit wird, ebenso wie die älteren ähnlichen Arbeiten des Verf. über Blätter mit Raphidenzellen und über Blätter mit Drusenkristallen, nicht nur dem Pharmakognosten, sondern jedem, der auf anatomischer Grundlage Blätter zu bestimmen hat, gute Dienste leisten. J. Pascher A. Marine Flagellaten im Süßwasser. (Berichte d. deutsch, botan. Gesellsch., XXIX. Bd., 1911, Heft 8, S. 517 bis 523, Tafel XIX.) 8°. — — Über Nannoplanktonten des Süßwassers. (Ebenda, S. 523 bis 533, Tafel XIX.) 8°. Paulin A. Die Schachtelhalmgewächse Krains und der benach- barten Gebiete Küstenlands. (Carniola, 1911, Heft I und IL) 8°. 28 S. 93 Podpera J. Kvetena Hane. Zäklady zemepisneho rozsi'feni rostlin- stva na horm'm uvalu moravskem. [Flora der HanDa. Grund- züge der Pflanzenverbreitung im Oberen Marchtale.] (Archiv für naturwissenschaftliche Erforschung Mährens, Bot. Abt., Nr. 1.) Im Verlage der Kommission für naturwissenschaftliche Erforschung Mährens in Brunn (Landesmuseum), 1911. 4°. 354 S. Mit 8 Tafeln, 3 Vollbildern und pbytogeographischer Karte der Hanna. (11 Ab- teilungen, 33 Kapitel.) — K 8. Inhalt: I. Literarhistorische Einleitung. II. Abriß der Geographie der Hanna. III. Allgemeiner phytogeographischer Charakter der Hanna. IV. Pflanzengenossenschaften der Hanna. V. Wälder an der Hanna. VI. Die Steppenbestäude der Hanna. VII. Die Wiesen der Hanna. VIII. Die Felsen der Hanna. IX. Die Pflanzenwelt der Wasser- und Uferbestände. X. Die adventive Flora. XI. Die niederen Kryptogamen der Hanna (Algen, niedere Pilze, Flechten, Moose). Nachträge. Index. Nach den Statuten der Kommission wird diese Arbeit auch in deutscher Sprache erscheinen. J. Podpera. PorschO. Araceae (in R. v. Wettstein, Ergebnisse der botanischen Expedition der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften nach Südbrasilien 1901. 1. Bd.: Pteridophyta und Anthophyta.) (Denkschr. d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. Wien, matbem.- naturw. KL. Bd. LXXIX, S. 389—454, Tafel XXXIV— XLI.) Wien, A. Holder, 1911, 4°. Der vorliegende I. Teil der Bearbeitung der Araceae enthält eine sehr eingehende vergleichend-anatomische Darstellung der Nähr- und Haft- wurzeln von Philodendron Selloum. Die Arbeit stützte sich auf Material, welches am natürlichen Standorte gesammelt und konserviert worden war und auf Material aus Gewächshäusern, das vergleichsweise herangezogen wurde. Sie stellt eine physiologisch-anatomische Monographie dar, die nach den verschiedensten Eichtungen wertvolle Tatsachen mitteilt und einen Fall des Zusammenhanges zwischen Bau und Funktion so eingehend verfolgt, wie es bisher noch nicht geschah. W. Siehe auch Festschrift für Mendel. Pro k es K. a Vlcek V. Druhy doplnek ke kvetene Hradce Kral. (Vyrocni zpiäva c. k. vyssi reälne skoly v Hradci Krälove, 1911, pag. 3—21.) 8°. Rechinger K. Botanische und zoologische Ergebnisse einer wissenschaftlichen Forschungsreise nach den Samoa-Inseln, dem Neuguinea-Archipel und den Salomons-Inseln. IV. Teil. (Denk- schriften d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. in Wien, mathem.- naturw. Kl., LXXXVIII. Bd., 1911.) 4°. 65 S., 3 Tafeln. Inhalt: Diatomaceae marinae von H. und M. Pergallo (Bordeaux). Lichenes des Neuguinea-Archipels, der Hawaiischen Inseln und der Insel Ceylon von A. Zahlb ruckner (Wien). Hepaticae Samoenses, II. Nach- trag, von F. Stephani (Ötzsch bei Leipzig). Crustaceae, I. Teil (Decapoda Brachyura), von Samoa von 0. Pesta (Wien). — Neu sind 26 Diatomeen, 23 Flechten und 6 Lebermoose. Schneider C. K. Illustriertes Handbuch der Laubholzkunde. 11. Lieferung. (6. Liefg. d. zweiten Bandes, S. 657 — 816, Fig. 420-514.) Jena (G. Fischer), 1911. 8°. — Mk. 5.—. Inhalt: Caprifoliaceae (Schluß), Compositae, Oleaceae (Anfang). Stadimann J. Eine botanische Reise nach Südwest-Bosnien und in die nördliche Herzegowina. (Anfang.) (Mitteil. d. naturw. Ver- 94 eines a. d. Universität Wien, IX. Jahrg., 1911, Nr. 6 und 7, S. 96—112.) 8°. Thenen S. Zur Phylogenie der Primulaceenblüte. Studien über den Gefäßbündelverlauf' in Blütenachse und Perianth. Jena (G. Fischer), 1911. 8°. 131 S., 9 Tafeln, 4 Textabb. — M. 8.-. Eine sehr eingehende und gründliche Studie über den Gefäßbündel- verlauf in der Primulaceenblüte. Anlaß zur Untersuchung gab die Behaup- tung Van Tieghems, daß gewisse Gefäßbündel als Eeste der den Kelch- blättern superponierten, bei den Vorfahren der Primulaceen vorhanden ge- wesenen Staubblätter aufzufassen sind. Die Untersuchung des Verf. zwingt zur Ablehnung der Van Tiegh einsehen Ansicht. Ergab die Arbeit in dieser Hinsicht ein negatives Resultat und lieferte sie auch für die Ver- wendbarkeit des Gefäßbündelverlaufes in phylogenetischer Hinsicht überhaupt kein ermunterndes Ergebnis, so enthält sie dafür eine Fülle von Details, die für die Systematik der einzelnen Gattungen beachtenswert sein dürften. W. Tschermak E. v. Siehe Festschrift für Mendel. Villi e Im J. Vegetativni rozmnozoväni paroznatek. (41. vyrocni zprävy Klubu ph'rodovedeckeho v Praze, 1911.) S°. 4 pag., 2fig. Wettstein R. v. Die Pflanzenwelt der österreichischen Küsten- gebiete. (In E. Brückner, Dalmatien und das österreichische Küstenland. Vorträge, gehalten im März 1910 anläßlich der ersten Wiener Universitätsreise [Wien und Leipzig, Fr. Deuticke, 1911, 8°, 250 S., 60 Abb., 1 Karte], S. 33—48.) Wiesner J. v. Über die ältesten bis jetzt aufgefundenen Hadern- papiere. Ein neuer Beitrag zur Geschichte des Papieres. (Sitzungsber. d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. Wien, philosoph.- histor. Klasse, 168. Bd., 5. Abhandl., Mai 1911.) 8°. 26 S., 3 Textabb. Verf. untersuchte Papiere, welche Aurel Stein (1906—1908) in einem verfallenen Wachtturme westlich von Tun-huang aufgefunden hatte und die sicher aus dem Anfange des 2. Jahrhunderts n. Chr. stammen. Er konnte feststellen, daß ausschließlich vegetabilische Hadern das Rohmaterial für diese Papiere lieferten. Damit ist erwiesen, daß die Chinesen die Herstellung des Hadernpapieres erfunden haben und daß erst von ihnen diese Fähigkeit auf die Araber überging, von denen sie wieder Europa übernahm. W.^ Wolfert A. Artemisia nitida Bert. nov. var. Timauensis in der Oarnia im italienischen Friaul. (Verhandl. der k. k. zoolog.- bot. Gesellschaft in Wien, Bd. LXI, 1911, 7. u. 8. Heft, S. 295-300.) 8°. Zach Fr. Notiz zu dem Aufsatz „Die Natur des Hexenbesens auf Pinus silvestris L." (Naturwissensch. Zeitschrift für Forst- und Landwirtschaft, 10. Jahrg., 1912, 1. Heft, 8. 61—62). 8°. Vgl. ebenda, 9. Jahrg., 1911, 8. Heft. Zahlbruckner A. Schedae ad Kryptogamas exsiccatas, editae a Museo Palatino Vindobonense. Centuria XIX. (Annalen des k. k. Naturhistor. Hofmuseums, XXV. Bd., 1911, S. 223—252.) Gr. 8°. Neu beschrieben werden: Verrucaria (sect. Euverrucaria) papulosa var. thalassina A. Zahlbr., Calicium omicolum Stnr., Bamalina (sect. Eu- 85 ramalina) sideriza A. Zahlbr., Caloplaca (sect. Gasparrinia) finmana A. Zahlbr. — — Siehe auch unter Rechinge r. Zapalowicz H. Krytyczny przeglad roslimos'ci Galicyi. Conspectus florae Galiciae criticus. vol. III. Krakau (Akad. umiej^tnos'ci w Krakowie), 1911. Gr. 8°. 246 pag. Behandelt die Nymphaeaceae, Portulacaceae, Elatinaceae, Parony- chiaceae und Caryophyllaceae. — Neu beschrieben werden: Alsine Zarencznyi Zap., Arenaria serpyllifolia subsp. sarmatica Zap., Myosoton aquaticum Mnch. subsp. sarmaticum Zap., Cerastium Raciborskii Zap., C. alpinum L. subsp. babiogorense Zap., C. pietrosuanum Zap., C. lanatum X lati- folium (C. tatrense Zap.), Gypsophila paniculata L. subsp. lituanica Zap., Dianthus polonicus Zap., D. capitatus DC. subsp. Andrejowskianus Zap., D. euponticus Zap., D. glabriusculus X deltoides (D. Zarencznianus Zap.), D. glabriusculus X superbus (D lacinulatus Zap ), Silene lituanica Zap., S. Berdani Zap., S. subleopoliensis Zap., S. Jundzilli Zap., Heliosperma quadrißdum (L.) Echb. subsp. carpaticum Zap., H. arcanum Zap. — Außerdem zahlreiche Varietäten und Formen. W. Zederbauer E. Einige Versuche mit der Bergföhre. (Central- blatt für d. gesamte Forstwesen, 1911.) 8°. 16 S. Die Abhandlung enthält Bemerkungen über die Systematik der Berg- föhren, die von Wichtigkeit sind, da sie auf Beobachtungen in der Natur und auf Kulturversuchen beruhen, ferner berichtet sie über ausgedehnte Anbauversuche mit der westalpinen Pinus uncinata (nicht uncinnata, wie Verf. schreibt) im Bereiche der österreichischen Alpen. Das praktische Er- gebnis ist, daß der Anbau um so besseren Erfolg zeitigt, je näher die Anbau- steile dem natürlichen Verbreitungsgebiete der Art liegt, was dafür spricht, daß P. uncinata den Typus einer klimatisch-geographischen Art darstellt. W. Zikes H. Zur Nomenklaturfrage der Apiculatushefe. (Central- blatt für Bakteriologie. Parasitenkunde und Infektionskrank- heiten, II. Abteilung, Bd. 30, 1911, Heft 7/12, S. 145 bis 149.) 8°. — — Über eine Struktur in der Zellhaut mancher Schleimhefen. (Ebenda, Bd. 30, 1911, Heft 25, S. 625-639.) 8°. — — Die Fixierung und Färbung der Hefen. (Ebenda, Bd. 31, 1911, Nr. 16/22, S. 507—534.) 8°. Abderhalden E. Biochemisches Handlexikon. 1. Bd., 1. Hälfte, (704 S.) u. VI. Bd. (390 S.). Berlin (Julius Springer), 1911. 8°. — Mk. 44.—, bzw. Mk. 22.—. Inhalt d. I. Bd., 1. Hälfte: Kohlenstoff, Kohlenwasserstoffe, Alkohole der aliphatischen Beihe, Phenole. Inhalt d. VI. Bd. : Farbstoffe der Pflanzen- und Tierwelt. Das Chlorophyll ist bearbeitet von B. Wills tä tter, die übrigen Pflanzenfarbstofle von H. Bupe und A. Altenburg. Ascherson P. und Gra ebner P. Synopsis der mitteleuropäi- schen Flora. 73. und 74. Lieferung. IV. Bd., Bogen 31 — 40. Lipsiae (W. Engelmann), 1911. 8°. — Mk. 4.—. Inhalt: Fagaceae (Schluß), Ulmaceae, Moraceac, Urticaceae, Pro- teaceae. Bally W. Cytologische Studien an Chytridineen. (Jahrb. für wissensch. Bot., L. Bd., 1911, 2. Heft, S. 95—156, Tat*. I— V.) 8°. 6 Textabb. 96 Die Untersuchungen beziehen sich auf Synchytrhim Taraxaci, ChrysopJilyctis endobiotica und Urophlyctis Rübsaameni und betreffen sowohl die gesamte Entwicklung dieser Pilze als auch ihren Einfluß auf die Wirtspflanze. Der letzte Abschnitt beschäftigt sich mit den Schlußfolgerungen aus den cytologischen Befunden .für die systematische Stellung und Gliederung der Gruppe. Verf. hält es in Übereinstimmung mit Pavillard für wahr- scheinlich, daß die nächsten Verwandten der Chrytridineen unter den Sporozoen im Tierreich zu suchen sind. J. Beguinot A. Flora Padovana. Parte seconda (Enumerazione delle specie), fasc. II (pag. 409—607). Padova (Tipografia del SemiDario), 1911. 8°. Bernard N. Les Mycorhizes des Solanum. (Annales des Sciences Naturelles. 9. se>ie, Botanique, tome XIV., nr. 4—6, pag. 235 —258.) 12 flg. en texte. Bitter G. Revision der Gattung Polylepis. (Englers Botan. Jahr- bücher, XLV. Bd., 1911, V. Heft, S. 564—656, Tat'. IV— X.) " 16 Textflg., 1 Verbreitungsarte. Bulletin d'Horticulture Mediterraneenne. Directeur: Georges Poirault. Depot general: Librairie Vial, 34, nie d'Antibes, Cannes. 8°. Ire Serie, Nr. 1. 60 pag. — Fr. 2.—. Burg elf H. Die Anzucht tropischer Orchideen aus Samen. Neue Methoden auf der Grundlage des symbiotischen Verhältnisses von Pflanze und Wurzelpilz. Jena (G. Fischer), 1911. 8°. 89 S., 42 Textabb. — Mk. 3.50. Chevalier A. Sudania. Enumeration des plantes recoltees en Afrique tropicale. Tom I. (Autographie.) 4°. — Mk. 25. — . Claussen P. Zur Entwicklungsgeschichte der Ascomyceten. Pyro- nema confluens. Zeitschrift für Botanik, IV. Jahrg., 1912, 1. Heft, S. 1—64. Taf. I — VI.) 8°. 13 Textabb. Eine sehr sorgfältige Arbeit, die unsere Kenntnisse üher den Sexual- vorgang der Art, den Harper beschrieben hat, wesentlich vertieft. Zahl- reiche Kerne wandern aus dem Antheridium durch die Trichogyne in das Ascogon ein und paaren sich mit den Ascogonkernen. Eine Verschmelzung der Kernpaare tritt nicht ein, sondern sie treten in die zahlreich aus dem Ascogon aussprossenden ascogenen Hyphen ein und können sich konjugiert teilen. Endlich kommen ihre Deszendenten in den jungen Ascis zur Ver- schmelzung. Bei der Bildung eines jeden Ascus bleiben zwei Kerne ver- schiedenen Geschlechtes in Reserve. Diese teilen sich konjugiert in ein Kernpaar für einen neuen Ascus und zwei Reservekerne. Heterotypisch ist allein die erste Teilung im Ascus. Pyronema folgt also dem allgemeinen Generationswechselschema. Spore, Mycel und Sexualorgane bilden den Gametophyten. W. Co st antin J. Les Orchidees cultivees. Description complete des especes. Fasc. 2 (pag. 49-80, fig. 124—303). Paris (E. Orlhac). 4°. — Fr. 3.25. — — Atlas des Orchidees cultivees. Fasc. 3, 4 (tab. 7 — 12, pag. 17—32). Paris (E. Orlhac). 4°. — Fr. 2.90. Eriksson J. Der Malvenrost [Puccinia Malvacearum Moni), seine Verbreitung, Natur und Entwicklungsgeschichte. (Kungl. Svenska Vetenskapsakademiens Handlingar, Bd. 47, Nr. 2.) üppsala und Stockholm, 1911. 4°. 125 S., 18 Textabb., 6 Tafeln. Fedde F. Justs botanischer Jahresbericht. XXXVI. Jahrg. (1908), 2. Abteilung, 6. Heft (Schluß, S. 801—999). XXXVII. Jahrg. 97 (1909), 2. Abteilung, 2. Heft (S. 321—480). Leipzig (Gebr. Bornträger), 1911. 8°. — Mk. 12*35, Mk. 950. Fehär J. Über die Cleistopetalie und andere blütenbiologische Erscheinungen bei Convolvulus arvensis. [Botanikai Közleraenyek, 1911, Heft 5—6, S. 152—163 und (27)— (28).] 8°. 3 Textabb. Fries K. E. Zur Kenntnis der Cytologie von Hygrophorus coni- cus (Svensk Botanisk Tidskrift, 5. Bd., 1911, 3. Haft., S. 241 bis 251.) 8°. 1 Tafel. Bei Hygrophorus conicus sind zwar die Tramazellen mit Kernpaaren, die subhymenialen Zellen und die Basidien aber nur mit je einem einzigen (Univalenten) Kern versehen. Wie der Übergang von der Zweikernigkeit zur Einkernigkeit zustande kommt, konnte nicht beobachtet werden. In der Basidie findet dementsprechend weder eine Kernverschmelzung noch eine Keduktionsteilung statt und jede Basidie trägt nur zwei Basidiosporen. H. conicus ist also nach dem Verf. ein Basidiomycet, welcher seinen ganzen Entwicklungsgang mit der haploiden Chromosomenzahl durchmacht und welchem die diploide Phase fehlt. Dies ist insoferne nicht ganz richtig, als ja das eingangs erwähnte Stadium mit Kernpaaren als diploide Phase auf- gefaßt werden muß. Abweichend vom gewöhnlichen Schema ist vielmehr der derzeit noch unbekannte Modus und Zeitpunkt der Chromatinreduktion. J. Handwörterbuch der Naturwissenschaften. Herausgegeben von E. Korscheit (Zoologie), G.Link (Mineralogie und Geologie), G. Oltmanns (Botanik), K. Schaum (Chemie), H. T. Simon (Physik), M. Verworn (Physiologie), E. Teichmann (Haupt- redaktion). Jena (G. Fischer), 1912. Erste Liefg. d. I. Bandes (S. 1—160), Fig. 1—62. — Mk. 2-50. Inhalt: Abbau — Algen. Hausrath H. Pflanzengeographische Wandlungen der deutschen Landschaft. (Aus der Sammlung „Wissenschaft und Hypothese", XIII.) Leipzig u. Berlin (B. G. Teubner), 1911. kl. 8°. 274 S. — Mk. 5. Hegi G. Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 29. Lieferung (Bd. III, S. 377-424, Fig. 607—621, Taf. 106—108) und 30. Lieferung (Bd. III, S. 425—472, Fig. 622—643, Taf. 109 bis 111). München (J.F.Lehmann) und Wien (A. Pichlers Wwe. und Sohn). 4°. — Je Mk. 1-50. Inhalt: Schluß der Caryophyllaceae,Nymphaeaceae, Ceratophyllaceae, Beginn der Ranunculaceae. Zwecks rascherer Beendigung des Werkes wurden zwei neue Mit- arbeiter gewonnen. Hegi selbst wird den Band III vollenden und den Band IV ausarbeiten. Die Bearbeitung des V. Bandes hat Hans Hai Her (Leiden), jene des VI. Bandes August v. Hayek (Wien) übernommen. Kirchstein W. Kryptogamenflora der Mark Brandenburg. VII. Band: Pilze. 2. Heft (Bogen 11-19). Leipzig (Gebr. Borntraeger), 1911. 8°. Illustr. Koidzumi G. Revisio Aceracearum Japonicarum. (Journal of the College of science, Imperial University, Tokyo, Vol. XXXII, Article I.) Tokyo, 1911. 8°. 75 pag., 33 tab. Kolle W. und Hetsch H. Die experimentelle Bakteriologie und die Infektionskrankheiten mit besonderer Berücksichtung der Immunitätslehre. Dritte, erweiterte Auflage, II. Bd. (S. 497 bis 98 968, Taf. 50—98, Textabb. 69—180.) Berlin und Wien (ürban u. Schwarzenberg), 1911. 8°. — Mk. 34. Ko Orders S. H. Exkursionsflora von Java, umfassend die Bluten- pflanzen mit besonderer Berücksichtigung der im Hochgebirge wildwachsenden Arten. I. Band: Monokotyledonen. Jena (G. Fischer), 1911. 8°. 413 S., 7 Tafeln, 30 Textabb. — Mk. 24. Ein Buch, das nicht nur allen Pflanzengeographen, sondern auch allen Botanikern, die Buitenzorg und damit Java besuchen, sehr willkommen sein wird. Es strebt zwar nur Vollständigkeit bezüglich der Hochgebirgs- flora (über 1800 m) an, enthält aber docb auch für die Ebene und die niedere Bergregion viele Angaben. Der Text enthält Bestimmungstabellen, kurze Diagnosen, einheimische Namen und Verbreitungsangaben. Einzelne Textillustrationen erhöhen die Benützbarkeit. W. Kops J., Eeden F. W. van, Vuyck L. Flora Batava. Afbeelding en Beschrijving van Nederlandsche Gewassen, 364e— 367e Af- levering. 's-Gravenhage (M. Nijhoff), 1911. 4°. 20 Tafeln mit Text. Kurssanow L. Über Befruchtung, Keifung und Keimung bei Zygnema. (Flora, N.F., 4. Bd., 1. Heft, S. 63-84, Taf. 1-4.) 8°. Limanowska H. Die Algenflora der Limmat vom Zürichsee bis unterhalb des Wasserwerkes. (Archiv für Hydrobiologie und Planktonkunde, Bd. VII, 1911/12.) Stuttgart (E. Schweizerbart), 1911. 8°. 149 S., 1 Karte, 9 Textabb. Lindau G. Generalregister für die Bände 1 bis 50 der „Hed- wigia". Dresden (C. Heinrich), 1911. 8°. 186 S. Lovink H. J. Jaarboek van het Departement van Landbouw in Nederlandsch-Indie 1910. Batavia, 1911. gr. 8°. 436 pag., illustr. Moesz G. A gombän elö gombäk. (Auf Pilzen lebende Pilze.) (Termezzettudomänyi Közlöny, CII— CHI, 1911.) 8°. 30 pag., 27 fig. — — Beiträge zur Flora des Komitates Bars. Das Zsitvatal. [Botanikai Közlemenyek, 1911, Heft 5—6, S. 171—185 und (30) -(33).] 8°. 2 Karten. Mo ss C. E. The Cambridge British Flora. Cambridge University Press, 1911. Folio. Illustr. by E. W. Hunnybun. Vollständig in ungefähr 10 Bänden. — Preis jedes Bandes 45 s., für Sub- skribenten 40 s. Pantu Z. C. Contributiuni nouä la Flora Ceahläului. (Analele academiei Romane, seria IL, tom. XXXIII., memoriile sectiunii stiintifice.) Bucuresti, 1911. 4°. 54 pag. Pa'r montier P. Recherches anatomiques et taxinomiques sur les Juglandacees. (Revue generale de Botanique, tome XXIII, nr. 272, pag. 341—364, tab. 8—11.) 8°. P rings heim E. G. Die Reizbewegungen der Pflanzen. Berlin (Julius Springer), 1912. 8°. 326 S., 96 Textabb. — Mk. 12. Rombach S. Die Entwicklung der Samenknospe bei den Cras-1 sulaceen. (Re cueil des Travaux Botaniques Neerlandais, vo. VIII, livr. 2, pag. 182—200.) 8°. 10 Textfig. 99 Schröder B. Adriatisches Pbytoplankton (Sitzungsber. d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem.-naturw. Klasse, Bd. CXX, Abt. I, Heft V, Mai 1911, S. 601—657.) 8°. 16 Textabb. Schuster J. Monographie der fossilen Flora der Pithecan- thropus-Schichten. (Abhandlungen d. königl. Bayerischen Akad. d. Wissensch., mathem.-physikal. Klasse, XXV. Bd., 6. Ab- handl.) München, 1911. 4 Ü . 70 S., 27 Tafeln. Eine sehr sorgfältige Bearbeitung der fossilen Pflanzen aus den Ab- lagerungen bei dem durch die Auffindung des Pithecanthropus berühmt gewordenen Orte Trinil auf Java. Die Ergebnisse sind anthropologisch und pflanzengeographisch wichtig. Sie lauten: 1. Die fossile Flora der Pithe- canthropus-Schichten gehört ein und derselben Epoche ohne wesentliche klimatische Schwankungen an. 2. Sie enthält nur heute noch lebende Arten und ist daher nicht älter als diluvial. 3. Sie spricht für ein im allgemeinen kühleres und regenreicheres Klima zur Zeit der Ablagerung im Vergleiche zu dem jetzt in dem gleichen Gebiete herrschenden. 4. Sie fällt daher in den der Mindeleiszeit entsprechenden Höhepunkt der großen Pluvialperiode. 5. Ihre Zu- sammensetzung besteht aus dem Ursprünge nach verschiedenen Elementen. W. Bemerkungen über Podozumites. (Ber. d. deutsch, botan. Gesellsch., XXIX. Bd., 1911, Heft 7, S. 450—456, Tafel XVII.) 8°. 4 Textabb. Verf. erbringt neues schönes Beweismaterial dafür, daß Podozamites distans eine Konifere ist und daß • Cycadocarpidium Erdmanni und C. Swabii als Infioreszenzteile dazugehören. Der vom Verf. — wenn auch nur sehr bedingt — vertretenen Ansicht, daß die Blütenverhältnisse von Podozamites für die Delpino sehe Auffassung der Koniferenblüten sprechen, kann Bef. nicht zustimmen. Die Abbildungen des Verf. zeigen nichts anderes, als daß die P.-Blüten Koniferenblüten mit Deckblättern waren, die den vegetativen Blättern sehr ähnlich sahen. W. — — Weltrichia und die Bennettitales. (Kungl. Svenska Vetens- kapsakademiens Handlingar, Bd. 46, Nr. 11.) Uppsala und Stockholm, 1911. 4°. 57 S., 25 Textfig., 7 Tafeln. — — Zur Kenntnis der Bakterienfäule der Kartoffel. (S.-A. aus „Arbeiten der kaiserl. Biologischen Anstalt für Land- und Forst- wirtschaft", VIII. Bd.. Heft 4.) 4°. 46 S., 13 Textabb., 1 Tafel. Shull G. H. Siehe Festschrift für Mendel. Sudre H. Rubi Europae vel Monographia iconibus illustrata Ruborum Europae. Fase. IV (pag. 121 — 160, tab. CXX— CLV). Albi (propriete de l'auteur), 1911. Folio. Svedelius N. Über den Generationswechsel bei Delesseria san- guinea. (Svensk Botanisk Tidskrift, Bd. 5, 1911, Haft. 3, S. 260 bis 324, Taf. 2, 3.) 8°. Eingehende Untersuchung der Entwicklung der Tetrasporen, nament- lich der dabei stattfindenden Kernteilungsvorgänge sowie der somatischen Kernteilungen in der Tetrasporenpflanze und in der Geschlechtspflanze. In Übereinstimmung mit Yamanouchis Beobachtungen an Polysiphonia violacea kommt Verf. zu dem Ergebnis, daß die Geschlechtspflanze als die haploide und die Tetrasporenpflanze als die diploide Generation aufzufassen ist. Gonimoblast und Karposporen stellen nur eine epiphytisch-parasitische Phase der diploiden Generation dar. Es liegt also bei den Florideen eine Vereinigung von homomorphem („homologem") und heteromorphem (anti- thetischem) Generationswechsel vor, ein Verhältnis, das man als kratomorpheu (gemischtgestaltigen) Generationswechsel bezeichnen könnte. Interessant sind auch einige cytologische Details bei der Kernteilung sowie der Nachweis von plasmodesmenähnlichen Poren in der Tetrasporenmembran. J. 100 Szuräk J. Beiträge zur Kenntnis der Moosflora des nördlichen Ungarns. II. Mitteilung, [ßotanikai Közlemenyek, 1911, Heft 5 bis 6, S. 164—171 und (29)— (30).] 8°. Tansley A. G. Types of British Vegetation. By raembers of the central cornmittee for the survey and study of British Vegetation. Cambridge (University Press), 1911. 16°. 36 tab., 21 fig. in the text. Thellung A. Über die Abstammung, den systematischen Wert und die Kulturgeschichte der Saathaferarten (Avenae sativae Cosson). Beiträge zu einer natürlichen Systematik von Avena sect. Euavena. (Vierteljahrsschrift der Zürich. Naturf. Gesellschaft, 56. Jahrg., 1911, III. Heft, S. 293—350.) 8°. Eine auf gründlichen Studien beruhende Behandlung der Systematik der kultivierten Haferformen, die zu sehr beachtenswerten Resultaten führt. Darnach ist die Sammelart Avena sativa keine systematische Einheit, sondern ein Gemisch phlogenetisch sehr verschiedener, durch Konvergenz ähnlich -gewordener Formen. Nachstehende Übersicht zeigt die Beziehungen der kultivierten Haferformen zu wildwachsenden Typen: Kulturformen Wildformen 1. A. sativa L. \ . r . T 2. A. nuda L. } ' ' " ' A ' f atua K 3. A. strigosa Schreb. . . A. barbata Pott et Lk. 4. A. byzantina Koch . A. sterilis L. 5. A. abyssinica Höchst. . A. Wiestii Steud. W. Thoday (Sykes) M. G. The female inflorescence and ovules of Gnetum africanum, mth Notes on Gnetum scandens. (An- nais of Botany, vol. XXV, nr. C, October 1911, pag. 1101 — 1135, tab. LXXXVI, LXXXVII.) 8°. 16 fig. in the text. Toepffer A. Salicologische Mitteilungen Nr. 4 (pag. 171—220). München (Selbstverlag), 1911. 4°. Inhalt: 12. Zu A. und J. Kerners Herbarium österreichischer Weiden. — 13. Sectiones Salicum. — 14. Übersicht der iteologischen Lite- ratur 1910 — 1911. — Schedae zu Toepffer, Salicetum exsiccatum, fasc. VI, nr. 251—300 und Nachträge zu Fasc. I— V. Tubeuf K. v. Über die Natur der nichtparasitären Hexenbesen. Naturwissensch. Zeitschrift für Forst- und Landwirtschaft, 10. Jahrg., 1912, 1. Heft, S. 62-64.) 8 n . 1 Textabb. Tuzson J. Magyarorszäg fejlödestörteneti növenyföldrajz&nak föbb vonäsai. (Math, es termeszettud. ertesitö, XXIX. kötet, 4. füzet., pag. 558—589.) 8°. 1 Karte. — — Die Arten der Gattung Daphne aus der Subsektion Cneorum. [Botanikai Közlemenyek, 1911, Heft 5 — 6, S. 135 bis 152 und (19)— (27).] 8°. Genaue morphologische und anatomische Untersuchung der hierher gehörigen Arten, namentlich der D. arbuscula und D. cneorum. Verf. ge- langt zu folgender systematischen Gruppierung d^r Formen: 1. Daphne arbuscula Celak. (= Bozalia arbuscula A. Richter) mit f. hirsuta (Celak.) und f. ylabrata Celak, 2. Daphne petraea Leybold, 3. Daphne striata Tratt. mit f. subcuneata Tuzson und f. lombardica Tuzson, 4. Daphne Cneorum L. mit f. dilatata Tuzson, f. Verloti (Gren. et Godr.) Tuzson, f. arbusculoides Tuzson, f. oblonga Tuzson, f. pyrenaica Tuzson, f. obovata Tuszon, f. Röhlingii Tuzson, f. canescens Tuzson, f. acutifolia Tuzson. J. 101 Urban J. Symbolae Antillanae. Vol. VII, Fase. I (pag. 1 — 160). Lipsiae (Fratres Borntraeger), 1911. 8°. — Mk. 12 '50. Inhalt: 0. E. Schulz, Begnnia; H. et J. Groves, Characeae; 0. E. Schulz, Beureria-, Urban, Über irrtümliche Etiquettierung; 0. E. Schulz, Compositarum genera nonnulla; H. Solerede r, Johann Wilhelm Crudy; J. Urban, Nova genera et species V. Voß W. Moderne Pflanzenzüchtung und Darwinismus. Ein Bei- trag zur Kritik der Selektionshypothese. Godesberg-Bonn (Naturwissensch. Verlag), 1911. 8°. 89 S., 2 Tafeln. — Mk.1'20. Warnstorf C. Spliagnales-Sjthafjnaceae (Sphagnologia universalis). (A. Engler, Das Pflanzenreich, 51. Heft.) Leipzig (Wilhelm Engelmann), 1911. 8°. 546 S., 85 Textabb. — Mk. 27-50. Warthiadi D. Veränderungen Pflanze unter dem Einfluß von Kalk und Magnesia. München (Fr. Gaisj, 1911. 8°. 154 S., 49 Textabb. — Mk. 5. Wernham H. F. Fioral Evolution, with particular reference to the Sympetalous Dicotyledons. III. The Pentacyclidae. IV. Tetracylidae: Part I. Contortae, Part II. Tubiflorae. (New Phytologist, vol. X, 1911, nr. 5/6. pag. 145—159, nr. 7/8, pag. 217-226, nr. 9/10, pag. 293-305.) 8°. Wigand F. Mikroskopisches Praktikum. Eine leicht faßliche Anleitung zur botanischen und zoologischen Mikroskopie. Godes- berg-Bonn (Naturwissensch. Verlag), 1912. kl. 8°. 156 S. ; zahlr. Textabb. — Mk. 1-50. Nur für den wirklichen Anfänger brauchbar, aber diesem manches bietend. In bezug auf jede, etwas größeren Anforderungen entsprechende Technik (Tinktionen, Fixierungen, Herstellung von Dauerpräparaten außer Glyzerinpräparaten) versagt das Buch. Die Bilder sind meist gut und werden dem Anfänger die Orientierung erleichtern. W. Willmott E. The genus Rosa. Part XIV, XV, XVI. London (J. Murray), 1911. Folio. 22 Tafeln mit Text. Willstätter K. Untersuchungen über Chlorophyll. XVI— XVIII. (Justus Liebigs Annalen der Chemie, 382. Bd., S. 129—194; 385 Bd., S. 156—188, Taf. I— V; 385. Bd.. S. 188—225.) 8°. XVI. R. Willstätter und M. Utzinger, Über die ersten Um- wandlungen des Chlorophylls. — XVII. R. Willstätter, A. Stoll und M. Utzinger, Absorptionsspektra der Komponenten und ersten Derivate des Chlorophylls. — XVIII. R. Willstätter und Y. Asahina, Über die Reduktion des Chlorophylls I. Winkler Hans. Über Pfropfbastarde. (Verhandl. d. Gesellsch. deutscher Naturforscher und Ärzte, 83. Versammlung zu Karls- ruhe, 1911, 1. Teil, S. 61—79.) 8°. Untersuchungen über Pfropfbastarde. I. Teil: Die unmittel- bare gegenseitige Beeinflussung der Pfropfsymbionteu. Jena (G. Fischer), 1912. 8°. 186 S., 2 Textabb. Beginn einer breit angelegten Monographie über das gesamte Pfropf- bastardproblem. Der vorliegende erste Band beschäftigt sich nach einer Einleitung, in welcher Verf. eine Begriffsbestimmung und Einteilung der Bastarde überhaupt gibt, mit den „Modifikations-Pfropfbastarden", d. h. mit der Frage nach der unmittelbaren gegenseitigen Beeinflussung von Reis und Unterlage. Nach einer sehr eingehenden Behandlung des Themas, bei welcher 102 die zahlreichen, in der Literatur verzeichneten einschlägigen Fälle kritisch besprochen werden, kommt Verf. zu dem Schluß, daß kein einziger beweis- kräftiger Fall bekannt sei, in welchem der eine Partner durch den Einfluß des andern in seinen spezifischen Eigenschaften entweder selbst oder in seiner Nachkommenschaft verändert wird, daß also Modifikations-Pfropf- bastarde nicht existieren. Der zweite Band des Buches wird die Chimären bildung, der dritte Band die durch Zellverschmelzung entstandenen (eigent- lichen) Pfropfbastarde zum Gegenstand haben. J Akademien, Botanische Gesellschaften, Vereine, Kongresse etc. K. k. zoologisch-botanische Gesellschaft in Wien. Stiftung einer Bainer-Preis-Medaille. Im Jahre 1912 sind es 50 Jahre, seitdem Erzherzog Rainer das Protektorat der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien übernahm. Aus Anlaß dieses Jubiläums beschloß der Aus- schuß der Gesellschaft, die Stiftung einer Medaille, deren erstes Exemplar dem Erzherzog-Protektor überreicht wird, während sie in Zukunft für besonders verdienstliche Forschungen auf dem Gebiete der Botanik und Zoologie verliehen werden soll. Nach dem Wortlaute des Statutes wird die Medaille solchen Forschern zuerkannt, „welche jeweilig im Laufe der zehn letztverflossenen Jahre durch eine bedeutsame Entdeckung oder durch ein zusammen- fassendes Werk eine ganz wesentliche Förderung der Erkenntnis bewirkten oder durch solche Leistungen auf die Entwicklung der wissenschaftlichen Forschung einen besonders fördernden Einfluß nahmen. Hiebei sind insbesondere jüngere Forscher zu berück- sichtigen". Alle zwei Jahre werden zwei Medaillen verliehen, von denen eine für Leistungen auf dem Gebiete der Zoologie und eine für solche auf dem Gebiete der Botanik bestimmt ist. Aus- geschlossen von der Verleihung sind die Mitglieder des Präsidiums der Gesellschaft und die Mitglieder der die Zuerkennung be- stimmenden Kommission. Die erste Medaille für Botanik wird 1912 verliehen; die Mitglieder der Verleihungskommission sind: Engler (Berlin), Goebel (München), Molisch (Wien), S olms-Laubach (Straß- burg), Strasburger (Bonn), Warming (Kopenhagen), Wett- stein (Wien). Botanische Forschungs- nnd Sammelreisen. Architekt R. Kmunke (Wien) hat eine Expedition nach Ostafrika unternommen und weilte im Dezember v. J. längere Zeit im Gebiete des Elgon, von wo er eine größere Sendung von bemerkenswerten Pflanzentypen an das botanische Institut der Wiener Universität abschickte. 103 Personal-Nachrichten. Der durch seine Beschäftigung mit Pflanzengallen bekannte Wiener Botaniker Michael Ferdinand Müll n er ist am 2. Fe- bruar 1912 im 65. Lebensjahre gestorben. Er hat sein Her- barium der botanischen Abteilung des naturhistorischen Hof- museums und ein im XV. Bezirke Wiens gelegenes Haus der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft testamentarisch vermacht. Dozent Dr. Otto Porsch (Wien) wurde an Stelle des nach Graz versetzten Prof. Dr. Karl Linsbauer mit der Abhaltung von Vorlesungen über Botanik an der Universität Czernowitz und mit der Leitung des botanischen Gartensund Institutes daselbst betraut. Privatdozent Dr. Friedrich Vierhapper wurde als Nach- folger von Dr. Otto Porsch zum Honorardozenten für Botanik an der Tierärztlichen Hochschule in Wien ernannt. Dr. Hermann Cammerloher, bisher Assistent für Botanik an der Zoologischen Station in Triest, wurde zum Assistenten am botanischen Garten und Institut der Universität Czernowitz bestellt. Privatdozent Dr. Erwin Janchen, bisher Demonstrator am botanischen Garten und Institut der Universität Wien, wurde zum Assistenten daselbst, Cand. phil. Franz v. Frimmel wurde zum Demonstrator daselbst bestellt. Dr. Julius Schuster hat sich an der Universität München für Botanik und Paläontologie habilitiert. Professor Dr. Artur Meyer, Direktor des botanischen Gartens der Universität Marburg, wurde zum Geheimen Regierungsrat ernannt. Miss Susan Maria Hallo well, emer. Professor der Botanik am Wellesley College (Wellesley, Mass., U. S. A.) ist im Alter von 76 Jahren gestorben. (Naturw. Rundschau.) Dr. Otto Vernon Darbishire wurde zum Lecturer in Botany und zum Head of the Botanical Department an der Universität Bristol (England) ernannt. (Botan. Centralblatt.) Paul Girod, Professor der Botanik an der Universität Clermont-Ferrand (Frankreich) ist gestorben. (Botan. Centralblatt.) Inhalt der Februar/März-Nnmmer: Prof. Dr. Günther Kitter von Mannagetta und Lerchenau: Pinguicula norica, eine neue Art aus den Ostalpen. S. 41. — Jaroslav Peklo: Bemerkungen zur Ernährungsphysiologie einiger Halophyten des Adriatischen Meeres. S. 47. — Alois Tejber: Beitrag zur Flora Niederösterreichs und Dalmatiens. S. 62. — Friedrich Vier- happer: Conioselinum tataricum, neu für die Flora der Alpen. (Schluß.) 8. 66. — Dr. Rudolf Scharfetter: Die Gattung Suponaria Subgenus Saponariella Simmler. (Fort- setzung.) S. 74. — Literatur-Übersicht. S. 89. — Akademien, Botanische Gesellschaften, Vereine, Kongresse etc. S. 102. — Botanische Forschungs- und Sammelreisen. S. 102. — Personal- Nachrichten. S. 103. Redaktion: Prof. Dr. B. T. Wettstein, Wien, 3/3, Rennweg 14. Verlag von Karl Gerolds Sohn in Wien, I., Barbaragasse 2. Die „Österreichische botanische Zeitschrift" erscheint am Ersten eines jeden Monates und kostet ganzjährig 16 Mark. Zu herabgesetzten Preisen sind noch folgende Jahrgänge der Zeitschrift zu haben 1852/58 ä M. 2- — , 1860/62, 1864/69, 1871, 1873/74, 1876/92 ä M. 4-—, 1893/97 ä M. 10-—. Exemplare, die frei durch die Post expediert weiden sollen, sind mittels Postanweisung direkt bei der Administration inWien, L, Barbaragasse 2 (Firma Karl Gerolds Sohn), zu pränumerierer.. Einzelne Nummern, soweit noch vorrätig, ä 2 Mark. , Ankündigungen weiden mit 30 Pfennigen für die durchlaufende Petitzeile berechnet. 104 INSERATE. Preisherabsetzung älterer Jahrgänge der „Österr. botanischen Zeitschrift". Um Bibliotheken und Botanikern die Anschaffung «älterer Jahrgänge der „Österr. botanischen Zeitschrift" zu erleichtern, setzen wir die Ladenpreise der Jahrgänge 1881—1892 (bisher ä Mk. 10.—) auf ä Mk. 4.— 1893-1897 ( „ „ „ 16.-) „ „ „ 10.- herab. Die, Preise der Jahrgänge 1852, 1853 (ä Mark 2.—), 1860 bis 1862, 1864—1869, 1871, 1873—1874, 1876—1880 (ä Mark 4.-) bleiben unverändert. Die Jahrgänge 1851, 1854 — 1859, 1863, 1870, 1872 und 1875 sind vergriffen. Die früher als Beilage zur „Österr. botanischen Zeitschrift" erschienenen 37 Porträts hervorragender Botaniker kosten, so lange der Vorrat reicht, zusammen Mark 35. — netto. Jede Buchhandlung ist in der Lage, zu diesen Nettopreisen zu liefern. Wo eine solche nicht vorhanden, beliebe man sich direkt zu wenden an die Verlagsbuchhandlung Karl Gerolds Sohn Wien, I., Barbaragasse 2. Im Verlage von Karl Gerolds Sohn in Wien, L, Barbaragasse 2 (Postgasse), ist erschienen und kann durch alle Buchhandlungen bezogen werden: AlpenMumen des Semmeringgebietes. (Schneeberg, Rax-, Schnee- und Veitschalpe, Schieferalpen, Wechsel, Stuhleck etc.) Kolorierte Abbildungen von 188 der schönsten, auf den niederösterreichischen und nordsteierischen Alpen verbreiteten Alpenpflanzen. Gemalt und mit er- läuterndem Texte versehen von Professor Dr. G. Beck von Mannag-etta. Zweite Auflage. — Preis in elegantem Leinwandband M. 4" — . Jede Blume ist : botanisch korrekt gezeichnet, in prachtvollem Farbendruck naturgetreu ausgeführt. »^t~. •^T'-. •-'N. .-r-. .^t-. «-^-+ .--t-. *>\*-9 .-t-. .-t--. .--K. •-'I*-. .^N« *-l~. .^t-. .^t--. .-I^. *^t-. ©-'T-. .^t-. .^-. .-"t-. .-'S. NB. Dieser Nummer ist Tafel I (Pekio) beigegeben. Buchdruckerei Carl Gerold's Sohn in Wien. OSTERREICHISCHE BOTANISCHE ZEITSCHRIFT. Herausgegeben und redigiert von Dr. Richard K. y. Wettstein, Professor an der k. k. Universität in Wien, unter Mitwirkung von Dr. Erwin Janchen, Privatdozent an der k. k. Universität in Wien. Verla«- von Karl Gerolds Sohn in "Wien. LXIL Jahrgang, Nr. 4. Wien, April 1912. Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Cousinia. Von Josef Bornmüller (Weimar). I. Neue Arten der orientalischen Flora. (Mit 2 Tafeln.) 1. Cousinia eburnea Bornm. (spec. nov. sectionis Homalo- chaetae Winkl.). — Tabula II, Fig. 1, Planta perennis (? biennis, pars inferior desideratur), ut videtur elata; caule glabro, eburneo-albido, exalatim remote foliato, apice oligoeephalo ; foliis utrimque glaberrirais, punetulis resinosis tantum adspersis, laete viridibus nervisque latiusculis albidis ad lobulos horizontales in spinas subvalidas exeuntibus per- cursis, ambitu lineari-lanceolatis (sumrais abbreviatis oblongo- lanceolatis), sinuatim pinnato-lobulatis lobulis margine subintegris, caulinis inferioribus (infimis exceptis?) subsessilibus, superioribus adnato-semiamplexicaulibus (brevissirae tantum basi cordata de- currentibus), majoribus 3 X 16 vel 4 X 12 (sumrais 3*5 X 6) cm latis longis, rhaehide 1*5 cm lata; capitulis majusculis, ovato- oblongis, 3 cm usque longis, 5 — 6 terrainaliter aggregatis sub- sessilibus, iDferioribus folio capitulum subaequante subinvolucratis ; involucri tenuiter arachnoideo-tomentosi phyllis c. 40, flavidis, omnibus stricte erectis subadpressisve (intimis exceptis), late lance- olatis nervoque mediano crassiusculo in spinam exeunte percursis, exterioribus basi 4 — 5 mm latis c. 20 mm longis, mediis (maximis) c. 30 ram longis; phyllis intimis chartaeeis, flavidis, 3 mm latis, lineari-lanceolatis, supra medium sensim paulo dilatatis acumina- tisque, phylla externa subsuperantibus sed non radiantibus; flos- culis purpureis, 20 — 24 mm longis, breviter exsertis; reeeptaculi setis c. 15 mm longis, laevissimis; corollae tubo quam limbus irregulariter 5-dentato-incisus sublongiore; achaeniis 5 mm longis, ecostatis, apice rotundatis, subcompressis; antherarum tubo glaberrimo, roseo; styli ramis divergentibus. österr. botan. Zeitschrift. 4. Heft. 1912. 8 106 Habitat in Persiae australis monte Kuh Bul, alt. c. 4000 m s. ra. (leg. clar. Stapf; Typus in Herb. Hort. Bot. Univ. Vindob.). Die völlig kahlen, glänzendgrünen, nur mit Papillen be- streuten, nicht herablaufenden Blätter, die völlig kahlen, elfen- beinweißen glatten Stengel, dazu die straff aufrechten Hüll- blätter räumen unserer zweifelsohne nur der Abteilung Homalo- chaete 0. Winkler (Synopsis in Act. H. Petrop., XII., p. 120; Mantissa, 1. c, XIV, 1U4) angehörenden neuen Art einen ziemlich isolierten Platz innerhalb der Gruppe ein, sodaß ein eingehender Vergleich mit bekannten Arten unnötig wird. Indessen sammelte Herr Dr. Stapf im gleichen Gebirge noch eine andere Cousinie, die ebenfalls neu ist und die man auf den ersten Blick für eine klein- köpfige Form der C. ebumea halten möchte. Habituell gleichen beide Arten einander sehr, die Form und Kahlheit der Blätter, auch die elfenbeinweißen Stengel sind bei beiden dieselben, ebenso die aufrechten Hüllblätter. Es sind aber letztere in der Form und Größe völlig verschieden und — obwohl bei dieser die Köpfe um reichlich ein Drittel kleiner — an Zahl um die Hälfte mehr (also nicht c. 40, sondern 60 und nicht c. 4 mm, sondern nur 1*5 mm breit). In Form, Größe und Bau des Köpfchens ähnelt diese zweite neue Art, von welcher ich eine kurze Diagnose folgen lasse, etwa der C. bachtiarica Boiss. et Hausskn., welch letztere der Section Orthacanthae 0. Winkl. angehört. 2. Cousinia Ottonis Bornm. 1 ) (spec. nov. sectionis Homalo- chaetae). — Tabula III, Fig. 4, 4 a. Planta perennis (vel biennis); caulibus erectis, glaberrimis, eburneis, exalatis, foliatis, oligocephalis; foliis glabris, sparsim tantum (praesertim subtus) resinoso-punctatis, laete viridibus, eburneo-nervosis, inferioribus (infimis desideratis) anguste lance- olatis, in petiolum attenuatis, sinuatim pinnato-lobatis, lobulis integris spinosis, superioribus abbreviatis, sessilibus, semiamplexicaulibus ; basi cordata adnatis, summis capitula inferiora subinvolucrantibus; capitulis 3 — 5, terminaliter aggregatis, brevipedunculatis sub- sessilibusve, ovatis, c. 1*5 X 2 cm latis longis, flavido-viridibus, tenuiter arachnoideo-tomentosis; involucri phyllis numerosis, c. 60 omnibus erectis subadpressisque, praeter intima angustissime lance- olatis, subtriquetris, spinescentibus, ab exterioribus c. 5 mm longis ad intima c. 18 mm longa gradatim longioribus, basi 1*5 mm latis; phyllis intimis chartaceo-stramineis, sublinearibus, 2 — 2 l / 4 mm latis, apice acuminatis, exteriora paulo superantibus sed non radi- antibus, margine minutissime serrulatis, apicem versus fimbriatulis; flosculis roseis, paulo exsertis ; receptaculi setis stramineis, glaberrimis, laevibus, c. 12 mm longis; achaeniis brunneis, *) Es sei mir gestattet, diese Art Herrn Dr. Otto Stapf zu widmen (der Name C. Stapfiana wurde bereits von Freyn und Sintenis für eine nordanatolische Art der Sektion Drepanophorae verwendet ; vergl. Österr. bolan. Zeitscbr., XLIV. [1894], S. 218). 107 elongato-obpyramidatis, subcompressis, subcostatis, apice rotundatis, edenticulatis, 2 mm latis, 6 mm longis. Habitat in Persiae australis monte Kuh Bul (6. IX., 1885 leg. cl. 0. Stapf; Typus in Herb. Hort. Bot. Univ. Vindob. et [ramulus benigne 20. 1. 1904 communicatus] in Herb. Bornm. Weimar). Unsere neue Art besitzt ganz die Tracht von C. eburnea Bornm., zeigt auch bezüglich der Gestalt und Kahlheit des Blattes und des Stengels kaum Unterschiede; im Hüllkelch sind beide Arten durchaus (spezifisch) verschieden (vergl. meine obigen Be- merkungen zu C. eburnea). Übrigens weisen noch einige andere südpersische Arten, diese sogar verschiedenen Sektionen ange- hörend, ganz dieselben vegetativen Teile auf (z. B. C. longifolia Winkl. et Bornm., G. steigern Winkl. et Bornm., C. fragilis Winkl. et Bornm., alle drei mit lockerästigem Blütenstand und weit- abstehenden Hüllblättern), so daß es bei dieser artenreichen Gattung nicht befremden darf, wenn wiederum zwei, in vieler Hinsicht ein- ander nahestehende Arten in einem und demselben Gebirge und vielleicht sogar nebeneinander wachsend angetroffen wurden. 3. Cousinia Alexeenkoana Bornm. (spec. nov. sect. Ortha- canthae). — Tabula II, Fig. 2. Perennis, glabra, e radice lignosa multieeps; caulibus albidis, glabris, ad Collum foliorum rudimentis dense vestitis, pedalibus (forsan quoque altioribus), infra medium divaricatim corymbose ramosis et decurrentim sed interrupte foliosis; foliis coriaeeis, utrinque concoloribus, viridibus vel paulo flavescentibus, lucidis, subtus sparsim resinoso-punetatis, nervo albo lato percursis prominenterque nervulosis; foliis radicalibus oblongis vel ob- longo-lanceolatis (5 — 6 cm latis et 1*2 — 1*5 cm longis), in petiolum longiusculum attenuatis, margine irregulariter sinuato-dentato- pinnatilobatis (rhachide 2—3 cm lata), lobis integris vel spinoso- dentatis, spinis longiusculis acerosisque; foliis caulinis abbre- viatis, oblongis, longispinosis, sinuato-dentatis, late et breviter euneato-decurrentibus; capitulis 12 — 14-floris, breviter peduneu- latis, quam folia floralia brevioribus, bracteatis, in corymbos densius- culos ordinatis, obconico-cyliudricis, basi roduntatis, cum flosculis exsertis 20 mm longis; involucri 15 mm longi phyllis c. 35, sordide stramineo-flavidis, opacis, brevissime hirtulis et laxissime arachnoideis, margine minutissime ciliato-serrulatis, omnibus erectis et (extimis quoque) inter se subaequilongis, extern is (interdum subvirescentibus) a basi intima 2 "5 — 3 mm lata sensim angustatis et in subulam subinermem vix vel paulo patentem acuminatis ; phyllis mediis linearibus, acuminatis (2 mm latis); phyllis intimis pallidis, membranaeeis, linearibus, infra apicem paulo dilatatis cuspidatisque; flosculis flavidis cum antherarum tubo glabro pallide roseo exserto c. 14 mm longis; corollae limbo 5-lobulato quam tubus (corollinus) c. 4 mm longus dupo longiore; 108 receptaculi setis seabris, caducis; achaeDÜs obpyramidatis, 5-costatis, subcorapressis, apice 5 dentatis (5 mra longis. 2 mm latis). Habitat in Persiae prov. Irak, in lapidosis inter Haserun et Koum (15. VII. 1902 cal. Julian, leg. cl. Th. Alexeenko; Typ. in Acad. scient. Petrop. et in Herb. Bornm.). Nach 0. Winklers Bestimmungsschlüssel in der „Mantissa" 1 ) ist die neue Art neben C. cylindracea Boiss. einzureihen. Von dieser ist sie weit verschieden durch den völlig anderen Bau der bedeutend größeren Köpfchen, welche denen von C. congesta Boiss. et Buhse am meisten ähneln. Dadurch, daß bei Alexeenkoana Bornm. die äußeren Hüllblätter der zylindrischen Köpfchen fast so lang als die inneren sind, daß also die Involucralblätter nicht dach- ziegelig angeordnet sind, ist diese Art von genannten und den anderen der Sektion vorzüglich zu unterscheiden. Die in der Tracht nicht unähnliche, ebenfalls völlig kahlblättrige C. decipiens Boiss. et Buhse (Buhse, Eiburs, tab. 6) besitzt ebenfalls durchaus anders gestaltete Hüllblätter, außerdem rote Blüten. Ich widme diese interessante neue Art ihrem Entdecker, dem um die Erforschung der zentralasiatischen Pflanzenwelt verdienst- vollen, leider sehr früh verstorbenen russischen Botaniker Th. Ale- xeenko, dem wir auch manchen wertvollen Fund aus der Flora Persiens zu verdanken haben. 4. Cousinia gilanica Bornm. (spec. nov. sectionis Ortha- canihae Wink!.). — Tabula II, Fig. 3. Planta araneoso-toraentosa, ex ramulis numerosis foliosis fragilibus tantum notis judicanda proximae affinitatis G. oligocephalae Boiss. et C. bachtiaricae Boiss. et Hausskn., ut videtur perennis caulibus coryraboso-ramosis (an planta humilis parce ramosa oligocephala?); foliis supra araneoso-griseis, subtus ut in caulibus adpresso-tomentosis albidis, caulinis (radicalibus ignotis) inferi- oribus oblongis cuneatim decurrentibus. super ioribus majusculis ellipticis vel ovatis (3*5 X 5 latis longis), late adnatis truncato subcordatis, omnibus margine leviter sinuato-lobatis, lobis late triangularibus in spinulam tenuem longiusculam sed acerosam ex- euntibus, summis late ovatis capitula soll tariasubsessilia (ad apicem ramulorum 1 — 8) occultantibus et ea subsuperantibus; capitulis ovato-oblongis (basi roduntatis), 15 mm longis, c. 15-floris; in- volucri laxe araneosi phyllis c. 45 adpressiusculis, rectis, sordide stramineis, ab infimis brevibus sensim auctis, praeter intima membranacea linearia subenervia anguste lanceolatis, a basi latius- cula (2 mm lata) sensim in subulam tnquetram sed innocuam a ) Es sind daselbst (S. 198) folgende irreführenden falschen Zahlen- verweise zu berichtigen: 7. Zeile von Absatz oben (Orthacanthae) lies 20 (statt 19) 12 Zeile von unten lies 19 (statt 20). Dieselben Fehler befinden sich bereits in der „Synopsis", 1. c, S. 214, Zeile 7 von Absatz oben und Zeile 5 von unten. 109 rectam paulo tantum patentem abeuntibus, omnibus raargine (sub lente) minutissime serrulatis; flosculis flavis, paulo exsertis, c. 11 mm longis; corollae tubo quam limbus 5-deatatus daplo breviore; antherarum tubo vix exserto, glabro, pallide roseo; receptaculi setis laevibus; pappi setis scabris, caducis; achaeniis (2X& mm latis Jongis) subcompressis, obsolete costatis truncatis et vix denticulatis, minute scrobiculatis marmoratisque. Habitat in Persiae prov. Gilan, in detritu lapidoso inter Kagostan et Kaswin (25. VII. 1902 cal. Julian, leg. cl. Th. Ale- xeenko, nr. 264; Typus in Herb. Acad. scient. Petrop. et in Herb. Bornm.). C. gilanica Bornm. ist am nächsten verwandt mit G. oligo- cephala Boiss. (Tafel II, Fig. 5) und G. bachtiarica Boiss. et Hausskn. (Tafel II, Fig. 4), die mir beide in Originalexemplaren zum Vergleiche vorliegen. Beide Arten besitzen indessen viel reich- blütigere Köpfchen von eiförmig-kugeliger Gestalt und mit anders geformten Hüllblättern. Bei C. gilanica sind die Köpfchen schmal- eiförmig und die Hüllblätter sind schmal-lanzettlich in eine feine, dünne Pfriemenspitze auslaufend, bei G. bachtiarica dagegen sind die Hüllblätter sehr schmal, starr und dornspitzig, während sie bei C. oligocephala fast angedrückt-dachziegelig, sehr kurz zugespitzt und dabei ebenfalls starr (dornig) sind. Ebenso ist das Indument bei allen drei Arten verschieden : C. oligocephala hat schwach be- haarte, fast kahle Stengel und Blätter; bei der ansehnlichen, breit- verzweigten C. bachtiarica deckt ein schwacher Filz, der später eine gelbliche Färbung annimmt, gleichmäßig Stengel und beide Blatt- seiten; bei C. gilanica sind Stengel und Blattunterseite angedrückt weißfilzig. Da von unserer neuen Art nur Zweigstücke vorliegen, so ist sehr wahrscheinlich, daß sie auch habituell, in der Art der Verästelung, sehr von genannten beiden Arten abweicht. (Fortsetzung folgt.) Die Gattung Saponaria Subgenus Saponariella Simmler. Eine pflanzengeographisch-genetische Untersuchung. Von Dr. Rudolf Scharfetter (Graz). (Mit 3 Kartenskizzen.) (Schluß. 1 ) Der Ausdruck „Oreopbyt" als Bezeichnung eines biologischen Elementes ist nur ein Notbehelf. Immerhin enthält ja der Begriff „Oreophyt" auch gewisse biologische Bestandteile, die regelmäßig mit dem Vorkommen in der „alpinen" Region verbunden sind: niedriger Wuchs, Schutz gegen Austrocknung usw. !) Vgl. Nr. 2/3, S. 74. 110 Anmerkungen zur Bestimmung des Florenelementes. Es wurden die Etiketten der Herbarien (H. Berol., H. Hofm. Wien) exzerpiert, insoweit sie für die Bestimmung der Floren- elemente Angaben enthalten, was leider nur selten der Fall war. 1. bellidifolia. Flora exsiccata Austro-Hangarica. Transsilva- nia. In praeruptis montis Skarisora ad pagum Poesaga in com. Torda-Aranyos ; solo calc. (Locus maxime septentrionalis.) G. et J. Wolff. (H. Berol.) — Aveyrou : La Panouse de Cernon, pelouses rocailleuses, fentes et pieds des rochers ä la Deveze. Rare. P. Martin. (H. Berol.) — Inherbidis montis Biokovo Dalm. Portenschi. (H. Hofm.) Rupestrib. calcareis m. Stol. Pancic (H. Hofm.). 2. lutea. Am südlichen Fuße des Mattern und der Rosa- gletscher in der Vai Tournanche, mit Sempervivam Braunii und Erysimum pumilum. 22. Sept. 1843. G. Reichenbach. (Herb. Berol.) — Mont-Cenis (versant Italien), sur les mamelons de la rive meridio- nale du lac; pelouses rocailleuses des hautes montagnes ; alt. 2000 m. P. Gave. (H. Berol.) — Grajische Alpen: Cogne, Matten über Chavanis nach Südosten, 2300— 2350 m. Diels. (H. Berol.) — Hegi, Illustr. Flora von Mitteleuropa, Bd. III, S. 348. 3. caespitosa.FloYü Galliae et Germaniae exsiccata de 0. B., 333. Fentes des rochers calcaires exposes an soleil ä Pena blanca (2300 m) [Pyrenees orientales]. Rec. par de Franqueville. (H. Berol.) — Rochers calcaires au versant sud du pic Blanc, ä 2600 m. pres de Gedre (Hautes Pyrenees). Rec. Bordere. (H. Berol., H. Hofm.) — Localite : Pic Blanc, Hautes-Pyreuees. Station: Sur les rochers calcaires, vers sud. 1800 m. J. Trapp fils. (H. Hofm.) 4. nana. Angaben in Hegi, Illustr. Flora von Mitteleuropa, Bd. III, S. 347. 5. pulvinaris. In rupestribus regionis alpinae montis Ak-Dagh. E. Bourgeau. Plantae Lyciae,~T860. (H. Hofm.) — Supra plumbi fo- dinas Güllek Magara in jugo Ketsiebele et Kara Kapu caespites densos hemisphaericos format. Alt. 8000 ped. Die 23 Jul. 1853. Th.Kotscby, IterOilicicum inTauri alpes „BulgarDagh". (Herb. Hofm.) 6. glutinosa. Nach AdamoviC, Die Vegetationsverhältuisse der Balkanländer: Ornus-Mischlaubwald. mediterrane Facies, Niederwuchs an lichten, sonnigen und steinigen Stellen, zer- streut auftretende Begleitpflanze (S. 137). Aesculus-Forma- tion. An lichteren, trockenen, steinigen Stellen, Kolonien bildende Begleitpflanze (S. 144). Runsen und Gerölleformation in der mediterranen Oase von Sv. Petka bei Sicevo (S. 205). Orabro- phobe Pflanze (S. 105). 7. depressa. Flora aetnensis. In regione „deserta" meridionali solo vulcanico 6000—9000'. 15. bis 16. Aug. 1873. P. Gabriel Strobl. (H, Hofm.) — In rupestribus et petrosis calcareis ad cacumen montis Talabor Kabyliae orientalis ad 1900 m. alt. 23. Jul. 1861. L. Kralik, Plantae Algerienses selectae. (H. Hofm.) — Todaro, 111 Flora Sicula exsiccata, n. 1458. In arenosis montosis-Madonie. Legit Gitarda. — Flora nebrodensis. In monte Scalone supra Polizzi solo calcareo. 23. Juli 1873. Leg. P. Gabriel Strobl. (H. Berol.) — In rupestribus et petrosis calcareis ad cacumen raontis Talabor Kabyliae orientalis ad 9000 ra alt. in Algeria. E. Oosson. (H. Berol.) 9. Hausshiechti. C. Haussknecht, Iter Graecum 1885. S. de- pressa Biv. f. minor [= Hansslcnechti Simmler]. Pindus Tymphaeus : In summo montis Zygos (Lakmon veter.) supra Metzovo, alt. 4500 bis 5000', substratu siliceo-serpentino. (H. Berol., H. Hofm.) 10. intermedia. De Heldreich. Iter quartum per Thessaliam, primumque in monte Pindo. S. depressa Bivona forma devestita [= S. intermedia Simmler]. Pindus Tymphaeus: In summi montis Zygös supra Metzovo regione silvatica, alt. 4500 — 5000', substratu sili- ceo-serpentino. (H. Berol.) — De Heldreich, Iter quartum per Thessaliam, primumque in monte Pindo. S. depressa Biv. forma devestita: Pindus Tymphaeus: In valle supeiiori Penei circa Mala- kasi. alt. 3000 — 3500', substratu siliceo-serpentino. (H. Berol., H. Hofm.) 12. calabrica. Huter, Porta, Rigo ex itinere italico III. S. ca- labrica Guss. Calabria II. in clivibus arenosis rupestrib. ad Catanzaro sec. viam. quae ducit ad Tiriolo. soI. g ran it. 300 m. 15. Maj. 1877. (H. Hotro.) — G. Rigo, Iter Italicum quartum anni 1898, Nr. 322. Calabria. Catanzaro. in glareosis schistosis montium. (H. Hofm.) — Dr. E. de Halacsy, Iter graecum secun- dum a. 1893. S. calabrica Guss. Epirus australis. In lapidosis silvaticis montium prope pagum Kaientini ad septentrionem urbis Arta. Alt. 300 m (H. Hofm.). 13. aenesia. De Heidreich, Plantae exsiccatae ex insula Cepha- lonia. Mons Aenos, in regione abietina, alt. 3500 — 5500'. (H. Berol.) 14. graeca. J. C. Spreizenhofer, Iter jonicum a. 1877, Nr. 135. Saponaria calabrica Guss. [= graeca Boiss. det. Simmler]. Corcyra (Corfu). Auf dem Wege, welcher vom Ostportale des Klosters hinab nach Signes führt. (H. Berol.) — J. C. Spreitzenhofer, Iter jonicum a. 1877. S. calabrica Guss. [= graeca Boiss. det. Simmler]. Corcyra (Corfu). Längs der Straße nach San Deca, sowohl auf der Erde als auch in den Ritzen der Straßenmauern. (H. Berol.) — Dr. E. de Halacsy, Iter graecum seeundum a. 1893. S. graeca. Arcadia. Ad ripas fluvii Voreikos prope pagum Kalavryta. Alt. 700 m. (H. Berol.) — Dr. C. Baenitz, Herb. Europaeum. S. graeca Boiss. Fl. Corcyrensis : In Weingärten vor Peleka. (H. Hofm.) — Ad rupes calcareas prope Gasturi et alibi Corcyra. Unger. (H. Hofm.) Friedrichsthal, Collect, itin. Graecia, Nr. 817. S. calabrica Guss. \= graeca Boiss. det. Simmler]. Insel Porös. Serpentinfelsen am Kloster der Pamegea Kandelota. (H. Hofm.) — Simmler, Monogr., S. 46: ölwald bei Barbuti (Kraskovits, H ü W.). 112 16. tnesogitana. P. Sintenis, Iter trojanum 1883, Nr. 139. S. mesogitana Boiss. Thymbra: In saxosis ad ripas Scamandri Fl. (H. Hofm., H. Berol.) 17. ocymoides. Hegi, Illustr. Flora von Mitteleuropa, III. Bd., S. 346. — Schröter, Pflanzenleben der Alpen, S. 739. 18. officinalis. Adamovic, 1. c, S. 217, S. 275, S. 105. — Beck, Die Yegetationsverhältnisse der illyrischen Länder, S. 238. — Hegi, 1. c, S. 344. Die Verbreitung der Gattung Saponaria. Damit wir uns über die pflanzengeographisch- genetische Stellung des Subgenus Saponariella ein abschließendes Urteil bilden können, wird es sich empfehlen, auf die Gesamtverbreitung des Genus Saponaria einen Blick zu werfen (vergl. die Tabelle). Wir entnehmen daraus, daß Kleinasien mit 12 Arten das gegen- wärtige Artenzentrum der Gattung ist, dann folgt die Balkan- halbinsel mit 8 Arten. Wir werden wohl in Berücksichtigung der heutigen Verbreitung und des phylogenetischen Zusammenhangs der einzelnen Arten, wie er sich aus den morphologisch-systema- tischen Studien ergibt, mit aller Wahrscheinlichkeit folgern dürfen : Die Gattung Saponaria ist mediterranen Ursprungs. Ich versuchte in dieser Tabelle aber auch das relative Alter der Arten anzugeben. Es ist selbstverständlich, daß diese Altersbestim- mung, trotzdem sie nicht rein willkürlich, sondern auf Grund syste- matischer Angaben vorgenommen wurde, subjektiver und hypothe- tischer Natur sein muß. Aber in die letzten dunklen, unerforschten Zusammenhänge der Naturwissenschaften muß immer noch die Hypothese einen Lichtschimmer vorauswerfen, in der Hoffnung, daß uns mit fortschreitender wissenschaftlicher Erkenntnis diese Zusammenhänge klar werden, die wir zunächst als möglich, dann als wahrscheinlich, schließlich als gesichert ansehen können. In diesem Sinne möge es verstanden sein, wenn ich die „guten" Arten, die ich zugleich als „alte" Arten betrachte x ), mit einem stehenden Kreuz (-f-) bezeichne, die Arten, die untereinander in näherer Verwandtschaft stehen, als „junge'' Arten betrachte und mit einem liegenden Kreuz (x) bezeichne und schließlich jene Arten, die zweifellos untereinander Übergänge erkennen lassen (z. B. calabrica, graeca usw.), als „jüngste" Arten mit einem kleinen Kreis (O) in die Tabelle einstelle. Nach dieser relativen Altersbestimmung enthält die Gattung Saponaria 15 alte Arten 7 junge Arten 7 jüngste Arten. Wenn wir nun die geographische Verbreitung dieser Alters- typen betrachten, so kommen wir zu dem sehr interessanten Er- *) Ich weiß sehr wohl, daß „gute" Arten nicht immer zugleich „alte" Arten sein müssen, doch glaube ich bei der Gattung Saponaria diesen Schluß machen zu dürfen. 113 Die Verbreitung der Gattung Saponaria. Name der Art Alte, gute Art -f- Junge Art mit nahverwandten P'ormen X Art mit Charakter einer Varietät, jüngste Formen O o 32 M W P4 Cm 3 & 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 1-2. 13. 14. 15. IG. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. bellidifolia lutea caespitosa nana pulvinaris glutinosa depressa cypria Haussknechti intermedia pamphylica calabrica acnes ia graeca Dalmasi mesogitana ocymoides officinalis orientalis syriaca viscosa tridentata chloraefolia cerastoides Griffithiana parvula Sewerzoioi Kotschyi prostata + X o + + + X + + + X + + + Alte Arten Junge Arten Jüngste Arten 5 2 5 4 8 12 4 5 3 2 1 3 2 5 1 3 4 3 6 1 3 2 3 2 1 1 1 5 4 o 2 1 2 1 2 1 114 gebnis, daß die alten Arten über das größte Areal zerstreut sind und die Räuder des Gesamtareals der Gattung bevorzugen (vgl. Nr. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29). Die als junge Arten bezeichneten Formen nehmen einen mittleren Bezirk ein, während die jüngsten Formen auf die Balkanhalbinsel und ihre nächste Um- gebung (Süditalien, Kleinasien) beschränkt sind. Es mögen diese Verhältnisse in einem Schema veranschaulicht werden. Alilerteä?- Weitere hypothetische Schlüsse aus diesem Schema zu ziehen, unterlasse ich. Die ins Schema eingesetzten geologischen Perioden (alt tertiär, Jungtertiär, Diluvium) deuten an, in welcher Richtung sich weitere Schlüsse bewegen könnten. Bemerkungen zur Ernährungsphysiologie einiger Halophyten des Adriatischen Meeres. ;Von Jaroslav Peklo (Prag). (Mit 1 Tafel und 8 Textfiguren.) (Fortsetzung. J ) Behufs näherer Analyse der Erscheinung ist am besten von den im Freien kultivierten Pflanzen auszugehen. Die auf den nicht gesalzenen Parzellen wachsenden Salicornien gediehen sehr schlecht (Tafel I, Fig. 1, vorne), auf dem gesalzenen Beete dagegen vorzüglich (Tafel I, Fig. 1, im Hintergrund), waren sukkulent, dabei aber von einer schönen, normalen, grünen Farbe und blühten auch schließlich. Worin liegt die Ursache? Auch in Töpfen ließ sich ein ähnlicher Unterschied zugunsten der gesalzenen Pflanzen konstatieren: Die letztgenannten (Tafel I, Fig. 2 a) waren nämlich größer und sahen gesünder aus als diejenigen aus den ungesalzenen Töpfen (Fig. 2b), obzwar in diesen die Pflanzen trotzdem — im Gegensatz zu den ungesalzenen Beeten — eine gewisse Höhe er- reichten. Doch waren die Beetpflanzen (sie waren allerdings um i) Vgl. Nr. 2/3, S. 47. 115 14 Tage älter) um mehr als 5 cm höher als die gesalzenen Topf- exemplare. Somit kann nichts anderes als die Vergrößerung der Bodeufläche bei der gesalzenen Beetparzelle für das Resultat ver- antwortlich gemacht werden und ich glaube nicht fehl zu gehen, wenn ich gerade der durch die Hygroskopizität des Meersalzes hervorgerufenen Feuchtigkeit des Bodens und insbesondere der die Salicornien umgebenden Luft die Hauptrolle dabei zuschreibe. Denn es ist freilich wahr, daß auf dem ungedüngten (und ungesalzenen) Beete die Pflanzen fast gar nicht gewachsen sind, aber so große Unterschiede, wie sie die gesalzenen Beete gegenüber den ge- salzenen Topfpflanzen aufwiesen, dürften schwer bloß auf die ameliorierende Wirkung der Salze auf den gedüngten Boden zurückzuführen sein. Ferner muß hier an die Tatsache erinnert werden, daß es sich für die unter den Glaskasten kultivierten Inulen als vorteilhaft erwies, die Triebe ab und zu mit Wasser zu bespritzen. Endlich kann die verhältnismäßig geringe Höhe, wie sie die in den Nährlösungen kultivierten Salicornien aufwiesen — obzwar einige Exemplare (sie befanden sich in Knop -f- Meersalz und in dem verdünnten Meerwasser) auch blühten — nur durch den Mangel an der nötigen Luftfeuchtigkeit — meiner Meinung nach — erklärt werden. So steht, glaube ich, das Verhalten der gesalzenen Salicornien in gutem Einklang mit den Befunden von Delf (1911, p. 491, 493 seq.), welcher konstatierte, daß die Transpiration bei Sali- cornien eine recht ansehnliche Größe erreicht, daß sich aber die Pflanzen zum Teile durch ergiebige Wasseraufnahme durch ihre oberirdischen Teile dagegen zu schützen wissen. Ferner dürfte durch diese Tatsache die Annahme Ohermezons gestützt werden, wonach mehrere Pflauzenarten der Salzsümpfe bestimmte hygro- phile Merkmale zeigen (1911, p. 306) *). Fitting (1911, p. 249) schließt übrigens schon aus seinen Messungen der osmotischen Druckhöhe der halophytischen Wüstenpflanzen, daß sehr salzreicher feuchter Boden weit weniger „physiologisch trocken" ist als trockener Boden. (Über die atmosphärischen Verhältnisse der Standorte der Halophyten vergl. auch Warming. 1909, p. 221.) Es sind schon fast 30 Jahre verflossen, seitdem Bat al in (1. c.) seine Kulturversuche mit verschiedenen Halophyten, insbesondere Salicomia herbacea L., ausgeführt hat (die ältere Literatur ist z. B. bei Brick, 1888, zusammengestellt). Er hat die Samen in Töpfe mit Gartenerde ausgesäet (in jeden Topf je vier Samen), und nach einiger Zeit die Erde zuerst mit verdünnten Lösungen in vier !) Daß aber extrem xerophytisch gebaute Pflanzen doch Halophyten sein können, zeigt in überzeugender Weise in seiner Kritik Fitting (Zeitschrift für Botanik, 1911, III., p. 560), Vielleicht handelt es sich da um die fakultative Befähigung der Xerophyten zu dem halophytischen Leben, was wohl leichter möglich ist, als das umgekehrte Verhältnis bei jenen Halophyten, welche hygro- phytisch gebaut sind. Näheres kann man allerdings erst von den Kultur er- warten. 116 Serien, und zwar mit 1. reinem Flußwasser, 2. Chlornatriumlösung, 3. Lösung von Magnesiumsulfat, 4. Lösung mit einem Gemisch beider Salze 1 : 1, später mit stärkeren und zuletzt mit den völlig gesättigten Lösungen begossen; zu letzteren griff er etwa l l / 2 Mo- nate oach dem Beginn des Versuches und begoß damit fast den ganzen Sommer hindurch. In allen Töpfen, welche mit kochsalz- haltigem Wasser begossen wurden, waren nun die Pflanzen halb- durchsichtig, sehr fleischig und saftig. Die Pflanzen dagegen, die kein Kochsalz bekamen, waren dunkelgrün, vollständig undurch- sichtig, bedeutend dünner und gar nicht saftig und fleischig. Doch „kann man die Unterschiede nicht als Zeichen unvollkommener Entwicklung betrachten, weil beide Reihen von Pflanzen in gleicher Zeit annähernd gleiche Länge erreichten, sich vollständig gleich ver- zweigten . . . und alle im Oktober keimfähigen Samen brachten" (p. 223). Ich stimme mit Batal in ganz überein, wenn er aus seinen Versuchen den Schluß zieht, daß die Salicornien sich mit jenen minimalen Mengen Chlornatriuras und schwefelsaurer Magnesia be- gnügen können, welche ihnen die gewöhnliche Gartenerde dar- bietet (p. 224). Eecte dictum mit jenen Mengen der betreffenden Salze, welche sie in ihren Geweben aufzuspeichern imstande sind; denn es ist eine bekannte Tatsache, daß es Pflanzen gibt, die in einem an Na Cl ganz armen Boden vegetieren und trotzdem recht ansehnliche Mengen diesen Stoffes in den Geweben lokalisieren. Ich meine ferner, daß sie z. B. in einem lehmigen Boden, eventuell in einem feuchteren Klima, als dem Prags, auch ohne jede be- sondere Salzzugabe gedeihen könnten, und dabei eine ebenso satt- grüne Farbe zeigen würden, wie sie Batalin für seine Pflanzen (ohne Na Cl) angibt und wie sie auch meine Exemplare in Sachs' Nährlösung äußerten. Indessen zeigten nicht einmal meine (unges.) Topfpflanzen ein gesundes Aussehen, und der Unterschied der ge- salzenen Beetparzelle gegen diese war zweifellos frappant; die Salz- pflanzen waren außerdem schön grün. Ich möchte hier auch darauf aufmerksam machen, daß Batalin eigentlich mit den größeren Salzzugaben erst nach V/ 2 Monaten begann, wogegen meine Pflanzen, die 2 — 3 mal wöchentlich mit Meersalz bestreut wurden, schon von Anfang an einer größeren Menge Salze sich erfreuten. Und es war sehr leicht möglich, daß gerade auf die frühen Entwicklungsstadien die größere Menge Salze günstig eiegewirkt hat — die Wirkung des Meersalzes auf die Keimung der Sali- cornien habe ich nicht untersucht — denn es scheint in der Tat nach den Untersuchungen Birgers (1907) das Meerwasser (also eine konzentriertere Lösung) ohne Zweifel auf die Keimfähigkeit einiger Samen fördernd zu wirken. Nach etwa zwei Monaten fingen meine Pflanzen schon an, sich zu verzweigen, und behielten bis zum Ende der Vegetationsperiode iure schöne grüne Farbe. Ba- talins Na Cl-Salicornien waren dagegen se hr fleischig und blaßgrün (p. 223). Da entsteht nun die Frage, ob diese Pflanzen vollkommen gesund waren. Und entschieden hat dies die 117 Darreichung der Meersalze in der gelösten Form herbeigeführt, deDn auch in meinen Versuchen mit Inula crithmoides waren Blätter in den Lösungen mit den Meerwasserzugaben bisweilen blasser, und ebenso hat Lesage, welcher gefunden hat, daß das Blatt der mit Salzen kultivierten Pflanzen „devient plus epaisse surtout si la salure est aportee sous forme d'arrosages" (1890, p. 169), öfters bemerkt, daß dabei Chlorophyll rückgebildet wird. End- lich muß man auch bei den Versuchen, welche nicht mit einer größeren Anzahl Individuen vorgenommen werden, wo die Unter- schiede jedenfalls klar vor Augen treten, und wenn man sich nicht der quantitativen chemischen Analyse zur Bestimmung der Trocken- substanz, der eigentlichen Assimilationsprodukte etc. bedient, darauf achten, ob die Salicornien nicht sozusagen stufenweise wachsen, d. h. ob nicht die älteren Internodien vertrocknen und ihre Assi- milate an die jüngeren übergeben, was das richtige Abschätzen der Resultate verdunkeln kann. Doch war dies bei meiner ge- salzenen Beetparzelle nicht in größerem Maße der Fall, und jeden- falls glaube ich, daß der günstigere Erfolg meiner Versuche der Darbietung der Salze in der festen Form zuzuschreiben ist. Endlich war es für meine Fragestellung, ob nämlich die Salzzugabe zu dem Boden sich als günstig oder irrelevant für das Gedeihen der Pflanzen erweisen wird, nur vorteilhaft, wenn die Versuche in von der See- küste ganz abweichenden klimatischen Verhältnissen angestellt wurden, denn es konnte zweifellos auf diese Weise die Veränderung der physikalischen Eigenschaften des Bodens und der Luft nach der Salzzugabe weit „reiner" zu Tage treten. Doch es kommen wahrscheinlich noch andere Faktoren bei der Einwirkung der Salze auf die Salicornien zur Geltung. Es geht dies, glaube ich, aus den Resultaten meiner Wasserkulturen hervor. Gehen wir zur näheren Analyse dieser Resultate über. Es war sehr auffallend, daß nach kurzer Zeit die jungen Pflanzen in der gewöhnlichen Knopschen Lösung durchaus abzusterben be- gannen. Das zeigte sich insbesonders bei den Exemplaren, welche bei dem Verpflanzen schon älter waren (Serie b), wie überhaupt in den meisten Medien die älteren Stadien sich für die Versuche weit weniger geeignet erwiesen als die jüngeren. Eine kleine Na Cl-Zugabe (0'0b%) wirkte fast so gut wie gar nicht, durch eine größere (2%) wurde die Hälfte der Pflanzen gerettet. Als relativ ganz gut zeigte sich dagegen die Knopsche Lösung, wenn 2% Meersalz zugesetzt wurden. Es kann dies mehrere Gründe haben. Zuerst wäre daran zu denken, daß die eventuellen Ver- änderungen in der Reaktion der Knopschen Lösung, wie sie mit der Zeit stattfinden können, deren exakte Verfolgung allerdings eine ganz spezielle Versuchsserie erheischen würde, wozu mir der nötige Platz fehlte, durch die Meersalzzugabe allmählich ausge- glichen wurden (die 2% ige Meersalzlösung 1 ) in destilliertem Wasser x ) Das Meersalz stammte aus Istrianer Salinen. 118 — mit empfindlichem Lackmuspapier Dach 10 Minuten geprüft — reagiert alkalisch, obzwar äußerst schwach). Doch lehrt der Ver- gleich in der Stufenfolge: Knop ohne Na Cl, Kn 4-0*05^ Na Cl, Kn 4- 2% Na Cl, wo in dem letzten Nährmedium schon ein relativ ansehnlicher Zuwachs zu konstatieren war und die Pflanzen dick, dabei aber hübsch grün aussahen, daß darin nicht die einzige Ursache der Erscheinung zu suchen ist. Vielleicht ist also die erfolgreiche Wirkung der Nr. 3 der günstigeren Reaktion der Nährlösung + Na Cl zuzuschreiben. Wahr- scheinlicher scheint es mir aber, daß sich da außerdem der Ein- fluß der übrigen Bestandteile der Meersalze geäußert hat. Über die eventuelle Einwirkung von Brom- und Jodverbin- dungen auf die Pflanzen läßt sich derzeit nichts sagen. Die quanti- tativen Analysen des Seewassers lenken aber unser Augenmerk auf Magnesium. Ditmar fand in 1 kg Meerwasser 10*7 g Na 1-3 . Mg 0-4 „ Ca 0-38 g K 19-3 „ Cl etc. Dem Magnesium scheint nun eine sehr wichtige Rolle in dem Pflanzenleben zuzukommen. Allem Blattgrün ist ein ziemlich kon- stanter Gehalt an diesem Element eigen, welcher etwa \'1% des Robchlorophylls ausmacht (Willstätter). Ja die Kohlensäureassi- milation soll nach W. sogar eine Mg-Synthese sein, etwa derselben Art wie Grignards Reaktion. (Vergl. z. B. Marchlewski, 1909, p. 5, oder Euler, 1908, p. 194.) Wenn also zu einer Nährlösung, welche schon 0'025% Mg S0 4 enthält, noch etwa 0'016% Mag- nesiumsalz zugesetzt wird (Nr. 3), so könnte es nur begreiflich sein, wenn die Salicornien darin trotz der Sukkulenz eine schöne, grüne P'arbe besaßen. Bekanntlich kommt aber Magnesium in Seewasser in einer konstanten Vergesellschaftung mit Natrium vor, und das erfordert eine nähere Präzisierung der Frage. Die Salze des Magnesiums sind für höhere Pflanzen giftig; in manchen Fällen wurde der Boden durch Überschuß von Magnesium- salzen giftig gefunden. Auch sind sie viel giftiger als die Salze von anderen Metallen; so fand Magowan (1908, p. 44) die folgende Reihe der Giftigkeit der Chloride: 1. Mg Cl 2 , 2. Na Ol, 3. KCl, 4. Ca Cl 2 . Merkwürdigerweise läßt sich nun dieser Übelstand durch Zusatz von Natrium verbessern, wie zuerst Loeb in einer Reihe bekannter Versuche über die sogenannten physiologisch äqui- librierten Salzlösungen nachgewiesen hat und wie durch die Unter- suchungen Osterhouts (1909, p. 118) bestätigt wurde. Auch Kalium zeigt ähnliche antagonisierende Wirkungen gegenüber Mg und Natrium (Ostern out, 1909, Vol. 48, p. 96), wie überhaupt derselbe Autor ähnlichen „Schutz" Wirkungen auf verschiedene Meer-, 119 Süßwasser- und Landpflanzen auch bei anderen Metallionen (Ca 01 2 , NH 4 Cl) schon früher begegnet ist (Osterhout, 1906, 1907. Die Literatur über den sogenannten Kalkfaktor ist z. B. bei Czapek, p. 850, zusammengestellt). Man kann diese Metalle mit Loeb (1906, p. 115) ganz gut für Schutzstoffe halten. Es gibt aber auch Salze, welche sowohl Schutz- als Nährwirkung für den- selben Organismus haben, so z. B. K und Mg für Pflanzen (Oster- hout, Schutzwirkung, p. 135. Mg kann nämlich umgekehrt auch selbst antagonisierend wirken). An welcher Stelle in der Pflanzenzelle diese Ionenverkopp- lung eigentlich eingreift, kann hier nicht näher erörtert werden. Es sei nur an die „Ioneneiweißverbindungen tt Loebs er- innert (Loeb, IL, p. 544 seq.; W. Ostwald, p, 401). In anderen Fällen scheinen dagegen nicht Innen-, sondern Ober- flächenwirkungen die betreffenden Erkrankungen hervorzurufen (Hansteen, 1910, p. 369). 0. Eicht er (1909, p. 6) erklärt das Bedürfnis der kultivierten Meeresdiatomeen nach Natrium durch die Annahme, ihre Membran sei eine Na-Si- Verbindung. Jedenfalls ist »die Zeit der gründlichen experimentellen Durcharbeitung dieser Fragen erst angebrochen" (Benecke, 1907, p. 322; vergl. übrigens auch Hob er, 1911, p. 436 seq.). Alles in allem erweist sich das Natrium als ein Stoff von großer Wichtigkeit für die ganze lebendige Welt. Und das Meer- wasser, wo es in so kolossalen Mengen vorkommt und welches trotzdem eine so ausgeglichene Solution vorstellt, daß es eine geradezu ideale Zusammensetzung für das ganze Tier- und Pflanzen- leben hat, ist wohl eben deshalb fähig, ein so viel reicheres Leben als die Süßwasserseen zu beherbergen (Loeb, 1906, p. 119). Die Vermutung liegt nahe, daß auch auf Salicornien sich diese Gesetze in ausgeprägter Weise geltend machen können. Natriumchlorid allein dürfte wohl nur schädliche Einflüsse auf die Pflanzen ausüben, ebenso MgCl 2 ; beide zusammen, eventuell mit Ca Cl 2 , KCl in Verbindung sind — eine bestimmte Konzentration dieser Stoffe vorausgesetzt — unschädlich, ja Mg kann vielleicht sogar auf diese Weise eine intensivere Chlorophyllfunktion her- vorrufen x ). Die nicht gerade günstigen Resultate mit dem auf ver- schiedene Weise verdünnten Seewasser in meinen Versuchen (der Prozentsatz der abgestorbenen Individuen — insbesondere in den ') Wenigstens in den jüngeren Stadien der Pflanzen. Warming, 1909, p. 220: „Succulent halophytes, as a rule, show a darkgreen colour which later on passes over in to yellowischgreen or red (die Veränderungen in dem Ton des Chlorophylls, welche hei den älteren von meinen Versuchspflanzen sich zeigten, waren nur klein); on certain steppes near tue Caspian Sea, when all eise has ben dried up by the sun, the solitary green patches visible to the eye are on salin soil." — Die qualitativen Veränderungen, die bei einigen PflaDzen im Palissadensystem durch die Salzzugabe zum Nährboden hervorgerufen wurden (Lesage, 1891, p. 673, 892; 1894, p. 257), sind wohl noch zu wenig eindeutig, um sichere Schlüsse zu erlauben. 120 Nummern A 6 und B 3 — war hier zu groß) beruhten wohl auf einer zu starken Konzentration der Lösung. In Sachs' Nährlösung, welche 005% Na Ol enthielt und für mehr „ausgeglichen" als Knop anzusehen ist. waren die Pflanzen um die Hälfte kleiner als in Seewasser oder Seesalz; doch bezeugt dieses Resultat, daß die Salicornien nicht viel „Seesalze" brauchen, und daß sie in ent- sprechend modifizierter z. B. Cronescher Lösung gut gedeihen dürften. Selbstverständlich wäre es zur Erläuterung der hier vor- getragenen Anschauungen nötig, chemisch reine Salze zu den Ver- suchen zu verwenden. Im ganzen hat sich in meinen Versuchen ein merklich för- dernder Einfluß der Seesalzzugabe auf das Wachstum der Sali- cornien, und zwar sowohl bei den Beetversuchen als bei den Wasserkulturen gezeigt. Ohne weiteres diese Resultate auf die Natur- verhältnisse zu übertragen halte ich doch nicht für angebracht, denn schon der Lichtgenuß muß im Süden ein ganz anderer sein als im Norden (die Beleuchtung meiner Wasserkulturen war relativ schwach), und die gelbliche, oft anthocyanrötliche Färbung der Salinenexeraplare (die jedoch in meinen Versuchen bei gesunden Pflanzen nie vorkam) scheint auf aparte Vegetationsbedingungen hinzuweisen. Vielleicht haben ab und zu diese Pflanzen mit über- großen Salzkonzentrationen zu kämpfen; auch ist es möglich, daß auf schon erwachsene Individuen die Salze anders einwirken als auf diejenigen, welche erst in der Entwicklung begriffen sind und welche sich wohl außerdem — im Frühjahr! — günstigerer Feuchtigkeitsverhältnisse erfreuen. Hoffentlich werden genaue Ana- lysen des Bodens und der chemischen Zusammensetzung der Pflanzen sowie die Berücksichtigung verschiedener Entwicklungs- stadien (Lesage, 1911) usw. eine nähere Auskunft darübergeben. Bis jetzt liegen diesbezüglich nur die von Wolff (1871, I. , p. 78) zusammengestellten Analysen vor. Demnach enthielten die Blätter von Futterrüben, die im Distrikt von Caux nahe am Meeresstrand gewachsen sind: Beinasche In 100 Teilen der Reinasche KO NaO CaO Mg Fe 2 3 P 2 5 S0 3 Cl 12-81 7-10 71-89 12-87 1'59 0-71 4-78 5-81 21-39; etwa 20 km vom Meer 11-64 6-70 39-95 21-70 0*81 0-55 3*71 7-01 16-61. (Von einer Rübe, zu welcher gedüngt wurde, zeigten allerdings — wie begreiflich — die Blätter eine andere Zusammensetzung, nämlich: 12-42 39-25 16-95 12-21 8'27 2-11 5-53 6'43 9-92.) Einiges läßt sich doch, glaube ich, aus meinen Versuchs- daten, trotzdem sie spärlich und unvollständig sind, herauslesen. Die Halophyten hält man allgemein für die Auswürflinge der Pflanzenwelt, für die Lebewesen, denen die Seeküste als Standort aufgenötigt wird, indem sie durch die starke Konkurrenz auf Orte 121 ausgestoßen werden, wo nur sie und nicht die Konkurrenten ihr Leben fristen können. Es ist nun gewiß wahr, daß die Halophyten einen großen Meersalzgehalt des Bodens vertragen können, auch ist es sicher, daß sie unter Umständen unter einer zu starken Konzentration der Seesalze leiden müssen (so z. B. wenn der Samen knapp am Meeresufer auskeimt; einige Arten scheinen sich sogar von Überschuß der Salze zu befreien zu suchen, Schtscherback 1910, p. 30). Weiter geht schon aus meinen, obzwar nicht auf eine größere Anzahl Spezies erweiterten Versuchen hervor, daß sich nicht alle Halopbytengattungen hinsichtlich der Salze gleich verhalten : so war die Wachstumsgeschwindigkeit von Inula crith- moides in der gewöhnlichen Nährlösung von Sachs fast dieselbe wie in den Salzmedien, junge Pflanzen von Plantaijo Cornuti 1 ) vegetierten dagegen in mit Knop verdünntem Seewasser nur eine kurze Zeit, dann starben sie ab, und die Keimlinge von der Zucker- rübe 2 ), von welcher man doch erwarten möchte, daß sie von der Mutterpflanze eine wenn auch geringe Resistenz den Meersalzen gegenüber geerbt hätte, gingen in einigen Tagen in dem ver- dünnten Meerwasser zugrunde. (Über Natriumdüngung zur Zucker- rübe vergl. unten.) Endlich hat Schiller (1907, p. 4) gezeigt, daß Blätter und Sprosse von Lauras nobilis und Vtburnum Tinus, welche Sträucher niemals in die Macchiensysteme eintreten, nach der Benetzung mit Seewasser bald abgestorben sind ; dagegen zeigten die Macchienbestandteile: Myrtus italica, Pistacia Lentiscus, Smilax aspera etc. nur nach lange andauernder Bespritzung ab- gestorbene junge Triebe und gelblich sich verfärbende Blätter 3 ). In meinen Versuchen hat sich aber ein merklich fördernder Ein- fluß der Meersalze auf die Wachstumsgeschwindigkeit der Salicornien geäußert, und es ließen sich sogar mehrere Ursachen dieser Er- scheinung eruieren. Das läßt sich schwerlich so erklären, die Salicornien seien bloße Hygrophyten, sie gingen den feuchten Standorten nach, denn dann müßten sie auch bei unseren Teichen mit lehmigen Ufern in Mengen gefunden werden, wo ihnen Riccia crystallina, Elatine, Peplis portula, Limosella, Chenopodium rubrum etc. (bevor den daselbst die xerophytischen Gnaphalien einsiedeln) keine starke Konkurrenz machen würden; der Einwand, ihr Samen wurde dorthin noch nicht eingeschleppt, wird leicht entkräftet durch den Hinweis auf den Umstand, daß sie noch auf den, allerdings nicht zahlreichen, salzigen Stellen des Binnenlandes anzutreffen sind. Somit scheint mir der Schluß gerechtfertigt zu sein — obzwar die Physiologie der letztgenannten Pflanzen gar nicht beleuchtet ist, sind in der Tat beträchtliche Unterschiede im J ) Die Samen wurden auf einer Wiese bei Capo d'Istria gesammelt. 2 ) Die Stammpflanze der Rübe ist bekanntlich auch ein Halophyt. (Vergl. z.B. Schindler, 1891, p. 6, oder Proskowetz, 1910.) Referent hat die wilde j Beta am Strande bei Lussin Grande gesammelt. 3 ) Die Folgen, welche ein übermäßiger Salzkonsum für einige Nicht- ! halophyten hat, schildert Schimper (1891, p. 26 seq.). } Österr. botan. Zeitschrift 4. Heft 1912 9 122 Verhalten der Pflanzen zu verschiedenen salzigen Substraten zu erwarten : ) — , daß die Strand- und Salinen-Salicornien vielmehr ihren Standort „ausgesucht", bevorzugt haben, als daß sie dahin „ausgestoßen", verdrängt wurden; daß es sich folglich bei diesen Pflanzen um echte Halophilie (im Sinne Chermezons, 1911, p. 307) handelt. Daß die bekannten Serpentinvarietäten (Asidenium adulterinum. Aspl. serpentini) auf ihrem Substrat 2 ) in größter Menge und Üppigkeit gedeihen 3 ), mag hier nur nebenbei bemerkt Werden. (Fortsetzung folgt.) Beiträge zur Rubus-Flora, der Sudeten und Beskiden. Von Dr. Heinrich Sabransky (Söchau). So vorzüglich die Flora Schlesiens betreffs ihrer Brombeeren- arten erforscht ist — weist doch Prof. Spribilles Bearbeitung der Gattung Rubus in Schubes Flora von Schlesien (1904) ins- gesamt 75 Arten und Varietäten auf gegen beiläufig 20 bei Wimmer und Grabowski (1829) — so ist doch das engere Gebiet der Sudeten und mährisch-schlesischen Beskiden in bezug auf die Zusammensetzung seiner Rubus-Floiüh bisher nahezu un- bekannt geblieben. Diese Lücke war um so empfindlicher, als in anderen Gattungen, wie z. B. Hieracium, im Bereiche dieser Ge- birgssysteme ein Reichtum interessanter Endemismen aufgedeckt wurde. Es ist nun dem Fleiße uud Forschungseifer der Herren Gymnasialprofessoren Dr. Johann Hruby in Weidenau und Gustav Weeber in Friedek zu danken, daß wir auch in die Rubus-Flora, dieses Gebietes einen Einblick gewinnen können. Zwei größere Auf- sammlungen, die mir von den genannten Herren zur Bestimmung eingesendet wurden, geben eine Vorstellung von dem Reichtum der dort wachsenden Formen. Die Neubescbreibung einiger besonders charakteristisch ausgeprägter Formen war nicht zu umgehen, wenn es auch gelang, sie bekannten Haupttypen anzugliedern. Alles für die Flora Silesiaca Neue ist mit einem Asteriskus (*) gekenn- zeichnet. Rubus nitidus W. N. var. integribasis Müll.* Im Pfarrwalde bei Weidenau (Hruby). R. rhombifolius W. N. var. pyramidaliformis Sprib., Zeit. Nat. Posen, p. 119 (1902)*: Weidenau, Gebüsche am Fuße des x ) Auch die Salzsteppen- und Wüstenvegetation trägt selbstverständlich einen ganz spezifischen Charakter. 2 ) Magnesiumsilicat. 3 ) Sadebeck in Schimper, 1898: „Das erste, was mir auffiel, war die bedeutende Dichtigkeit des Wachstums, teils bewirkt durch die großen Mengen, teils aber durch die kolossalen Stücke, welche die Pflanze oft bildet. Nie habe ich bei Asplenium viride und Trichumanes nur im entferntesten eine solche Massenhaftigkeit des Wachstums beobachtet." 123 Kienberges, ebenso am Aufstieg zum Jugendspielplatze (Hruby); var. Wimmeriamts Sprib., 1. c, p. 117.* Gemein in den schlesi- schen und mährischen Beskiden, selbst noch im Weichbilde der Stadt Friedek (Weeber)! R. silvaiiciis W. N.* Mazaktal am Fuße der Lissahora, selten (Weeber). Eine der seltensten Brombeerarten Österreich-Ungarns und bisher bloß von Pernstein in Mähren (leg. Formänek) be- kannt (siehe Halacsy, Ost. Bromb., p. [237] 43). R, macrophyllus W. N. Weidenau, Waldränder an der Kaolinbahn (Hruby), wohl weiter verbreitet! R. Schlechtem! alii Whe. in W. N., ßub. germ.. t. XL! Sudre, Rubi Europ., p. 5, t. LIV*! Abhang des Ondfejnik gegen Friedland, selten (Weeber). Neu für Österreich-Ungarn! R. constrictus Lef. et M. (1859) == R. Vestii Focke (1877) var. persicinns A. Kern.* Zwittau, sonnige Waldränder beim Nonnenbrünnel (Hruby). R. thyrsoideus Wimm. In vielen Formen im Gebiete gemein, besonders schön die var. argyropsis Focke* mit prächtig pfirsich- blütenroten Petalen, Staubfäden und Griffeln auf Hügeln bei Me- tylowitz nächst Friedland (Weeber). R. silcsiacus Whe. Weidenau, in Wäldern am Henneberg nächst Rotwasser; die var. tabanimontanus Figert als Art in Allg. bot. Zeitschr., 1905, Nr. 11. An Waldhängen gegenüber der Kaolingrube bei Weidenau (Hruby). M. capitatus Weeber et Sabr., n. sp.* Bei Malenowitz am Fuße der Lissahora (Weeber). Turiones obtusanguli, fusci, parce pilosi s. subglabri, nitentes, aculeis aequalibus e basi parum compressa subulatis brevibus dimi- dium caulis diametrum aequantibus uncinatis muniti, eglandulosi. Folia 5-natodigitata, petiolis aculeolis falcatis armatis. Foliola ovata, margine subtiliter argute serrata, utrimque viridia, supra calves- centia, subtus pubescentia, medium petiolulo proprio quadruplo longius. Ramus florifer hirtus, in regione florali sparsim glandulosus, aculeis brevibus hamatis munitus. Inflorescentia congesta, ramulis paucis erectopatentibus brevibus 2 — 3 floris composita, foliis suffulta. Pedunculi et petioli foliorum glandulis stipitatis brevibus obsiti. Flores mediocres, petalis ovatis albis, staminibus stylis viridibus aequilongis, ovariis glabris. Eine niedere Waldbrombeere, die ihrem Habitus nach in der Mitte zwischen R. silesiacus und R. scaber steht. Von ersterem ist sie durch die hackig gebogenen Stacheln und die kurze, zu- sammengedrängte, fast „kopfige" Infloreszenz leicht zu unterscheiden ; von R. scaber, dem sie sehr ähnlich sieht, weicht sie vornehmlich durch die spärliche Zahl der Stieldrüsen ab. Im Systeme ist diese eigenartige Form nach R. silesiacus einzureihen. R. chaerophyllus Sag. et Schultze subsp. Beskidarum Sabr. et Weeber, nOY. subsp.* Auf den hügeligen Ausläufern des Ondfejnik bei Metylowitz nächst Friedland (Weeber). 124 Turio angulatus, pruinosus, parce pilosus, aculeis raediocribus aequalibus e compressa basi subulatis rectis parum reclinatis aculeolisque parvis saepe glanduliferis munitus; f ol i a 3 — 5nato- pedata, supra glabrescentia, subtus pallidiora et parce breviterque hirsuta, dentibus raediocribus argutis et mucrouulatis; foliolura terminale e cordata basi orbiculare s. latissime ovatura, cus- pidulatura; ramus florifer parce pilosus, aculeis gracilibus rectis ac in typo minus crebris reclinatis, glandulis stipitatis setisque glan- duliferis sat crebris instructus ; inflorescentia elongata, laxa, foliata laxe pilosa, crebre glandulifera, aculeis rectis debilibus armata, ramis patulo-adsceudentibus 2 — 3floris inferioribus elongatis. Flores copiosi, petalis obovatis roseis, staminibus stylos virides paulo superantibus, sepalis canovirentibus longe mucronatis aculeolatis et glanduliferis, post florendum erectis. Ovaria glabra. Eine Mittelform zwischen R. chaerophyllus Sag. et Schultze, R. misniensis Hofmann, PI. crit. Saxon., fasc. VII., Nr. 168(1902) und R. bracteosus Weihe (= R. orthocladns L^y) var. trans- sudeticus Kinsch. in Sudre, Bat. eur., Nr. 257 (1908). Von der erstgenannten Art unterscheidet sich R. BesJcidarum durch das unterseits kurzhaarige, keineswegs pubeszierende Laub, das Vor- handensein von Stachelchen an den Schößlingen, die meist ver- längerten Blütenstände, die weniger reich bestachelt, aber bedeutend reichlicher mit Stieldrüsen ausgestattet sind, und die rosenroten Blüten; von R. misniensis differiert die Form ebenfalls durch die roten Petalen, sowie durch die nach der Blüte aufgerichteten Kelch- zipfel. R. transsudeticus Kinscher, von Sudre zu R. orthaclados Ley aus der Gruppe der Sprengeliani gestellt, ist sehr ähnlich, weicht jedoch durch die kahlen und drüsenlosen, vollkommen homöakanthen Schößlinge, die unterseits noch kahleren Blätter und die grünen Kelche ab. R. Grendii Focke. Wohl weit verbreitet im Gebiete, so in Weidenau bei den Kaolingruben (Hruby), bei Zwittau nächst dem Nonnenbrünnel (Hruby), am Fuße des Ondrejoik gegen Fried- land (Weeber); die var. perglandulosus Borb.* in Gebüschen am Nixensteige bei Weidenau (Hruby); die var. ReichenbacJiii (Koehl. als Art)* am Fuße des Ondfejnik bei Friedland (Weeber). R. salisburgensis Focke. Weidenau: in Holzschlägen am Fuße des Hennberges (Hruby). It. nudicaulis Weeber, n. sp.* Bisher nur im Dobrauer Walde nächst Friedek (Weeber)! Gracilis. Turio debilior, teres s. obtusangulus, fuscus, sub- nudus, subeglandulosus, aculeis aequalibus gracilibus caulis dia- metrum l 1 /«" longioribus e dilatata et compressa basi subsubulatis patentibus armatus. Folia 3-uata, petiolis glabris subeglandulosis aculeatis. Folio la concolora, supra calva, sabtus molliter pubes- centia, venis fuscis prominulis, margine subaequaliter argute serrata, medium e basi leviter cordata ovatum, cuspidatum; ramus sub- teres, laxepilosus, glandulis obscuris brevibus non crebris instructus 125 aculeisque gracilibus elongatis angulo recto patentibus arraatus; in- florescentia mediocris, densa, interdum ± foliosa, ramulis inferi- oribus erectopatentibus 3floris, ceteris 3 — lfloris, omnibus brevibus, breviter pilosis glandulisque stipitatis brevibus et sparsis instructis. Flores rnedii petalis albis obovatis, sepalis virenticanis parce aculeatis, postanthesin patentibus, fructui applicatis. Staraina stylos superantia. Gerrain a pilosa. Eine Unterart der Kollektivart R. hebecaulis Sudre, Rub. Europ., p. 123 von ihervorragender Pracht! Zunächst kommt ihr wohl R. serpentini Sabr. (R. Waisbeckeri Sudre, Bull. Soc. bot. France [1905], p. 325 non Borb., Fl. Com. Oastr. ferr., p. 303 [1887]) aus dem Serpentingebiet des Eisenburger Komitates, der namentlich durch die schlanken und doch kräftigen verlängerten Stacheln der Blütenzweige und Schößlinge unserer Beskidenform recht nahe kommt, sich jedoch durch die mehr behaarten und drüsigen Schößlingsachsen, kürzer bespitzte, unterseits nicht so weich- haarige Blättchen und einen viel lockeren Blütenstand unter- scheidet. Von den anderen Unterarten des R. hebecaulis weicht ab R. sahsburgevsis Focke durch die rundlichen oder verkehrt- eiförmig-rundlich spitzen, unten graufilzigen Blättchen ; R. conden- satus Ph. J. M. durch kurze Staubgefäße; R. podophylloides Sudre (= R. greinensis Hai.) durch verkehrteiförmige, stark diskolore Blätter und R. chaerophylloides Sprib. (R. hebecaulis y. chaero- phylloides Sudre) durch behaarte drüsige Schößlinge, weniger lang zugespitztes Zentralblättchen und schwächere Bestachelung aller Achsen. R. condensatus Ph. J. Müll. (1858 = R. densiflorus Gremli 1870.) var. fridecensis Sprib. in sched. (als Art).* Im Stadtwalde von Friedek (Weeber). A typo dififert foliolis omnibus cuspidatis, inflorescentiaaphylla. R. capricollensis Sprib. in Schübe, Fl. v. Schles., p. 210 (1904) als Subsp. des R. thyrsiflorus! R. gratifolius Sudre y. capri- collensis Sudre, Bub. Europ., p. 121 (1910)! Weidenau, an einer Mauer bei Neu-Rotwasser ; in Gebüschen am Fuße des Kienberges (Hruby); var. calcitrapus Weeb. in sched* Ovariis omnino glabris. So bei Stramberg im östlichen Mähren (Weeber). (Fortsetzung folgt.) Nochmals die untere Kutikula des Taxws-¥>\M,§§, Von Franz v. Friramel (Wien). (Mit 3 Textabbildungen.) In meiner Abhandlung „Die untere Kutikula des Taxus- Blattes — ein Lichtreflektor'' (Österr. bot. Zeitschrift, 1911, Nr. 6) versuchte ich es, den Beweis dafür zu erbringen, daß meine Meinung, die papillösen Vorwölbungen an der unteren Kutikula des TVmts-Blattes hätten die Bedeutung einer Lichtspareinrichtung, 126 richtig sei. Die Vorstellung war die, ein Teil des von innen auf die Epidermis fallenden Lichtes werde infolge Totalreflexion an den schiefen Wänden der Papillen nicht hinausgelassen, sondern dem Blatte wieder nutzbar gemacht. Meine Beweisführung war kurz folgende: Zunächst wurde konstatiert, daß für Taxus, die ja ein schattenliebender Baum sei, eine Lichtspareinrichtun^ von Vor- teil wäre: ferner wurde theoretisch festgestellt, daß tatsächlich an den Papillen Totalreflexion eintreten muß; endlich wurde der ex- perimentelle Beweis dafür erbracht, daß Totalreflexion auch wirk- lich eintritt. Im November 1911 veröffentlichte nun J. v. Wiesner einen Artikel 1 ), in dem er den Nachweis zu erbringen sucht, daß ich mit meiner Deutung der in Rede stehenden Struktur im Irrtum sei. Die Argumente, auf die Wiesner sich stützt, sind zahlreich. Taxus sei überhaupt gar kein schattenliebender Baum, womit eine der Voraussetzungen meiner Beweisführung hinfällig geworden sei. Die Sonnenblätter von Taxus besäßen ebenfalls die „Lichtspar- einrichtung", was auch gegen die Richtigkeit meiner Deutung spreche. Ferner ginge, wie aus mitgeteilten Versuchen hervorgehe, stark brechbares Licht gar nicht, schwach brechbares aber nur in so kleinen Quantitäten durch das Blatt, daß eine Totalreflexion und neuerliche Ausnützung des Lichtes der Pflanze keinen Vorteil brächte; endlich beweise die Tatsache, daß das Blatt durchscheinend sei, daß doch Licht durch die untere Epidermis nach außen ge- langt, daß also keine Totalreflexion statthabe. Ich muß gestehen, daß mich Wiesners Beweisführung nicht überzeugt hat, sondern daß ich nach wie vor an der Meinung festhalte, die ich mir auf Grund der in meiner zitierten Arbeit veröffentlichten Gedankengänge gebildet habe. Warum ich die vor- gebrachten Gegengründe nicht für überzeugend halte, möchte ich im folgenden klarlegen. Zunächst die Frage, ob Taxus ein schattenliebender Baum ist oder nicht. Die Beantwortung dieser Frage kann ich ruhig den ausgezeichneten Kennern der heimischen Flora überlassen 2 ) und 1 ) Bemerkungen über die nLichtspareinriehtung" des Tazus-Blattes. Österr. bot Zeitschrift, 1911, Nr. 11. 2 ) Willkomm, Forstliche Flora von Deutschland und Osterreich, 10. Aufl., 1887, p. 276: „Vor allem verlangt aber die Eibe einen schattigen Standort, zumal in den ersten Jahrzehnten ihres Lebens, wo sie nur im Schatten fortzukommen vermag. Daher ihr Auftreten als Unterholz im geschlossenen Waldbezirke". — Beißner, Handbuch der Nadelholzkunde, 1891, p. 169: „Er wächst in jeder Lage und in jedem Boden, liebt Schatten und ist daher auch als Unterholz sehr schätzbar." — Conwentz, Die Eibe in Westpreußen (Ab- handlungen zur Landeskunde der Provinz Westpreußen, 1892), p. 3: „Die Eibe ist kein Waldbaum erster Klasse und bildet nirgends den Hauptbestand, viel- mehr tritt sie immer nur als Unterholz einzeln oder in Gruppen, bisweilen in großer Zahl (horstweise) auf." — Hempel und Wilhelm, Die Bäume und Sträucher des Waldes, 1893, L, p. 200. — K ras an, Beobachtungen über den Einfluß standörtlicher Verhältnisse auf die Form variabler Pflanzenarten (Mitt. naturw. Vereins f. Steiermark, 1894, p. 296). — Ascherson und Graebner, 127 möchte nur bemerken, daß die Tatsache, daß Eiben in unseren Gärten und Anlagen an sonnigen Plätzen häufig anzutreffen sind, gewiß kein Kriterium dafür ist, ob Taxus ein Sonnenbaum sei oder nicht, da ja bekanntlich durch die Ausschaltung des Kampfes ums Dasein die Pflanzen in der Kultur auch unter Bedingungen ge- deihen, die sie am natürlichen Standorte nicht vertragen würden. Daß es auch in der Natur sonnige Standorte von Taxus gibt, Abb. 1. Zwei Scbattensproße mit „zweizeiliger" Anordnung der Blätter. Die Blätter liegen alle in einer Ebene, die senkrecht zur Bichtung des stärksten diffusen Lichtes ist. Die obere Figur stellt den linken der beiden Zweige, von der Seite gesehen, dar. Synopsis der mitteleuropäischen Flora, 1896,1., p. 182: „... stets im Schatten höherer Bäume." — Drude, Deutschlands Pflanzengeographie, 1896, 4. Bd., 1. Teil, p. 260. — Kirchner, Loew und Schröter, Lebensgeschichte der Blütenpflanzen Mitteleuropas, 1904, p. 72: „ .Es mag das (das Fehlen mechanischer Elemente im Blatt) mit der Schattenliebe des Baumes zusammen- hängen." — Scharfetter, Vorarbeiten zu einer pflanzengeographischen Karte Österreichs, VII. Die Vegetationsverhältnisse von Villach in Kärnten. (Abhand- lungen d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien, Bd. VI, Heft 3, 1911, p. 27). 128 ist mir wohl bekannt, ebenso kann ich die Tatsache bestätigen, daß die Papillen auf Sonnenblättern in gleicher Weise auf- treten wie auf Scbattenblättern. Das Verhalten der an sonnigem Standorte wachsenden Eiben zeigt aber sehr deutlich, daß dieser Baum eine Schattenpflanze ist. Diejenigen Zweige nämlich, die nicht durch die über und vor ihnen befindlichen Teile des Baumes beschattet sind, stellen ihre Blätter nicht so, daß sie ihre Fläche ^\ii \. VlL w Abb. 2. Ein Sonnensproß, in der Süd-Nord-Richtung gesehen. Die Blätter stehen mit ihren Flächen in der Richtung des einfallenden Lichtes (gegen den Beschauer zu). senkrecht zur Richtung des einfallenden Lichtes orientieren, sondern mit der Kante in diese Richtung, so daß sie (die Blätter sind nicht beweglich, sondern haben eine fixe Lichtlage) zur Zeit der stärksten Beleuchtung, also zu Mittag, die kleinste erreichbare Lichtmenge aufnehmen. Diese Tatsache, daß die Sonnenblätter, die die Lichtspareinrichtung ja auch besitzen, sich gegen allzu große Lichtintensitäten schützen, ist ein Beweis dafür, daß die Eibe eben 129 auf geringe Lichtintensitäten abgestimmt ist, daß sie also trotz des gelegentliehen Vorkommens an sonnigen Standorten ein Schatten- baum ist. Das verschiedene Verhalten der Sonnen- und Schatten- blätter zeigen die beigegebenen Abbildungen 1 — 3 1 ). Was nun die Lichtdurchlässigkeit des Taxus- Blattes anlangt, so kann ich die Tatsache, daß die Taxus- Blätter in geringem Maße durchscheinend sind, nur bestätigen. Dieses Verhalten stimmt Hgj< ' Um te : : : WM] ■ v '"' Abb. 3. Der Zweig von Abbildung 2, in der Ost-West-Eichtung gesehen. vollkommen mit der von mir mitgeteilten Konstruktion und dem Experimente überein, denn ich habe nachgewiesen, daß ein Teil des die untere Kutikula treffenden Lichtes total reflektiert wird, daß dagegen der andere Teil des Lichtes aus dem Blatte austritt; woraus selbstverständlich hervorgeht, daß das Blatt durchscheinend a ) Auch diesmal hatte Frl. A. Mayer die Güte, die Lichtbilder anzufer- tigen, wofür ich ihr auch an dieser Stelle bestens danke. 130 sein muß. In dem Hervorheben der Tatsache, daß das Blatt durch- scheinend ist, kann ich daher keine Widerlegung meiner Ansicht erblicken, diese Tatsache ist vielmehr eine selbstverständliche Kon- sequenz meiner Beweisführung. Das Hauptgewicht scheint mir aber Wiesner auf die quanti- tativen Beobachtungen zu legen, die er mit Bunsen-Normalpapier und Ehodamin-B-Papier gemacht hat. Diese Beobachtungen kann ich zum Teil bestätigen, zum Teil haben meine diesbezüglichen Versuche andere Resultate ergeben. Sowohl Versuche mit Bunsen-Eder-Papier, als auch eine im physikalischen Universitätsiustitute angestellte spektroskopische Untersuchung des durch das Blatt hindurch- gegangenen Lichtes 1 ) ergaben in Übereinstimmung mit Wiesner, daß stark brechbares Licht in nicht nachweisbarer Quantität die Unterseite des Blattes erreicht. Das aus der Unterseite des Blattes austretende Licht enthält Strahlen von den Wellenlängen zirka 728—688 jt k u, ferner ca. 644 — 512 ft 4 u; also rot mit Ausnahme des Streifens ca. 688—644 [iu, ferner den gelben und grünen Teil des Spektrums. Übereinstimmend damit sind die Befunde Wiesners, die ich auf Grund eigener Versuche bestätigen kann, daß Bunsenpapier nicht, wohl aber Rhodamin-B-Papier von dem durch das Blatt hindurchgegangenen Lichte affiziert wird. Ich kann aber die Behauptung, daß es gar keinen Unterschied macht, ob ein intaktes oder ein seiner unteren Epidermis beraubtes Blatt bei dem Versuche mit Rhodamiu-B-Papier verwendet wurde, nicht bestätigen. Es macht tatsächlich einen sehr wohl merkbaren Unterschied, ob ein intaktes oder ein epidermisloses Blatt ver- wendet wurde, was sich dann sehr augenfällig zeigen läßt, wenn man ein Blatt zu dem Versuche verwendet, dem nur ein Teil seiner unteren Epidermis abpräpariert wurde. Die epidermislose Stelle erscheint dann auf dem Papier als ein dunkler Fleck. Die Versuchsanordnung war die: In einen der Größe der Blätter ent- sprechenden Kartonrahmen wurden frische, ein Jahr alte, also voll- ständig erwachsene Blätter in der Weise gebracht, daß sie mit ihrer Oberseite nach außen gekehrt waren; umer die so ange- brachten Blätter wurde ein Streifen lichtundurchlässigen schwarzen Kartons gebracht; in der Dunkelkammer wurde nun unter diesen Karton ein Streifen Rhodamin-B-Papier 2 ), selbstverständlich mit der Schichtseite nach außen, gelegt. Diese ganze Anordnung wurde nun der Einwirkung sei es des direkten Sonnenlichtes, sei es einer Bogenlampe 3 ) ausgesetzt. Der Versuch begann mit dem Momente J ) Herrn Dr. Erwin Schrödinger bin ich für die freundliehe Unter- stützung bei dieser Untersuchung zu Dank verpflichtet. 2 ) Das Rhodamin-B-Papier verdanke ich durch gütige Vermittlung Herrn Hofrates R. v. Wettstein der Freundlichkeit Herrn Hofrates J. M. Eder; beiden Herren bin ich für die mir entgegengebrachte wohlwollende Unter- stützung zu Dank verpflichtet. 3 ) Über das Spektrum des elektrischen Lichtbogens siehe Kayser-Runge, Über die Spektren der Elemente, IL Über die im galvanischen Lichtbogen auftretenden Bandenspektren der Kohle. Abb. d. k. Akad. d. Wiss. z. Berlin, 1889, und Rieke, Lehrbuch der Physik, I. Bd., pag. 438. 131 des Wegziehens des zwischen Blatt und photographischem Papier befindlichen lichtundurchlässigen Kartons 1 ). Die übereinstimmenden Versuchsresultate imSonnen-nndßogenlicht.lassen sich so zusammen- fassen: Es wurde durch Vergleich der Zeiten, die nötig sind, um 1. das unbedeckte Papier, 2. das mit dem epidermislosen Blatt be- deckte, 3. das mit dem intakten Blatt bedeckte Papier auf einen bestimmten Ton zu schwärzen, folgendes, allerdings gewiß nur annäherungsweise richtige, Resultat erhalten. Das intakte Blatt läßt ca. 7 50 des Lichtes durch, das epidermislose ca. V 30 '■> ungefähr 3 / 5 des auf die untere Epidermis fallenden Lichtes geht also durch diese hindurch ; ungefähr 2 /s werden reflektiert. Zum Schlüsse möchte ich den Einwand besprechen, die Quantität des von der unteren Kutikula reflektierten Lichtes sei so gering, daß dieses Licht infolge seiner geringen Intensität für die Pflanze als Kraftquelle keinen Wert habe. Daß die in Frage kommende Lichtintensität zu gering ist, um für die Pflanze einen praktischen Wert zu haben, ist erst zu beweisen. Folgende Ge- dankengänge sprechen gegen diese Annahme. Es sei u diejenige Menge Lichtes, die von den Papillen in einem bestimmten Zeitteil zurückgeworfen wird, b diejenige Menge, die die unterste Chloro- phyllschicht in eben diesem Zeitteil von oben her empfängt; so würde in diesem Momente, wenn keine Lichtspareinrichtung be- steht, die Menge Lichtes, die der letzten Chlorophyllschicht zu- fließt, b sein, besteht aber die Lichtspareinrichtung, so ist die Menge offenbar b -f- a. Ich wage nun zu behaupten, daß es für die physiologische Tätigkeit der untersten Chlorophyllschicht (nur diese habe ich der Einfachheit der Vorstellung halber in Betracht gezogen) nicht gleichgültig sein kann, ob sie konstant die Licht- menge b oder b -f « erhält. Ferner halte ich es für unwahr- scheinlich, daß Licht nahezu von der Intensität, wie es aus der Unterseite des Blattes austritt 2 ), das ohne jeglichen Apparat mit bloßem Auge nachweisbar ist, für die Pflanze gar keinen Wert als Kraftquelle besäße. Mir scheint es zum mindesten sehr gewagt, dies behaupten zu wollen. Ich habe mit vorliegenden Zeilen den Zweck verfolgt, klar auszusprechen, wie ich mich nach Wiesners Ausführungen zu der Frage stelle und warum ich bei meiner ursprünglichen Meinung bleibe; es bleibe den Fachgenossen überlassen, zu beurteilen, welche Meinung" sie für die richtige halten. x ) Linsbauer bediente sich seinerzeit bei ähnlichen Versuchen eines für diese Zwecke adjustierten Kopierrahmens. Siehe Linsbauer, Untersuchungen über die Durchleuchtung von Laubblättern. Beiheft z. bot. Zentralblatt, 1901, Bd. X. 2 ) Da ca. 3 / 5 des auf die Epidermis treffenden Lichtes hinaustritt, 2 / 6 aber reflektiert werden, so besitzt das Licht, das reflektiert wird, ca. 2 / 3 der Inten- sität von dem, das austritt. 132 Die illustrierte spanische Flora des Carl C Ins ins vom Jahre 1576. Von Dr. Hermann Christ (Basel). 1. Allgemeines. Das erste botanische Werk des Niederländers Carl Olusius aus Arras, am 19. März 1576 bei Chr. Plantin in Antwerpen er- schienen, ist eines der bedeutendsten naturwissenschaftlichen Bücher jenes mächtigen und bewegten Zeitalters. Es ist wohl die erste Flora selecta eines begrenzten euro- päischen Gebietes, unter dem bescheidenen Titel: Rariorum aliquot stirpium per Hispanias observatarum historia. Es ist unter tragischen Umständen in einer Zeit erschienen, da man sich billig wundert, daß die Menschen überhaupt aufgelegt waren und Muße fanden, ein so schönes und in seiner Art voll- endetes Werk herzustellen. Clusius hat seine Studienreise durch Spanien und Portugal 1564 ausgeführt, also vor Ausbruch der niederländischen Krieges, auch vor Beginn der Austreibung der Moriscos aus Südspanien, die von Philipp II. erst 1568 in Angriff genommen wurde, in einer Epoche relativer Ruhe. Nach den von ihm angeführten Ört- lichkeiten hat er ziemlich die ganze Halbinsel, mit Ausnahme des Nordwestens, bereist und ist zu Lande von Lissabon nach Madrid gewandert. Den von den Mauren bewohnten Süden hat er sehr e ingehend durchforscht, auch die reiche Ostküste von Kartagena bis Valencia, und hat sich längere Zeit in Salamanca aufgehalten. Nur in das eigentliche Hochgebirge ist Clusius nicht eraporge- gestiegen. Von der Sierra Nevada ist nicht die Rede. Erst drei Jahrhunderte später (1834) hat Ed. Boissier deren alpine Flora erschlossen. Welch einen Dienst hätte Clusius uns leisten können, wenn er seine anderweitigen Beobachtungen und Reiseerlebnisse in einem Appendix der Flora geschildert hätte. Denn wie wenig wissen wir außer durch Cervantes von dem Leben der Universitäten, des Bürgers und des Bauern Spaniens in jener höchsten, sogenannten Blütezeit dieses Reiches! Dnd welch tragische Ereignisse drängten sich in die zehn Jahre, die zwischen dieser Reise und der Abfassung und dem Er- scheinen des Buches (1576) verflossen! Clusius erklärt in der Vorrede, er habe mit Kohle und Rotstift manche Pfiauze an Ort und Stelle gezeichnet und fast alle seine Funde teils eingelegt, teils in Samen zur Kultur mitgebracht, aber er habe erst zwei Jahre nachher einen geeigneten Maler gefunden, der die Bilder auf die Holzstöcke zeichnete. Und als der Drucker Chr. Plantin. regius arehitypographus, die Tafeln in Händen hatte und auf den Text wartete, war der arme Verfasser, obschon in gesicherter Stellung als kaiserlicher Hofrat in Wien, doch „von dem Ruin des 133 unglücklichen Heimatlandes so verstört und hingenommen, daß er weder schreiben noch überhaupt wissenschaftlich arbeiten konnte, und erst noch das Bedenken hatte, daß inzwischen seine Fach- genossen schon so manches vorweggenommen haben möchten." In der Tat wütete seit 1567 der schreckliche Vernichtungskrieg Philipps II. gegen das Volk und namentlich gegen die Städte der Niederlande, und welche Domesticae calamitates da über den Flamänder Olusius gingen, kaon man sich denken. Man erinnere sieb an die Belagerung von Leyden, an die 1576 erfolgte Zer- störung von Utrecht, von Maastricht und an die entsetzliche Plünderung von Antwerpen vom 4. November 1576, die wenige Monate nach Fertigstellung des Buches stattfand. Da mag man sich billig wundern, daß überhaupt an eine solche Arbeit auch nur gedacht werden konnte, und merkwürdig ist es, daß Exemplare des Werkes den Gräuel jener Tage, wo 500 Häuser in Brand standen, alles rein ausgeraubt und 5000 Bürger ermordet wurden, überdauern und auf uns kommen konnten. Das Buch ist in dem handlichen Kleinoktav gedruckt, das der große Buchkünstler Plantin bevorzugte, und gibt auf 424 Seiten etwa 228 Vollbilder von einem naiven, man möchte fast sagen treu- herzigen Wesen und doch von künstlerischer Auffassung. Sie sind nicht schematisiert; der Holzschnitt ist markig und in einfachen, scharfen Linien geführt. Man kann nichts Erfreulicheres sehen, denn die Naturtreue springt in die Augen, im Gesamthabitus wie n den Einzelheiten. Gewidmet ist das Werk durch eine vom 15. Mai 1775 aus Wien datierte Dedicatio dem Kaiser Max IL, bei dem Olusius, wie auch bei seinem Nachfolger Rudolf IL, Hofrat und Vorsteher des botanischen Instituts in Wien war. Sein Vorgänger in diesem Amt war Matthiolus und sein Genosse der Landsmann Rembert Dodonaeus, der als Leibarzt bei Max angestellt war. Dieser fried- liebendste aller Habsburger der Renaissancezeit liebte offenbar die Niederländer. Olusius nennt ihn in seiner Widmung einen her- vorragenden Liebhaber botanischer Studien. Das auf sechs Jahre gültige königliche Privilegium Philipps IL ist dem Buche vorgedruckt, und das Piacet der geistlichen Zensur, daß darin nichts Böses oder der heiligen römischen Kirche widriges stehe, wird am Ende durch den Pfarrer der Antwerpener Kathedrale bescheinigt. Wie damals alles nach Klassizität strebte, so auch dieser Pfarrherr, Sebastian Baer von Delft, der aber nicht verfehlte, sich Delphi us zu nennen. In die systematischen Verwandtschaft beziehungen der Pflanzen hatte Olusius bereits eine tiefe Einsicht und er wäre — hätte er dieser Seite volle Beachtung geschenkt — in der Lage gewesen, eine den modernen Anschauungen sehr ange- näherte Gruppierung vorzunehmen. Allein in der Anordnung folgte er trotzdem noch ganz dem naiven Anschaulichkeitsprinzip der 134 älteren Kriiuterbücher: er stellt im ersten Buch die Holzgewächse und die Schlinggewächse voran, faßt aber innerhalb derselben die Genera in strenger Konsequenz zusammen, und in diesen sind wiederum die Arten durchaus modern untergebracht: so die Coni- feren, die Eichen, die Cytisus und Gcnista, die Cistus-, die Erica- Arten, deren Bearbeitung heute noch eine durchaus meisterhafte zu nennen ist. In das zweite Buch verweist er die krautigen und Stauden- gewächse und beginnt mit den Coronariae, „welche durch ihre Farbenpracht aller Augen auf sich ziehen," und unter diesen mit den Zwiebelpflanzen „als den edelsten". Diesen folgen dann in bunter ßeihe, aber stets in strenger Gruppierung der zusammen- gehörigen Genera, die aromatischen Labiaten, die Compositen, namentlich die Distelgewächse, die Sileneen und Alsineen, die Euphorbien, die kleinen Leguminosen, zuletzt die Farne und die Gräser. Die Nomenklatur der spanischen Flora des Clusius ist viel einfacher als die der späteren, welche sofort an den Genus- namen eine ganze Diagnose von zahlreichen Adjektiven und Ab- lativen hängen, selbst in Werken, welche auf Kürze angewiesen sind: So 0. Bauhinus in seiner Basler Flora (Oatalogus plantarum circa Basileam nasc. 1622). Clusius bedient sich für die Genera und Arten sehr oft eines einzigen Namens: De Ohamaelea, de Myrto, de Lentisco, de Erica, de Narcisso, und auffallend häufig für die Arten der binominalen Form, ebensowohl in der Kapitel- überschrift als in der Eandepitome, ja diese Nomenklatur herrscht vor einer mehrnamigen vor. Er brauchte nur noch einen Schritt weiter zu gehen und statt der Nummern: Erica prima, altera, tertia etc. Adjektive zu setzen, so wäre die binominale Form so ziemlich durchgeführt gewesen. Sicherlich hat Linne sich durch Clusius zu seiner radikalen Eeform anregen lassen. Ich führe als Belege aus Clusius folgende zum Teil auch von Linne fest- gehaltene Beispiele an: Asplwdelus albus, A. minor, Arisarum latifolium, A. angusti- folium, Anemone latifolia, A. tenuifolia, Ranunculus autumnalis, Arislolochia rotunda, A. longa, A. clematitis, Linaria odorata, L. valentina, L. pumila, TelepJiium hispanicum, Scilla hispanica, Hemerocallis valentina, Holosteum salmanticum, Paronychia hi- spanica, Medica{gd) marina, Tribulus terrestris, Rubia marina, Eryngium pumilum, Aloe americana, Thapsia latifolia, Hyperi- cum supinum, Ruta montana, Nasturtium silvestre, Eruca pere- grina, Brassica campestris, Alsine repens, A. comiculata, Papaver eomiculatum, Mandragora femina, Heliotropiwn supinum, LT. tricoccum, Sideritis heraclea, Phlomis lychnitis, Conyza major, C. minor, Verbenaca supina, Ziziphus rubra, Z. alba, Althaea fruticans, Periclymenum rectum, Iuniperus major, Viscum oxycedri, Cistus mas, G. femina, G Jiumilis, C. annus, C. Ledon, Hippo- glossum valentinum, Polygonum majus, P. minus, Genista tinctoria, 135 Dorycnium hispanicum, Smilax aspera, Teucrium oaeticum, Ser- pillum Zygis, Jsarcissus praecox, N. juncifolius, Colchicum mon- tanum, Hyacinthus autumnalis, Sisyrichium minus usw. usw. Vielen anderen einfachen oder binominalen Namen hängt Clusius noch den Autor an: Dioseoridis, Theophrasti, Plinii, Galenii, so daß man im ganzen sagen kann, daß Linnes Reform weit mehr auf die Autoren seit Clusius, als auf diesen sich bezog, der bereits auf dem Wege zu Linnes Prinzip war. Suum cuique. In der Wahl der Namen lehnt er sich an seine Vorgänger an. Wo aber der hergebrachte Name systematisch irreführt, da verfehlt er nicht, die wirkliche Stellung der Pflanze zu markieren. So nennt er drei Arten von Goronilla nach Dioscorides und Plinins Polygala, fügt aber bei, diese Pflanzen seien unter Cytisus einzustellen (196). Centaurium majus (Chlora perfoliata) stellt er wenigstens, um ihre Verwandtschaft zu betonen, neben Gentiana (357) und bringt dann erst die Coraposite Centaurium majus. Doch wird das nicht streng durchgeführt: Leucojum autumnale, die Liliacee und Malcolmia, die Crucifere stellt er unter dem- selben ersteren Namen Leucojum ohne Kommentar weit auseinander, auf die Intelligenz des Lesers rechnend, der trotzdem zwei so ver- schiedene Pflanzen nicht zusammenwerfen werde (272 u. 334). Die formale Systematik der Flora des Clusius verläuft nach Genera und Species in unserem Sinne. Unsere Genera fallen mit den Kapiteln des Buches zusammen; innerhalb der Kapitel sind die Arten meist unter Nummern eingestellt. Im Text des Buches wird Genus nicht in unserem Sinn, sondern stets im Sinne unserer Art gebraucht; z. B. De Polio Cap. 65: „Von Pol i um finden sich mehr Genera, als die Alten anführen: unum, alterum etc. bis sextum, „oder: De Corruda (= Asparago) Cap. 83. „Bei den Alten finde ich ein Genus des wilden Spargels beschrieben. Ich fand davon drei in Spanien: prior, alter, tertius." Das Wort Species kommt im Text sehr sparsam vor, meist nur da. wo Clusius ein Genus in Gruppen abteilt. Die unter eine solche Gruppe eingereihten Arten heißen dann etwa species. So nimmt er bei Myrica (= Tamarix) Cap. 22 zwei Genera an: Die 31. silvestris und die 31. sativa, und bei ersterer sagt er, er habe in Pannonien istus generis aliam speciem beobachtet (es ist dies Myricaria germanica). In Cap. 30 De Erica nennt er als erstes Genus die E. myricae folio, nämlich die heutige Calluna; die vielen übrigen spanischen Arten, neun an der Zahl, bilden das andere Genus Corii folio. Bei zweien derselben nennt er Varietäten (s. n.) die er mit den Worten einführt: illi fere similis est etc., und huic similis sed minor etc. Ebenso zählt er bei den Aristo- lochien Cap. 23 vier Genera auf; „von der einen, der longa, machten die Alten nur eine Species, ich fand deren zwei, die prior und die altera." In diesen Fällen bedeutet, abweichend von der Regel, das Olusius'sche Wort Genus ziemlich genau nicht nur unsere Art, sondern unser Genus im neuen Sinn. (Fortsetzung folgt.) 136 Literatur - Übersicht 1 ). Jänner und Februar 1912 2 ). Beck G. de. Icones florae Germanicae et Helveticae, Tom. 25, Dec. 13 (pag. 49—52, tab. 76—79). 4°. Text: Fortsetzung von Potentüla. Tafeln: Schluß von Geum, Dryas und Filipendula. Bertel R. Sur la distribution quantitative des bacteries planctoni- ques des cötes de Monaco. (Bull, de l'Institut Oceanographique, Nr. 224. Fevrier 1912.) 8°. 12 pag. BresadolaJ. Basidiomycetes Philippinenses (Serie 1). (Hedwigia, Bd. Lr, Heft 6, S. 306-326.) 8°. Neue Arten: Leontinus Eimer i Bres., Cantharellus Merrillii Bres., Volvaria esculenta Bres., Fomes pachydermus Bres., Polystietus umbrinus Bres., Poria straminea Bres . Poria tricolor Bres., Daedalea gilvidula Bres., Thelephora gilvescens Bres., Cyathus Elmeri Bres., Cauloglossum saccatum Bres.; n<-ue Gattung: Elmeria mit E. cladophora (Berk.) Bres. und E. vespacea (Pers.) Bres. Bubak F. Ein Beitrag zur Pilzflora von Sachsen. ( Annales Myco- logici, Vol. X, 1912, Nr. 1, S. 46—53.) 8°. 2 Textabb. Neue Arten: Phyllosticta lathyricola Bubäk et Krieger, Phyllosticta grandimaculaus Bubäk et Krieger, Phoma S/miaciae Bubäk et Krieger, Asteroma argeutea Krieger et Bubäk, Ascochyta sambucella Bubäk et Krieger, Phleospora samarigena Bubäk et Krieger, Rhabdospora Atriplicis Bubäk et Krieger, Rhabdospora saxonica Bubäk et Krieger, Sclerophoma simplex Bubäk et Krieger, Staganospora pulchra Bubäk et Krieger, Lepto- stromella Atriplicis bubäk et Krieger, Zythia Trifolii Krieger et Bubäk, Coremiella (nov. gen.) cystopoides Bubäk et Krieger. Burgerstein A. Diagnostische Merkmale der Markstrahlen von Populiis und Salix. (Ber. d. deutsch, botan. Gesellsch., XXIX. Bd., 1911. Heft 10, S. 679— 684) 8°. Demelius P. Beitrag zur Kenntnis der Cystiden. III. (Verhandl. d. zool. botan. Gesellsch. Wien, LXI. Bd., 1911, 9. und 10. Heft, S. 378—395, Taf. III, IV.) 8°. Dom in K. Ein Beitrag zur Morphologie des Dikotylenblattes. (Bull, intern, de l'Acad. des sciences de Boheme, 1911.) 8°. 26 S., 5 Tafeln. Verf. bespricht die Stipular- und Scheidebildungen bei Dikotylen- blättern vom Standpunkte der Anaphyfosentheorie aus. Zahlreiche Beispiele, namentlich aus den Familien der Ranunculacpen, Berberidaceen, Meliantha- ceen, S^xifragaceen, Rosaceen, Leguminosen, Caprifoliaceen u. a. m., werden erläutert und durch schöne Abbildungen illustriert. Eine noch eingehendere Behandlung des Themas wird in Aussicht gestellt. J. M Die „Literatur-Übersicht" strebt Vollständigkeit nur mit Rücksicht auf jene Abhandlungen an, die entweder in Osterreich erscheinen oder sich auf die Flora dieses Gebietes direkt oder indirekt beziehen, ferner auf selbständige Werke des Auslandes. Zur Erzielung tunlichster Vollständigkeit werden die Herren Autoren und Verleger um Einsendung von neu erschienenen Arbeiten oder wenigstens um eine Anzeige über solche höflichst ersucnr. Die Redaktion. 2 ) Mit einigen Nachtägen aus dem Vorjahre. 137 Do min K. Einige Bemerkungen über Asarum europaeum L. var. caucasicum Duch. (Russkij botanitscheskij jurnal, 1911, pag. 19 bis 24.) 8°. Fuchsig H. Vergleichende Anatomie der Vegetationsorgane der Lilioideen. (Sitzungsber. d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem.-naturw. KL, Bd. CXX, Abt. I, Juli 1911, S. 957—999.) 8°. 3 Tafeln, 3 Textabb. Vgl. Jahrg. 1911, Nr. 7/8, S. 303 und 304. Ginzberger A. Die Biogeographie im erdkundlichen Unterrieht (mit besonderer Berücksichtigung der Pflanzengeographie). S.-A. aus K. C. Eothe und E. Weyricb, Der moderne Erdkunde- unterricht, 1911, S. 153—177.) 8°. Godlewski E. anaerobicznym rozkladzie materyi bialkowych w roslinach i oddychaniu srödczasteczkowem. — Über anaerobe Eiweißzersetzung und intramolekulare Atmung in den Pflanzen (Bull, intern, de TAcad. des sciences de Cracovie, 1911, Nr. 8B, pag. 623-704.) 8°. Grochmalicki J. und Szafer W. Biologiczne stosunki Siwej Wody w wyzyskach pod Szklem. — Die biologischen Verhaltnisse der Siwa Woda bei Szklo. (Sprawozdanie komisyi fizyograficznej, Krakau, Vol. 45, pag. 28—39.) Hackel E. Gramineae novae. VIII. (Fedde, Repertorium, Bd. X, Nr. 10/14, S. 165—174.) 8°. Originaldiagnosen von Paspalum Bertonii Hack., Aristida nigri- tiana Hack., Alopecurus heleochloides Hack., Sporobolus poaeoides Hack., Agrostis EocJcii Hack., Calamaqrostis nitida Hack., Trisettcm hirtiflorum Hack., Cortaderia longicauda Hack., Eragrostis blepharolepis Hack., Poa acrochaeta Hack., Poa ayseniensis Hack., Poa trachyantha Hack. Hanausek T. F. Zur Mikroskopie des Schnupftabaks und seiner Beimischungen. (Archiv für Chemie und Mikroskopie, 1912, Heft 2.) 8°. 7 S., 4 Abb. Hayek A. v. Die pflanzengeographische Literatur Österreichs in den Jahren 1897 — 1909. (Geographischer Jahresbericht aus Öster- reich, IX. S. 95—121.) 8°. Flora von Steiermark. II. Bd., Heft 3 (S. 161—240). Berlin (Gebr. Borntraeger), 1912. 8°. Enthält den Schluß der Scrophulariaceen, die Lentibulariaceen, Oro- banchaceen, Verbenaceen und den Anfang der Labiaten. Neu beschiebene Formen: Melampyrum nemorosum L. subsp. nemo- rosum (L ) Eonniger b. heterotrichum Ronniger und M. nemorosum L. subsp. silesiacum Ronniger c. diversipilum Hayek et Ronniger. Hecke L. Der „Krebs" der Pflanzen. (Wiener klinische Wochen- schrift. 1912, Nr. 6, S. 229—232.) 4°. 5 Textabb. Heimerl A. Zur Kenntnis der Nyctaginaceen-Gattung Okenia. (Verhandl. d. zool.-botan. Gesellsch., Wien, LXI. Bd., 1911, 9. und 10. Heft, S. 461—467.) 8°. 2 Textabb. Höhm F. Botaüisch-phänologische Beobachtungen in Böhmen für das Jahr 1910. Prag (Gesellschaft für Physiokratie in Böhmen), 1911. 8°. 22 S. österr. botan. Zeitschrift. 4. Heft. 1912. 10 138 Höhnel F. v. Siehe Zeitschrift für Gärungsphysiologie. Jacobi H. Wirkung verschiedener Lichtintensität und Belichtungs- dauer auf das Längenwachstum etiolierter Keimlinge. (Sitzungs- berichte d. kaiserl. Akademie d. Wissensch. in Wien, mathem.- naturw. Kl., Bd. CXX, Abt. I, Juli 1911, S. 1001—1031.) 8°. 3 Textabb. Janczewski E. Uzupelnienia monografii porzeczek. IV. Nowe mieszance. — Supplem. a la Monogr. des Groseilliers. IV. Hy- brides nouveaux. (Bull, intern, de l'Acad. des sciences de Cra- covie, 1911, Nr. 8B, pag. 612—619.) 8°. B. vitreum Jancz. (grossularia X stenocarpum), B. australe Jancz. {Gayanum $ X polyanthes cf), B. chrysanthum Jancz. (integrifolium Q X polyanthes tf), B. luteum Jancz. {integrifolium 9 X valdivianum tf), B. Wallichii (glaciale $ X luridum cf). Jesenko F. Einige neue Verfahren, die Ruheperiode der Holz- gewächse abzukürzen. IL Mitteilung. (Ber. d. deutsch, botan. Gesellsch., Bd. XXX, 1912, Heft 2, S. 81—93, Tafel III.) 8°. Kluyver A. J. Beobachtungen über die Einwirkung von ultra- violetten Strahlen auf höhere Pflanzen. (Sitzungsber. d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem.-naturw. Kl., Bd. CXX, Abt. I, Dezember 1911, S. 1137—1170.) 8°. 1 Tafel. Kubart B. Cordas Sphaerosiderite aus dem Steinkohlenbecken Radnitz-Bfaz in Böhmen nebst Bemerkungen über Chorionopteris gleichenioides Corda. (Sitzungsber. d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. in Wien, mathem.-naturw. KL. Bd. CXX, Abt. I, Oktober 1911, S. 1036—1048.) 8°. 2 Tafeln. Vgl. Jahrg. 1911, Nr. 12, S. 493 und 494. Linsbauer L. und Linsbauer K. Vorschule der Pflanzenphysio- logie. Zweite, umgearbeitete Aufl. Wien (K. Konegen), 1911. 8°. 255 S., 99 Textabb. — K 4 80. Mal och F. Beiträge zur Flora von Pilsen und seiner weiteren Umgebung. IL (Ungar, botan. Blätter, X. Bd., 1911, Nr. 11/12, S. 414—430.) 8°. Mitlacher W. Über Kulturversuche mit Arzneipflanzen in Korneu- burg im Jahre 1911. (S.-A. aus der Zeitschr. f.d. landw. Ver- suchswesen in Österreich, 1911.) Wien (W. Frick), 1911. 8°. 93 S. — K 3-—. Molisch H. Das Offen- und Geschlossensein der Spaltöffnungen, veranschaulicht durch eine neue Methode (Infiltrationsmethode). (Zeitschr. f. Botanik, 4. Jahrg., 1912, 1. Heft, S. 106—122.) 8°. 2 Textabb. — — Neue farblose Schwefelbakterien. (Zentralbl. f. Bakteriologie, Parasitenkunde und Infektionskrankheiten, IL Abt., Bd. 33, 1912, Nr. 1/6, S. 55—62, Tafel I und IL) 8°. Über den Einfluß des Tabakrauches auf die Pflanze. IL Teil. (Sitzungsber. d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. in Wien, mathem.- naturw. Kl., Abt. I, CXX. Bd., VII. Heft, S. 813-838.) 8°. 139 Molisch H. Über den Ursprung des Lebens. (Vorträge des Ver- eines zur Verbreitung naturw. Kenntnisse in Wien, 52. Jahrg., 1912, 2. Heft.) kl. 8°. 24 S. Morton F. Springende Samen. (In „Carinthia II", Mitteilungen d. naturhist. Landesmuseums für Kärnten, 1911, Nr. 5 und 6, S. 191—193.) 8°. Namyslowski B. Prodomus Uredinearum Galiciae et Bucovinae. (Sprawozdanie komisyi fizyograficznej, Krakau, Vol. 45, pag.l 65 bis 146.) Nestler A. Die hautreizende Wirkung des Amberholzes (Liqui- dambar styraciflua L.) (Berichte d. deutsch, botan. Gesellsch., XXIX, Bd., 1911, Heft 10, S. 672—678.) 8°. Über den Bakteriengehalt der atmosphärischen Luft. (S.-A. aus „Aus der Natur".) Gr. 8°. 6 S., 2 Abb. Pascher A. Scher ff elia, eine neue Chrysomonadine aus Böhmen. (Lotos. Prag, Bd. 59, 1911, Nr. 10, S. 341—342.) 8°. 2 Abb. Scherffelia dubia (Perty) Pascher = Cryptomonas dubia Perty = Carteria dubia Scherffel. Außerdem eine zweite, hier nicht benannte Art. Petrak F. Beiträge zur Kenntnis der mexikanischen und zentral- amerikanischen Cirsien. (Botanisk Tidsskrift, udg. af Dansk Bo- tanisk forening, 31. B., 1. H., 1911, S. 57—72.) 8°. Neu beschrieben werden : Cirsium limophilum Petrak (= C. lappoides X C. mexicanum), C. anartiolepis Petrak, sowie einige neue Unterarten und Varietäten. Pia J. v. Neue Studien über die triadischen Siphoneae verticillatae. (S.-A. aus „Beiträge zur Paläontologie und Geologie Österreich- Ungarns und des Orientes, Bd. XXV, S. 25—81, Tafel II bis VIII.) 4°. Die sehr eingehende Arbeit beschäftigt sich mit den in der Trias der Alpen, Karpathen und Dinarischem Gebirge vorkommenden fossilen Dasy- cladaceen. Verf. bespricht 21 Arten (darunter 11 neue), die er auf 7 Gattungen verteilt: Macroporella nov. gen., Gyroporella Gümbel, Teutloporella nov. gen., Oligoporella nov. gen., Physoporella Steinmann, Kantia nov. gen., Diplopora Schafhäutl. Da bereits eine Lebermoosgattung Kantia S. F. Gray existiert, sei für Kantia Pia der Name Kantioporella in Vorschlag gebracht. Die neuen Arten sind: M. dinariea, M. alpina, M. Helvetica; T. gigantea, T. tenuis; 0. pilosa, 0. serripora, 0. prisca; K. philosophi, K. hexaster, K. dolomitica. 7 Arten werden in andere Gattungen übertragen. Die ge- samten Dasycladaceae teilt Verf. in folgende Gruppen: Dasyporellidae (paläozoisch), Cyclocrinidae (paläozoisch), Diploporidae (vorwiegend mezo- zoisch, hieher die 7 triadischen Gattungen), Linoporellidae (mesozoisch), Triploporellidae (mesozoisch und känozoisch), Bometellidae (känozoisch und rezent), Neomeridae (vorwiegend känozoisch und rezent), Acetabulari- idae (vorwiegend rezent). Die letzten 3 Gruppen entprechen ungefähr den Bornetelleae, Dasycladeae und Acetabularieae von Wille in Engler und Prantl, welches Werk der Verf. indes nicht benützt zu haben scheint. Die Diploporidae teilt Verf. weiter in Macroporellinae, Teutloporellinae und Diploporellinae. Alle diese Verwandtschaftsverhältnisse sind eingehend be- sprochen und durch Stammbäume erläutert. 126 Lichtdrucke von Dünn- schliffen und zahlreiche Kekonstruktionen illustrieren die Arbeit. J. Kouppert K. und Wröblewski A. Grzyby z Zaleszczyk (Pilze aus der Umgebung von Zaleszczyki). (Sprawozdanie komisyi fizyo- graficznej, Krakau, Vol. 45, pag. 58—64.) 10* 140 KudolphK. Der Spaltöffhungsapparat der Palmenblätter. (Sitzungs- berichte d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem.-naturw. KL, Bd. CXX. Abt. I, Oktober 1911, S. 1049—1086.) 8°. 10 Textfig., 2 Tafeln. Samec M. Studien über Pflanzenkolloide. I. Die Lösungsquellung der Stärke bei Gegenwart von Kristalloiden. (Sonderausgabe aus W. Ostwald, Kolloidchemische Beihefte, Bd. III.) Dresden (Th. Steinkopff), 1912. 8°. 42 S. Schechner K. Wechselwirkungen zwischen Edelreis und Unter- lage. (Zeitschr. f. Gärtner und Gartenfreunde. 8. Jahrg., 1912, Nr. 3, S. 39-41.) 4°. Schiffner V. Über Sardia Lindmani Steph. (Hedwigia. Bd. LI, Heft 6, S. 273-277.) 8°. 9 Textfig. — — Über Lepicolea auadrüaciniata (Hedwigia, Bd. LI, Heft 6, S. 278—282.) 8°. 15 Textfig. Schneider CK. Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Syringa. (Mitteilungen d. deutschen dendrolog. Gesellsch., 1911, S. 226 bis 230.) 8°. — — Eine neue Fraxinus aus Kleinasien. (Fedde, Repertorium, Bd. X, Nr. 10/14, S. 163.) 8°. Originaldiagnose von Fraxinus Kotschyi aus Cilicien, verwandt mit F. Ornus. Stadimann J. Eine botanische Reise nach Südwest-Bosnien und in die nördliche Herzegowina. (Fortsetzung.) (Mitteil. d. naturw. Vereines a. d. ünivers. Wien, X. Jahrg., 1912, S. 13-21.) 8°. Theißen F. Fragmenta brasilica IV, nebst Bemerkungen über einige andere Aster ina-krten. (Annales Mycologici, Vol. X, 1912, Nr. 1, S. 1—32.) 8°. Neue Arten: Ophiodothis marginata Theiss., Zignoella torpedo Theiss., Amphisphaeria megalotheca Theiss., Valsaria hypoxyloides Rehm, Lasiosphaeria chlorina Rehm. Fragmenta brasilica V, nebst Besprechung einiger paläo- tropischer Mikrothyriaceen. (Annales Mycologici, Vol. X, 1912, Nr. 2, S. 159—204.) 8°. Neue Gattungen: Calothyrium Theiss., Asterinella Theiss., Astero- dothis Theiss. Zahlreiche Versetzungen älterer Arten in andere Gattungen. Tiesenhausen M. Frh. v. Beiträge zur Kenntnis der Wasser- pilze der Schweiz. (Archiv für Hydrobiologie und Planktonkunde, Bd. VII, Heft 2, S. 261—307.) 8°. 24 Textabb. Tschermak E. v. Pflanzenzüchterisches aus Frankreich. (S.-A. aus „Monatshefte für Landwirtschaft", Heft 3, 1912.) 4°. 8 S. Wasniewski S. Przyczynek do mykologii Krölestwa Polskiego. (Beitrag zur Pilzflora des Königreiches Polen.) (Sprawozdanie komisyi fizyograficznej. Krakau, Vol. 45. pag. 23 — 27.) Wildt A. Beitrag zur Flora von Mähren. (Verhandl. d. natur- forsch. Vereines in Brunn, L. Bd.) 8°. 7 S. Wilhelm K. Das Arboretum der Lehrkanzel für Botanik bei der k. k. Hochschule für Bodenkultur in Wien. (Mitteil. d. dendrolog. 141 Gesellsch. z. Ford. d. Gehölzkunde u. Gartenkunst in Österreich- Ungarn, 1. Bd., 1912, Heft 1, S. 9 bis 11, und Heft 2, S. 39 bis 50.) 4°. Wodziczko A. Materyaly do mykologii Galicyi. (Materialien zur Pilzflora Galiziens.) (Sprawozdanie komisyi fizyograficznej, Krakau, Vol. 45, pag. 40—57.) Woloszynska J. Zycie glonöw w görnym biegu Prutu. (Algen- leben im oberen Prut.) (Sprawozdanie komisyi fizyograficznej, Krakau, Vol. 45, pag. 3—22.) Zapalowicz H. Krytyczny przeglad roslinnosci Galicyi. Cz. XXII. — Revue critique de la flore de Galicie. XXII. (ßull. intern, de FAcad. des sciences de Cracovie, 1911, Nr. 8B, pag. 620 bis 622.) 8°. Neubeschreibungen: Papaver corona Sti. Stephani Zap. (Ineu in den ßodnaer Alpen.) — — Ze strefy roslinnosci karpackiej, V. (Aus der Zone der Karpatenflora, V.) (Sprawozdanie komisyi fizyograficznej, Krakau, Vol. 45, pag. 147 — 155.) Zeitschrift für Gärungsphysiologie, allgemeine, landwirtschaftliche und technische Mykologie. Herausgegeben von Prof. Dr. Alexander Kossowicz (Wien). Verlag von Gebr. Borntraeger (Berlin). Bd. I, Heft 1 (März 1912). gr. 8°. V + 90 S. Inhalt: E. Meißner, Versuche über die Entsäuerung von 1910er württembergischen Weinen mittels reinen gefällten kohlensauren Kalkes. — S. Lwow, Über die Wirkung der Diastase und des Emulsins auf die alko- holische Gärung und, die Atmung der Pflanzen. — F. v. Höhne 1, Beiträge zur Mykologie. I. Über die Berechtigung der Gattungen Cystotheca und Tyrococcum. — C. Gorini, Untersuchungen über die säurelabbildenden Kokken des Käses. — A. Kossowicz, Die Zersetzung von Harnstoff, Harn- säure und Glykokoll durch Schimmelpilze. — Sammelreferate. — Referate. Preis jedes Bandes (24 Druckbogen, in zwanglosen Heften) Mk. 20.—. Zellner J. Zur Chemie der höheren Pilze, VII. Mitteilung: Hypholoma jasciculare Huds. VIII. Mitteilung: Über den Weizenbrand (Tilletia levis Kühn und tritici Winter). (Sitzungs- berichte d. kaiserl. Akademie d. Wissensch. in Wien, mathem.- naturw. Kl., Abt. IIb, CXX. Bd., VIII. Heft, S. 839-845 und 847—855.) 8°. Vgl. Jahrg. 1911, Nr. 11, S. 454. Abderhalden E. Synthese der Zellbausteine in Pflanze und Tier. Lösung des Problems der künstlichen Darstellung der Nahrungs- stoffe. Berlin (J. Springer), 1912. kl. 8°.128 S. — Mk. 3 60. Antipa G. Die Biologie des Donaudeltas und des Inundations- gebietes der unteren Donau. Jena (G.Fischer). 1911. 8°. 48 S., 18 Textabb. — Mk. 1.50. Ascherson P. und Graebner P. Synopsis der mitteleuropäi- schen Flora. Zweite, veränderte und vermehrte Auflage. 1. Liefe- rung (I. Bd., Bogen 1—10). Leipzig (W. Engelmann), 1912. 8°. — Mk. 4.—. 142 Inhalt: Anfang der Pteridophyten, nämlich Hymenophyllaceae, Poly- podiaceae, Osmundaceae, Beginn der Ophioglossaceae. Baur E. Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antir- rhinum. II. Faktorenkoppelung. (Zeitschr. f. indukt. Abst.- u. Vererbungslehre, Bd. VI, Heft 4, S. 201—216.) 8°. Beauverd G. Plantes nouvelles ou critiques de la Flore du Bassin du Rhone avec description du nouveau genre Disper- motheca. (Bull, de la Soc. Bot. de Geneve, 2. serie, vol. III, 1911, nr. 718, pag. 297—339.) 8°. 9 fig. Die Gattung Dispermotheca ist von Odontites, Bartschia und ver- wandten Gattungen unter anderen durch zweisamige Fruchtfächer verschieden ; sie umfaßt vier Arten: D. viscosa (L.) Beauverd (== Odontites viscosa Echb.), D. alpestris (Jord.) Beauverd, D. hispanica (Boiss. et Beuter) Beau- verd, D. granatensis (Boiss.) Beauverd. Von anderen in der Arbeit beschriebenen Neuheiten seien genannt: Asplenium dolosum var. uginense (= A. Adiantum-nigrum > Tricho- manes), Asplenium paradoxum (= A. Adiantum-nigrum X septentrionale), Avena pratensis var. gexiana, Cardamiue amara var. cymbalaria, Arabis hirsuta var. genevensis, Draba aizoides var. crassicaulis, Sempervivum montanum var. ochroleucum, Gentiana bavarica var. discolor, Gentiana solstitialis var. luteo-violacea, Melampyrum pratense var. chrysanthum, Melampyrum pratense var. sabaudum, Pinguicula vulgaris var. Gaveana, Pinguicula alpina var. Lendneri, Erigeron acre var. vallesiacum. Über mehrere andere Pflanzen finden sich sehr eingehende und beachtenswerte kritische Auseinandersetzungen. J. Beccari 0. Asiatic Palms — Lepidocaryeae. Part II. The species of Daemonorops. (Annais of the Royal Botanic Garden Calcutta, vol. XII, part I.) Calcutta, 1911. Letter-press 237 pag. in 4°. Plates 109 in folio. — Price: letter-press 12 s, plates £ 2, 18 s. Boshart R. Über die Frage der Anisophyllie. (Ber. d. deutsch, botan. Gesellsch., Bd. XXX, 1912, Heft 1, S. 27—33.) 8°. Buscalioni L. e Lopriore G. II pleroma tubuloso, 1' endoder- mide midollare, la frammentazione desmica e la schizorrizia nelle radici della Phoenix dactylifera L. (Atti dell'Accad. Gioenia di sc. nat. in Catania, Serie 5a, Vol. III, Mem. I.) 4°. 102 pag., 13 tav. Ca liier A. Diagnoses formarum novarum generis Alnus. (Fedde, Repertorium, Bd. X, S. 225-237.) 8°. Chamberlain Ch. J. Morphology of Ceratozamia. (Botanical Gazette, vol. LIII, 1912, nr. I, pag. 1—19.) 8°. 1 plate, 7 fig. in the text. Cossmann H. Deutsche Flora. Vierte, gänzlich neu bearbeitete Auflage. Breslau (F. Hirt), 1911. 8°. I. Teil (Text): 44K und XXIX S. II. Teil (Abbildungen): 148 Tafeln mit 884 Abbil- dungen. — In einem gebunden: Mk. 7.50, getrennt gebunden Mk. 8.—. Ein in erster Linie für den Schüler und Anfänger berechnetes Be- stimmungsbueh , welches die Anthophyten und Pteridophyten von ganz Deutschland mit Ausschluß des Alpengebietes behandelt. "Weggelassen wurden einzelne seltene und schwer zu unterscheidende Arten. Dagegen wurden die häufiger kultivierten Zierpflanzen mit aufgenommen, was gewiß vielen er- wünscht sein wird. Die Bestimmungsübersichten haben nicht die Gestalt des 143 gewöhnlichen dichotomen Schlüssels, sondern Tabellenform (A, I, a, 1, a, a 1 , a 1 , a l , a 3 , ). Die Beschreibungen sind knapp, aber meist aus- reichend. Die Betonung und Etymologie der Namen (diese oft etwas gesucht) ist stets angegeben. Das System, sowohl im ganzen als auch in einzelnen Familien, ist etwas veraltet. Die Nomenklatur entspicht sehr oft nicht den internationalen Kegeln. Bei manchen kritischen Gattungen läßt das Buch ganz im Stich. Die Abbildungen sind ganz gefällig und meist auch ziemlich charakteristisch. Falsch ist die Abbildung (auch Beschreibung!) des Euphorbia- Cyathiums. J. Detmer W. Das kleine pflanzenphysiologische Praktikum. An- leitung zu pflanzenphysiologischen Experimenten für Studierende und Lehrer der Naturwissenschaft. Vierte, vielfach veränderte Auflage. Jena (G. Fischer), 1912. 8°. 339 S., 179 Textabb. — Mk. 7.50. Familler I. Die Laubmoose Bayerns. Eine Zusammenstellung der bisher bekannt gewordenen Standortsangaben. (Denkschr. d. kgl. bayr. botanischen Gesellschaft in Regensburg, XI. Bd., 1911, S. 1—233.) 8°. Fedde F. Justs botanischer Jahresbericht. XXXVI. Jahrg. (1908), 3. Abteilung, 5. Heft (Schluß, S. 461—982). XXXVII. Jahrg. (1909), 1. Abteilung, 5. Heft (S. 801—960); 2. Abteilung, 3. Heft (S. 481—640). Leipzig (Gebr. Borntraeger), 1912. 8°. Inhalt von 1908, III, 5: Berichte über die pharmakognostische Lite- ratur aller Länder aus den Jahren 1907 und 1908 (Schluß). Autorenregister. Sachregister. — Inhalt von 1909, I, 5: P. So r au er, Pflanzenkrankheiten. 0. Pen zig, Teratologie 1909. 0. Schneider, Geschichte der Botanik 1909. K. W. v. Dalla Torre, Bestäubungs- und Aussäugungseinrichtungen. Der- selbe, Pflanzengallen und deren tierische Erzeuger. — Inhalt von 1909, II, 3: C. Schneider, Allgemeine und spezielle Morphologie und Systematik der Siphonogamen 1909 (Fortsetzung). Fiori A. et Beguinot A. Schedae ad Floram Italicam exsicca- tam, ser. II, cent. XV — XVI (cont.). (Nuovo giornale botanico Italiano, n. s., vol. XVIII, 1911, nr. 4, pag. 459—513.) 8°. Neue Art: Dianthus Tarentinus Lacaita. Fl er off A. Vegetationsbilder aus dem Transbajkalgebiete. Urwald. (B. Fedtschenko und A. Fl er off, Rußlands Vegetationsbilder, 1. Serie, Heft 4.) St. Petersburg, 1911. 4°. 7 Tafeln, 43 Seiten Text mit 5 Textbildern. Forenbacher A. Die Chondriosomen als Ohromatophorenbildner. (Ber. d. deutsch, botan. Gesellsch., XXIX. Bd., 1911, Heft 10. S. 648—660, Tafel XXV.) 8°. Fries R. E. Die Arten der Gattung Petunia. (Kungl. Svenska Vetenskapsakademiens Handlingar, Bd. 45, Nr. 5.) üppsala und Stockholm, 1911. 4°. 72 S., 7 Tafeln. Fucskö M. Die hypertrophischen Gebilde der Kartoffel. [Botanikai Közlemenyek, XL, 1912, 1., pag. 14—29 und (3)— (11).] 8°. 10 Textfig. Geze J. B. Etudes botaniques et agronomiques sur les Ttjpha et quelques autres plantes palustres. Villefranche de Rouergue 1912. 8°. 174 pag., 7 tab. 144 Günther H. und Stehli G. Tabellen zum Gebrauch bei botanisch- mikroskopischen Arbeiten. Band I: Phanerogatnen. (Handbücher für die praktische naturwissenschaftliche Arbeit, Bd. VIII.) Stutt- gart (Franckh). kl. 8°. 101 S. - Mk. 2.—. Guenther K. Einführung in die Tropenwelt. Erlebnisse, Beob- achtungen und Betrachtungen eines Naturforschers auf Ceylon. Leipzig (W. Engelmann). 1911. kl. 8°. 392 S., 107 Textabb., 1 Karte. — Mk. 4.80. Haecker V. Allgemeine Vererbungslehre. Braunschweig (Fr. Vie- weg und Sohn), 1911. 8°. 392 S., 135 Textfig., 4 Tafeln. — — Mk. 15.—. Hertwig K. Über den derzeitigen Stand des Sexualitätsproblems nebst eigenen Untersuchungen. (Biologisches Zentralblatt, XXXII. Band, 1912, Nr. 1, S. 1—45. Nr. 2, S. 65—111.) 8°. 7 Textfig. Hjelt Hj. Conspectus florae Fennicae. Vol. IV. Dicotyledoneae: Pars III. Violaceae — Elaeagnaceae. (Acta societatis pro fauna et flora Fennica, 35, Nr. 1.) Helsingforsiae, 1909—1911. 8°. 411 pag. Hoff mann J. F. Das Getreidekorn, seine Bewertung und Behand- lung in der Praxis, nebst Beschreibung von Speicherbauten und ihrem Zubehör. I. Bd.: Die Bewertung des Getreides. Berlin (P. Parey), 1912. 8°. 249 S., 77 Textabb. — Mk. 9.—. Holtermann C. In der Tropenwelt. Leipzig (W. Engelmann), 1912. gr. 8°. 210 S., 38 Abb. — Mk. 5.80. Jassoy A. Eine Frühlingsfahrt an die österreichische Küste und in deren Hinterländer. (S.-A. a. d. 42. Bericht d. Senckenberg. naturf. Gesellschaft, Heft 3, 1911. S. 217—256.) 8°. 34 Text- abbildungen. Jongmans W. J. Anleitung zur Bestimmung der Karbonpflanzen Westeuropas, mit besonderer Berücksichtigung der in den Nieder- landen und den benachbarten Ländern gefundenen oder noch zu erwartenden Arten. I. Bd.: Thallophytae, Equisetales, Spheno- phyllales. (Mededeelingen van de Rijksopsporing van Delfstoffen, Nr. 3.) 's-Gravenhage, 1911. gr. 8°. 482 S., 390 Textfig. Krösche E. Formen von Veronica Anagallis L. und Ver. aquatica Bernhardi. (S.-A. a. d. XVII. Jahresber. d. Ver. f. Naturwissen- schaft zu Braunschweig.) 8°. 19 S. Veronica Anagallis wird in drei Subspezies (subsp. genuina, subsp. divaricata, subsp. ambigua) geteilt, deren jede eine Anzahl von Formen umfaßt. Veronica anagalloides erscheint als eine Form der Subspezies diva- ricata. Von V. aquatica werden die Formen typica und laticarpa unter- schieden. Kükenthal G. Carex illegitima Cesati in Dalmatien. (Ungar. botan. Blätter, X. Bd., 1911, Nr. 11/12, S. 381—382.) 8°. Lecomte H. Flore generale de l'Indo Chine. Tome I, fasc. 8 (pag. 849-1070, tab. XXV, XXVI). Paris (Masson et Cie.), 1912. gr. 8°. Inhalt: C. J. Pitard, Cardiopteridacees (tin), Ilicacees, Celastracees, Hippocrateacees et Khamnacees; F. Gagnepain, Leeacees et Ampelidacees ; H. Lecomte, Sapindacees et Aceracees. 145 Leduc St. Das Leben in seinem physikalisch-chemischen Zu- sammenhang. (Übersetzt von A. Gradenwitz.) Halle a. d. S. (L. Hofstetter), 1912. 8°. 232 S., 71 Textabb. — Mk. 5.—. Lewitsky G. Vergleichende Untersuchungen über die Chondrio- somen in lebenden und fixierten Pflanzenzellen. (Ber. d deutsch, botan. Gesellschaft, XXIX. Bd., 1911, Heft 10, S. 685—696, Tafel XXVII.) 8°. Die Chloroplastenanlagen in lebenden und fixierten Zellen von Elodea canadensis Rieh. (Ber. d. deutsch, botan. Gesellsch., XXIX. Bd., 1911, Heft 10, S. 698—703, Tafel XXVIII.) 8°. Marret L. Icones florae alpinae plantarum. Fase. 3 und 4. Paris (L. Marret), 1911. gr. 8°. Je 20 Tafeln mit Text. Mit Beiträgen von A. v. Degen, A. v. Hayek, C. H. Ostenfeld. Meißner R. Die Schutzmittel der Pflanzen. (Aus der Sammlung „Naturwissenschaftliche Wegweiser", Serie A, Bd. 25.) Stuttgart ^Strecker und Schröder), kl. 8°. 94 S., 72 Textabb., 8 Tafeln. — Mk. 1.—. Meyer K. Zur Frage von der Homologie der Geschlechtsorgane und der Phylogenie des Archegoniums. (Biologische Zeitschrift, Bd. II, Heft 3/4, Moskau 1912, S. 177—187.) 8°. 12 Textabb. Behandelt eine Reihe vom Verf. beobachteter Abnormitäten bei Cor- sinia marchantioides, welche die vollständige Homologie von Antheridium und Archegonium bezeugen. Migula W. Kryptogamenflora von Deutschland, Deutschösterreich und der Schweiz (im Anschluß an Thomes Flora von Deutsch- land). Bd. III. Pilze. 2. Teil. 1. Abt. Basidiomycetes. Gera (Fr. de Zezschwitz), 1912. 8°. 400 S., zahlreiche Farbentafeln. — Mk. 42.50. Mildbraed J. Wissenschaftliche Ergebnisse der deutschen Zentral- afrikaexpedition 1907—1908 unter Führung Adolf Friedrichs, Herzogs zu Mecklenburg. Bd. II. Botanik. Lieferung 4 (S. 271 bis 420): Dicotyledoneae — Sympetalae I. Leipzig (Klinkhardt und Biermann). 1911. gr. 8°. Illustr. Minden M. v. Kryptogamenflora der Mark Brandenburg. V. Bd.: Pilze. 4. Heft (Bogen 32—38). Leipzig (Gebr. Borntraeger), 1912. 8°. Müller K. Dr. L. Rabenhorsts Kryptogamenflora von Deutschland, Österreich und der Schweiz. VI. Bd.: Die Lebermoose (Musci hepatici) (unter Berücksichtigung der übrigen Länder Europas). 15. Lieferung. Leipzig (E. Kummer), 1912. 8°. 80 S., 23 Textabb. — Mk. 2.40. — — Vegetationsbilder aus dem Schwarzwald. (G. Karsten und H. Sehen ck, Vegetationsbilder, IX. Reihe, Heft 6 und 7, Tafel 31—42.) Jena (G. Fischer), 1911. 4°. Mykologisches Zentralblatt. Zeitschrift für allgemeine und ange- wandte Mykologie. Organ für wissenschaftliche Forschung auf den Gebieten der allgemeinen Mykologie (Morphologie, Physio- 146 logie. Biologie, Pathologie und Chemie der Pilze), Gärungs- chemie und technischen Mykologie. Herausgegeben von Prof. Dr. C. Wehmer (Hannover). Verlag von G. Fischer (Jena). Bd. I, Heft 1 (Februar 1912). gr... 8°. II -f 34 S. Inhalt: Ed. Fischer, Über die Spezialisation des Uromyces caryo- pJiyllinus (Schrank) Winter. (Vorl. Mitt.) — C. Wehmer, Hausschwamm- studien. I. Zur Biologie von Coniophora cerebella A. et Seh. — Referate. — Neue Literatur. — Personal- und andere Nachrichten. Preis für den Band (monatliche Hefte von 1-2 Druckbogen) Mk. 15. — . Nova Guinea. Resultats de l'expedition scientifique neerlandaise ä la Nouvelle-Guinee en 1907 et 1909 sous les auspices de Dr. H. A. Lorentz. Vol. VIII. 1. partie. Botanique. Fin (pag. 427 bis 611, tab. LXIX-CXII). 4 Ü . Pax F. Euphorbiaceae-Gelonieae und Euphorbiaceae-Hippomaneae. [A. Engler, Das Pflanzenreich, 52. Heft (IV. 147. IV und IV. 147. V).] Leipzig (W. Engelmann), 1912. 8°. 41 S., 11 Textabb. und 319 S., 58 Textabb. — Mk. 18.30. Potonie H. Grundlinien der Pflanzenmorphologie im Lichte der Paläontologie. Zweite, stark erweiterte Auflage des Heftes : „Ein Blick in die Geschichte der botanischen Morphologie und die Perikaulomtheorie". Jena (G. Fischer), 1912. gr. 8°. 259 S., 175 Textabb. — Mk. 7.—. Ein originelles Buch, das gleichwie die erste in kleinem Umfange er- schienene Auflage viel Widerspruch finden wird, aber auch viel Anregung bieten kann. Verf. steht auf dem Standpunkte, den auch der Ref. teilt, daß die Morphologie zur Grundlage die Erforschung der Herkunft der Organe, ihre Umgestaltung im Verlaufe der Generationen hat. Darin liegt schon die möglichst starke Verwertung der Paläontologie begründet, die Verf. anstrebt. Den Hauptinhalt des Buches bietet die Ableitung der Organe der Cormo- phyten von denen der Thallophyten nach der „Gabeltheorie", die Fort- entwicklung des Sprosse nach der Perikaulomtheorie. Verf. trachtet, beide Theorien auf breiter Basis und mit Verwertung neuerer Entdeckungen auszugestalten. Auf Einzelheiten kann hier nicht eingegangen werden, aber vielleicht gibt nachstehender Satz (S. 95) eine Vorstellung von dem Ideen- gang des Verfassers: „Nur zwei wesentliche Stücke: 1. das Archaiokaulom (die Zentrale, der Urstengel) und 2. das Archaiophyllom (das Urblatt) sind es, die dank Umbildung im Verlaufe der Generationen die Gesamtheit aller Formgestaltungen der höheren Pflanzenwelt bedingen, und da diese beiden Stücke phylogenetisch aus Gabelästen von Thalluspflanzen sich herleiten lassen, so ist schließlich das eine und einzige morphologische Grundorgan aller höheren Pflanzen ein thalloses Gabelglied, ein Kalosom". Wie schon gesagt, bietet das Buch reiche Anregung, es enthält zahlreiche schöne Ge- danken; auf alle Fälle ist es wertvoll, die Morphogenie des Pflanzenreiches auf einem von dem üblichen abweichenden Wege zu versuchen, besonders wenn der Versuch konsequent durchgeführt wird. Folgen kann der Ref. dem Verf. jedoch nicht, für ihn erscheint dessen Auffassung doch als eine zu weit- gehende Verallgemeinerung einzelner Tatsachen und in diesem Sinne als zu formal. W. Kavasini R. Die Feigenbäume Italiens und ihre Beziehungen zu einander. Bern (M. Drechsler), 1911. 8°. 174 S., 61 Textabb., 1 Tafel. — Mk. 11.—. Rubel E. Pflanzengeographische Monographie des Berninagebietes (Schluß). (Botan. Jahrb. f. Systematik etc., XLVII. Bd., 1912, III. und IV. Heft, S. 297-616.) 8°. 147 Schlechter K. Die Orchidaceen von Deutsch-Neuguinea. (Bei- hefte zum Repertorium specierum novarum, Bd. I, Heft 2—4 [S. 81— 320].) Berlin- Wilmersdorf (F. Fedde), 1911— 1912. gr. 8°. Schrader 0. Die Anschauungen W. Hehns von der Herkunft unserer Kulturpflanzen und Haustiere im Lichte neuerer For- schung. Berlin (Gebr. Borntraeger), 1912. 8°. 47 S. — Mk. 1.—. Schuster J. Die systematische Stellung von fflüzocaulon. (Ber. d. deutsch, botan. Gesellsch., Bd. XXX, 1912, Heft 1, S. 10 bis 16.) 8°. 1 Textabb. Spratt E. R. The Morphology of the Root Tubercles of Alnus and Elaeagnus, and the Polymorphism of the Organism causing their Formation. (Annais of Botany, vol. XXVI, 1912, nr. CI, pag. 119—128, tab. XIII, XIV.) 8°. Stein E. Bemerkungen zu der Arbeit von Molisch: „Das Offen- und Geschlossensein der Spaltöffnungen, veranschaulicht durch eine neue Methode". (Ber. d. deutsch, botan. Gesellsch., Bd. XXX, 1912, Heft 2, S. 66—68.) 8°. Sztankovits R. Anatomie der Blätter und Früchte der ungari- schen Carpimis-kYten. [Botanikai Közlemenyek, XI., 1912, 1., pag. 1—13 und (1)— (2).] 8°. 13 Textfig. Wernham H. F. Floral Evolution: With particular reference to the sympetalous Dicotyledons. IV. Tetracyclidae: Part I. Con- tortae, Part II. Tubiflorae. (New Phytologist, vol. X, 1911, nr. 7/8, pag. 217-226, nr. 9/10, pag. 293—305.) 8°. Tansley A. G. Types of British Vegetation. Cambrigde (Univer- sity Press), 1911. kl. 8°. 416 pag., 36 plates, 21 flg. in the text. Mk. 7.20. Thiselton-Dyer W. T. Flora Capensis. Vol. V, sect. 1. Part III (pag. 449—640). London (L. Reeve and Co.), 1911. 8°. Inhalt: C. H. Wright, Chenopodiaceae (Schluß); A. W. Hill, Phy- tolaccaceae; C. H. Wright, Polygonaceae; A. W. Hill, Podostemaceae, Cytinaceae; C. H. Wright, Piper aceae, Monimiaceae; 0. Stapf, Lauri- neae; J. Hutchinson, E. P. Phillips, 0. Stapf, Proteaceae (Anfang). Toussaint. Europe et Amerique (Nord-Est). Flores comparees comprenant tous les genres europeens et americains. les especes communes aux deux contrees, naturalisees et cultivees. Paris (A. Hermann et fils), 1912. gr. 8°. 650 pag. Eine sehr dankenswerte Literaturstudie. Es werden die Übereinstim- mungen und Verschiedenheit zwischen der europäischen und nordostamerika- nischen Flora in leicht übersichtlicher Weise dargestellt. Sämtliche Gattungen, die in Europa oder im nordöstlichen Amerika vertreten sind, werden in systematischer Eeihenfolge aufgeführt, die Anzahl der Arten in beiden Ge- bieten, sowie die Anzahl der gemeinsamen Arten angegeben, die wichtigeren Arten auch genannt und in bezug auf ihre Verbreitung kurz besprochen. Namentlich werden hiebei die kultivierten und aus einem Weltteil in den anderen eingeschleppten und daselbst eingebürgerten Pflanzen berücksich- tigt. Viele der amerikanischen Kulturpflanzen sind durch eine knappe Be- schreibung kurz charakterisiert. J. Volkens G. Laubfall und Lauberneuerung in den Tropen. Berlin (Gebr. Borntraeger), 1912. 8°. 142 S. — Mk. 2.80. 148 Wangerin W. Über den Formenkreis der Statiee Limonium und ihrer nächsten Verwandten. Vorstudien zu einer Monographie. (Zeitschr. für Naturwissenschaften, Organ d. naturw. Vereines für Sachsen und Thüringen zu Halle a. d. S., Bd. 82, 1911, S. 401 bis 443.) 8°. Behandelt 17 Arten, einige davon mit einigen Unterarten, Varietäten und Formen. Neue Art: Statice Kndlichiana Wanderin (Mexiko). Die süd- europäische St. serotina Rchb. wird von der nordeuropäischen St. Limonium L. s. str. (— St. Pseudolimonium Rchb.) spezifisch abgetrennt. Warming E. Freplanterne (Spermatolyter). Kjobenhavn og Kri- stiania (Gyldendalske Boghandel, Nordisk Forlag), 1912. 8°. 467 S., 591 Textabb. Welten H. Die Sinne der Pflanzen. Stuttgart (Kosmos, Franckh- scbe Verlagsbuchhandlung), kl. 8°. 93 S., 31 Textabb. — Mk. 1.-. Willmott E. The genus Rosa. Part XVII, XVIII. London (J. Murray), 1912. Folio. 15 Tafeln mit Text. Zawidzki S. Beiträge zur Entwicklungsgeschichte von Silvinia nataus. (Beihefte zum botan. Zentralblatt, Bd. XXVIII, 1912, 1. Abt., Heft 1, S. 17—65.) 8°. 91 Textfig. Zschacke H. Beiträge zur Flechtenflora Siebenbürgens. (Ungar. botan Blätter, X. Bd., 1911. Nr. 11/12, S. 362-380.) 8°. Neue Arten: Thelidium gibbosum Zschacke, Thelidium mastoideum Zschacke, Catülaria Zschackei Eitner, Rhizocarpon biatorinum Eitner ; neue Form Thelidium epipolaeum Arn. f. verruculosum Zschacke. Außerdem zahl- reiche Arten neu für die Flora Ungarns. Akademien, Botanische Gesellschaften, Vereine, Kongresse etc. Kaiserl. Akademie der Wissenschaften in Wien. Sitzung der m at h e m ati s c h - naturwissenschaftlichen Klasse vom 7. Dezember 1911. Dr. August Ginzberger übersendet als Leiter der im Mai und Juni 1911 zur Erforschung der Landflora und -fauna der süddalmatinischen Scoglien und Kleineren Inseln unternommenen Reise (vgl, diese Zeitschrift, Jahrg. 1911, S. 304) zur Wahrung der Priorität die Diagnosen von zwei neuen Pflanzenformen, die Herr Alois Teyber auf der genannten Reise gesammelt bat. Es sind dies Atropis rupestris Teyber und Centanrea ponwensis Teyber (vgl. diese Zeitschrift, Jahrg. 1911, S. 457 und 461). Das w M. Prof. R. v. Wettstein überreicht eine Abhandlung von Dr. Julius Schuster (München): „Über die Fruktifika- tion von Sehnet zia anomala." Als wichtigstes Ergebnis dieser Abhandlung erscheint die Tatsache, daß mit den Cycadofilicinen übereinstimmende Makrosporophylle in unzweifelhaftem Zusammenhang mit Coniferenblattzweigen nachgewiesen werden konnten, während die dazugehörigen männlichen Fruktiflkationen in Infloreszenzen an- 149 geordnete zyklische Sporophyllkreise waren. Dadurch war es möglich, die bisher unter den Gattungen unsicherer Stellung gehende Schuetzia anomala als Typus einer neuen Gruppe der Cycadofilicinen zu definieren, die durch ausgesprochene Coniferenbeblätterung charakterisiert war. Damit ist auch der Ableitung der Coniferen von cycadofilicinenähnlichen Vorfahren eine paläontologische Stütze gegeben. Sitzung der mathematisch - naturwissenschaftlichen Klasse vom 7. März 1912. Das w. M. Prof. Hans Molisch legt eine Arbeit vor unter dem Titel: „Mitteilungen aus dem Institute für Kadium- forschung. XVI. Das Treiben von Pflanzen mittels Eadiums." 1. Die von Radiumpräparaten ausgehende Strahlung hat die merkwürdige Eigenschaft, die Ruheperiode der Winterknospen verschiedener Gehölze in einer gewissen Phase aufzuheben und die bestrahlten Knospen frühzeitig zum Austreiben zu bringen. Werden z. B. die Endknospen der Zweige von Syringa vulgaris mit starken Radiumpräparaten Ende November oder im Dezember durch 1 bis 2 Tage bestrahlt, so treiben diese Knospen, im Warmhause am Lichte weiter kultiviert, nach einiger Zeit aus, während unbestrahlte unter sonst gleichen Umständen gar nicht oder viel später austreiben. Die Bestrahlung muß eine gewisse Zeit andauern, sie darf nicht zu kurz und nicht zu lang dauern, im ersteren Falle zeigt sich kein Effekt, im letzteren wirkt die Bestrahlung hemmend, schädigend oder sogar tötend. Wird die Bestrahlung schon im September oder Oktober, also zu einer Zeit, da die Ruheperiode noch sehr fest ist, vorgenommen, so hat sie keinen Erfolg. Macht man die Versuche im Jänner oder noch später, wenn die Ruhe- periode schon ausgeklungen ist, so zeigt sich entweder kein Unterschied zwischen bestrahlten und unbestrahlten Knospen oder es erscheinen die be- strahlten im Wachstum mehr oder minder gehemmt. Sie verhalten sich dem- nach in dieser Beziehung wie ätherisierte oder in lauem Wasser gebadete Zweige. 2. Noch prägnanter als die in Röhrchen oder im Lack eingeschlossenen festen Radiumpräparate wirkt auf das Treiben die Radiumemanation. Diese eignet sich für das Treiben schon deshalb besser, weil der Angriff von selten dieses Gases gleichmäßiger und allseitiger ist, während er bei festen Radium- präparaten ein höchst ungleichmäßiger, mehr lokaler und auf ein kleines Areal beschränkt ist. Das Versuchsgefäß, in dem die Zweige der Emanation aus- gesetzt waren, enthielt durchschnittlich 1 84 bis 3-45 Millicurie Emanation. In einer gewissen Zeit der Nachruhe (Ende November und Dezember) gelangen die Treibversuche mit Emanation sehr gut, wie denn überhaupt das bezüglich der Wirkung der festen Radiumpräparate Gesagte mutatis mutandis auch für die Emanation gilt. Abgesehen von Syringa vulgaris ließen sich mittels der Emanation zur Zeit der Nachruhe auch sehr gut treiben: Aesculus Hippocastanum, Lirio- dendron tulipifera, Stapliylea piimata und einigermaßen auch Acer ])lata- noides. Hingegen ergaben Gingko biloba, Platanus sp , Fagus silvatica und Tilia sp. keine positiven Resultate, die beiden zuletzt genannten Pflanzen reagieren bekanntlich auch sehr schwer auf Atherverfahren und Warmbad. 3. Wenn auch dem Treiben der Pflanzen mittels Radiums wegen seiner Kostpieligkeit derzeit keine praktische Bedeutung zukommt, so verdient diese eigenartige Wirkung des Radiums doch die Aufmerksamkeit der Biologen, um so mehr als später gezeigt werden soll, daß ebenso starke Präparate auf wachsende Pfianzenteile gewöhnlich ganz anders wirken als auf solche in freiwilliger Ruhe. 150 Das w. M. Hofrat Dr. R. v. Wettstein überreicht eine Arbeit aus dem Institute für systematische Botanik an der k. k. Universität in Graz (Vorstand Prof. Dr. K. F ritsch) von Dr. Gustav See feldner: „Die Polyembryonie bei Cynanchum Vincetoxicum (L.) Pers." Cynanchum Vincetoxicum besitzt einen normal ausgebildeten Eiapparat. Die Polyembryonie, welche sehr häufig auftritt, ist darauf zurückzuführen, daß sich aus den ersten basalen Teilungsprodukten der befruchteten Eizelle durch weitere unregelmäßig verlaufende Teilungen ein regellos gebauter Zellkomplex (Vorkeimträger) entwickelt, aus dem sich mehrere Vorkeime, resp. Embryonen differenzieren können. Internationale Gartenbauausstellung. Die 17. internationale Gartenbauausstelung, zugleich 171. Aus- stellung der Societe royale d'agriculture et de botanique de Gand, findet Ende April 1913 in Gent statt. Zuschriften sind zu richten an das Sekretariat der genannten Geseilschaft (Generalsekretär: Lucien De Cock, Coupure, 160, Gande, Belgique). Botanische Sammlungen, Museen, Institute etc. Neuere Exsikkatenwerke. Bauer E., Musci Europaei exsiccati. Serie 17 (Nr. 801 — 850). Bena M., Musci frondosi exsiccati. Laubmoose aus Mähren, Schlesien, Niederösterreich und Oberungarn. Cent. 4—5. Bornmüller J., Iter Syriacum II. DahlstedtH. Taraxaca Scandinavica Exsiccata. Fasel (Nr. 1 — 50). Merrill E. D. Plantae Insularum Philippin ensium. Cent. I— X. Prager E., Sphagnotheca Germanica. Lieferung 2 (Nr. 51— 100). Prag er E., Sphagnotheca Sudetica. Cent. 2. Personal-Nachrichten. Dem Privatdozenten für Pflanzengeographie an der Universität Wien, Dr. August Edl. v. Hayek, wurde die Venia legendi auf das Gesamtgebiet der systematischen Botanik erweitert. Dr. Emerich Zederbauer. Adjunkt an der Forstlichen Ver- suchsanstalt in Maria-Brunn bei Wien, hat sich an der Hochschule für Bodenkultur in Wien für systematische Botanik mit besonderer Berücksichtigung der Biologie und Pflanzengeographie habilitiert. Dr. Bruno Kubart, Assistent am Institut für systematische Botanik der Universität Graz, hat sich daselbst für systematische Botanik habilitiert. Dr. Gassner hat sich an der Universität Kiel für Botanik habilitiert. (Hochschul-Nachrichten.) Dr. Karl Schilberszky, Dozent an der Universität in Budapest, hat sich am Polytechnikum daselbst habilitiert. (Ungar, botan. Blätter.) Dr. Baimund v. Bapaics wurde zum Hilfsprofessor an der landwirtschaftlichen Hochschule in Klausenburg (Kolozsvär) ernannt. (Ungar, botan. Blätter.) 151 Dr. Jenö Bela Kümmerle, bisher Kustosadjunkt an der bota- nischen Abteilung des königl. ungar. Nationalmuseums, wurde zum Kustos daselbst ernannt; Dr. Sändor Javorka, Kustosadjunkt eben- daselbst, erhielt den Titel eines Kustos. (Botanikai Közlemenyek.) Dr. Jean Grintzesco, bisher Privatdozent der Botanik an der Universität Genf, wurde zum Professor der Botanik an der Ecole centrale d'agriculture in Bukarest ernannt. (Botan. Zentralblatt.) Privatdozent Dr. Otto Eosenberg wurde zum ordentlichen Professor der Botanik (Pflanzenanatomie und Zellenlehre) an der Universität Stockholm ernannt. (Mykolog. Zentralblatt.) Dr. William Trelease hat als Direktor des Missouri Botanical Garden resigniert; er bleibt vorläufig in St. Louis und setzt seine wissenschaftlichen Untersuchungen im botanischen Garten daselbst fort. (Botan. Zentralblatt.) Dr. C. N. Jensen (Cornell University, Ithaca, N. Y.) wurde zum Professor der Botanik und Pfianzenpathologie am Utah Agri- cultural College (Utah, U. S. A.) ernannt. (Naturw. Rundschau.) Helen Ashurst Choate wurde zum Dozenten der Botanik am Smith College (Northampton, Mass., U. S. A.) ernannt. (Naturw. Rundschau.) Dr. John Christofer Willis, früher Direktor des botanischen Gartens in Peradeniya (Ceylon) wurde zum Direktor des botanischen Gartens in Rio de Janeiro (Brasilien) ernannt. (Botan. Zentralblatt.) Dr. Angel Gallardo wurde als Nachfolger von Dr. Florentino Ameghino zum Direktor des naturhistorischen Nationalmuseums in Buenos Aires (Argentina) ernannt. (Botan. Zentralblatt.) Professor Jose Arechavaleta wurde zum Direktor des „Museo de Historia Natural" in Montevideo (Uruguay), einer vom „Museo Nacional" daselbst unabhängigen Institution, ernannt. (Botan. Zentralblatt.) Dr. Emilio Levier (Florenz) ist am 26. Oktober 1911 ge- storben. Francois Gagnepain (Paris) ist am 11. Dezember 1911 gestorben. (Botan. Zentralblatt.) Inhalt der April-Nummer: Josef Bommüller: Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Cousinia- S. 105. — Dr. Rudolf Scharf etter: Die Gattung Saponaria Subgenus Saponariella Simmler. (Schluß.) 8. 109. — Jaroslav Peklo: Bemerkungen zur Ernährungsphysiologie einiger Halo- phyten des Adriatischen Meeres. (Fortsetzung.) S. 114. — Dr. Heinrich Sabranski: Beiträge zur Rubus-VloTa, der Sudeten und Beskiden. S. 122. — Franz v. Frimmel: Nochmals die untere Kutikula des Taxus-Blattes. S. 125. — Dr. Hermann Christ: Die illustrierte spanische Flora des Carl Clusius vom Jahre 1576. S. 132. — Akademien, Botanische Gesellschaften, Vereine, Kongresse etc. S. 148. — Botanische Sammlungen, Museen, Institute etc. S. 150. — Personal- Nachrichten. S. 150. Redaktion: Prof. Dr. R. T. Wettstein. Wien, 3/3, Rennweg 14. Verlag von Karl Gerolds Sohn in Wien, L, Barbaragasse 2. Die „Österreichische botanische Zeitschrift" erscheint am Ersten eines jeden Monates und kostet ganzjährig 16 Mark. Zu herabgesetzten Preisen sind noch folgende Jahrgänge der Zeitschrift zu haben 1852/58 ä M. 2'—, 1860/62, 1864/69, 1871, 1873/74, 1876/92 ä M. 4-—, 1893/97 ä M. 10-—. Exemplare, die frei durch die Post expediert werden sollen, sind mittels Postanweisung direkt bei der Administration inWien, I., Barbaragasse 2 (Firma Karl Gerolds Sohn), zu pränumerieren. Einzelne Nummern, soweit noch vorrätig, ä 2 Mark. Ankündigungen werden mit 30 Pfennigen für die durchlaufende Petitzeile berechnet. 152 INSERATE. Preisherabsetzung älterer Jahrgänge der „Österr. botanischen Zeitschrift". Um Bibliotheken und Botanikern die Anschaffung älterer Jahrgänge der „Österr. botanischen Zeitschrift" zu erleichtern, setzen wir die Ladenpreise der Jahrgänge 1881—1892 (bisher ä Mk. 10.—) auf ä Mk. 4.— 1893-1897 ( „ „ „ 16.-) „ „ „ 10.- herab. Die Preise der Jahrgänge 1852, 1853 (ä Mark 2.—), 1860 bis 1862, 1864-1869, 1871, 1873—1874, 1876—1880 (ä Mark 4.-) bleiben unverändert. Die Jahrgänge 1851, 1854 — 1859, 1863, 1870, 1872 und 1875 sind vergriffen. Die früher als Beilage zur „Österr. botanischen Zeitschrift" erschienenen 37 Porträts hervorragender Botaniker kosten, so lange der Vorrat reicht, zusammen Mark 35. — netto. Jede Buchhandlung ist in der Lage, zu diesen Nettopreisen zu liefern. Wo eine solche nicht vorhanden, beliebe man sich direkt zu wenden an die Verlagsbuchhandlung Karl Gerolds Sohn Wien, I., Barbaragasse 2. ' T ' *~-v+ +-V+ »-J^ •-+"-• •~4^« ♦-J'-» »S"« *-4-^ *-4--* »-4--« »-I-« •~4"* »-I"-« ^-J--« *-J--* ft-4^-« •-4''« •->-• •~-J--« *-*l*+ *-^-9 »-^P** Im Verlage von Karl Gerolds Sohn in Wien, I., Barbaragasse 2 (Postgasse), ist erschienen und kann durch alle Buchhandlungen bezogen werden: Alpenblumen des Semmeringgebietes. (Schneeberg, Rax-, Schnee- und Veitschalpe, Schieferalpen, Wechsel, Stuhleck etc.) Kolorierte Abbildungen von 188 der schönsten, auf den niederösterreichischen und noi-dsteierischen Alpen verbreiteten Alpenpflanzen. Gemalt und mit er- läuterndem Texte versehen von Professor Dr. G. Beck von Mannagetta. Zweite Auflage. — Preis in elegantem Leinwandband M. 4* — . Jede Blume ist : botanisch korrekt gezeichnet, in prachtvollem Farbendruck naturgetreu ausgeführt. *-f-» »-T-« »--N* »--t-» •-*-• •-'t--« »-t^» »-t-* «-!--• »-t-« »-t-» »-f-» »^t^-« »--N« »--t~* »-t--* •-^-+ »-t-* o-t 1 -» *-t~-* •^t-* *-"l"-* +*t-*+ Buclidruckerei Carl Gerold's Sohn in Wien. OSTERREICHISCHE BOTANISCHE ZEITSCHRIFT. Herausgegeben und redigiert von Dr. Richard R. v. Wettstein, Professor an der k. k. Universität in Wien, unter Mitwirkung von Dr. Erwin Janchen, Privatdozent an der k. k. Universität in Wien. Verlag- von Karl Gerolds Sohn in "Wien. LXII. Jahrgang, Nr. 5. Wien, Mai 1912. Die Vegetation der norddalmatinischen Insel Arbe im Juni und Juli. Von Friedrich Morton (Wien). (Mit 5 Textabbildungen.) Die vorliegende Arbeit ist das Ergebnis eines zweimaligen Besuches der Insel Arbe, nämlich am 7. und 8. Juni 1911 (Reise des naturwissenschaftlichen Vereines an der Universität Wien nach Südkrain, Istrien und der Insel Arbe) und am 17. bis 21. Juli 1911. Der kurze Aufenthalt ermöglichte natürlich keine genauere Durchforschung der Insel, es konnten nur besonders interessante Punkte aufgesucht werden. Ich strebte daher in _ dieser Arbeit keineswegs Vollständigkeit an, sondern nur einen Überblick über die Vegetationsverhältnisse, soweit sie sich im Juni und Juli be- urteilen lassen. Es wurde eine Gliederung der Vegetation in die einzelnen Formationen durchgeführt und zugleich bei jeder Pflanze das zugehörige Florenelement anzugeben versucht. Letzteres er- scheint mir hier von besonderer Wichtigkeit zu sein, da die Insel nur teilweise der mediterranen Region angehört. Um jedoch genau festzustellen, wie die Insel pflauzengeographisch zu gliedern wäre, hege ich die Absicht, die Frühlingsflora von Arbe genau aufzu- nehmen und dabei auch die Vegetationsverhältnisse der Nachbar- gebiete zu berücksichtigen. Einer dann folgenden ausführlicheren Publikation soll auch eine umfassende Literaturübersicht beigegeben werden. Während des Druckes wurden einige wenige Bemerkungen, hauptsächlich die Verbreitung der Gehölze betreffend, eingefügt, die sich auf Beobachtungen während meines Aufenthaltes im April dieses Jahres stützen. Es ist mir eine angenehme Pflicht, allen jenen zu danken, die mich bei der vorliegenden Arbeit unterstützten. Vor allem danke ich dem emsigen Erforscher der kroatischen Flora, Herrn Major Ludwig Rossi, durch dessen Unterstützung die Reise erst österr. botan. Zeitschrift. 5. Heft. 1912. 11 154 ermöglicht wurde. Herrn Hofrat Professor Dr. Richard v. Wett- stein danke ich bestens für die Erlaubnis, bei Ausführung der Arbeit die Mittel des botanischen Institutes der Universität Wien benützen zu dürfen. Ganz besonders verpflichtet bin ich Herrn Dr. August Ginzberger, der in liebenswürdigster Weise mir bei der Bestimmung des Materials und vor allem bei dessen pflanzen - geographischer Bearbeitung an die Hand ging; ferner danke ich den Herren Dr. Erwin Janchen und Franz v. Frimmel für die freundliche Überlassung des von denselben gesammelten Materials und alleD jenen Herren Spezialisten, die die Bestimmung von Pflanzen übernahmen. Wie erwähnt, machte ich im folgenden den Versuch, die Florenelemente anzugeben, und zwar nach dem Vorgange von Dr. August Ginzberger 1 ) durch ein in Klammern hinter den Namen gesetztes Zeichen. Es bedeutet: la: Pflanzen, die allgemein europäische Verbreitung haben. Die dazu gerechneten Pflanzen sind über ganz oder doch einen großen Teil von Europa verbreitet. la*: Pflanzen, die sieh vorwiegend oder ausschließlich in Südeuropa finden, aber doch auch noch in Mitteleuropa vor- kommen. lb: Pflanzen der mitteleuropäischen Hügel- und Bergregion: Baltische Pflanzen. Ein großer Teil strahlt jedoch über das eigent- lich baltische Gebiet hinaus und hat mehr oder weniger allgemein europäische Verbreitung. Wenn auch, wie erwähnt, Vertreter beider Gruppen (la* und lb) in Mittel-, bzw. Südeuropa vorkommen und dort zusammenstoßen, so liegt doch das Verbreitungszentrum für la* in Südeuropa, während die Pflanzen von lb das Zentrum in Mitteleuropa, im eigentlichen baltischen Gebiete haben. lc: Pflanzen des Flaumeichen- und Kastaniengebietes. Die hieher gerechneten Pflanzen decken sich in ihrer Verbreitung mit denen des banato-insubrischen Gebietes. Da jedoch dieser Name nicht charakteristisch und anschaulich das ganze Gebiet als solches bezeichnet, sondern nur durch Angabe zweier herausgegriffener Stücke dasselbe andeutet, wurde diese neue Bezeichnung, aufbauend auf zwei wichtige Leitpflanzen, versuchsweise gewählt 2 ). lc*: Pflanzen des Flaumeichen- und Kastaniengebietes, die etwa in Südkrain ihre Westgrenze finden: Illyrische Pflanzen. 2: Pontische Pflanzen. 3: Mediterrane Pflanzen. Bei Pflanzen, welche sich in diesem Schema nicht unge- zwungen unterbringen ließen, wurden Kombinationen der ange- führten Zeichen zur Anwendung gebracht. Bei Halophyten wurden ! ) A.. Ginzberger, Eine Exkursion auf den Krainer Schneeberg. Österr. botan. Zeitschr., LIX. Jahrg,, 1909, Nr. 9 ff. 2 ) Von ß. v. Wettstein wurde für dieses Gebiet der Ausdruck „trans- alpin" verwendet. (E. Brückner, Dalmatien und das österreichische Küsten- land, Wien-Leipzig, 1911, S. 34.) 155 zunächst die fakultativen von den obligatorischen Halophyten ge- trennt und die letzteren dann in folgender Weise gegliedert: *: Halophyten, die in Europa auf die Mittelmeerküsten be- schränkt sind. **: Halophyten, die außerdem auch an den Küsten des Deut- schen Eeiches vorkommen. Mit Ausnahme des Abschnittes, der speziell den Euderal- pflanzen und Unkräutern gewidmet ist, wurden die ersteren auch durch ein eigenes Zeichen kenntlich gemacht: r = Euderalpflanzen. I. Die Vegetation des Dundo- und Capofrontewaldes *). Das ganze Gebiet westlich der Niederung von Campora, also der westlichste, aus Rudistenkalk bestehende Höhenzug der Insel, ist der Macchie im weiteren Sinne des Wortes zuzuzählen. Inner- halb dieses Gebietes läßt sich dann ziemlich scharf eine Gruppie- rung in drei Zonen vornehmen, die man, das Gebiet etwa von S. Eufemia über das Forsthaus Dundo nach Val S. Cristoforo durch- querend, leicht überblicken kann. In den höher gelegenen, zentralen und vom Meere entfernteren Teilen des Dundo- und des nordwestlich sich anschließenden Capo- frontewaldes bildet Quercus Hex mächtige, stellenweise ganz reine Bestände, die geradezu als urwaldartig angesehen werden könnten. Manchmal ist auch Piniis halepensis (angepflanzt!) untermengt, die ebenfalls ganz ansehnliche Dimensionen erreicht. Da die Bestände oft nicht sehr dicht sind, ist auch meist Unterholz und Nieder- wuchs reich ausgebildet. Aufgeforstet sind auch Pinus pinaster, Quercus lanuginosa und Quercus suber (1 Exemplar im Dundowald) 2 ). Am Wege vom P'orsthaus Dundo durch den Capofrontewald nach Porto S. Margherita verändert sich das Waldbild stellenweise ziemlich stark. Neben Quercus Hex herrschen Pinus halepensis und P. pinaster (an einer Stelle auch P. pinea, ebenfalls aufgeforstet) vor und als vorwiegendes Unter- holz Erica arborea. Auch fällt hier die reiche Entwicklung von Pteridium aquilinum und einer dichten Sjihagnuni-Deeke in die Augen. An abgeholzten Stellen bildet Erica arborea dichte, zu- sammenhängende Bestände, die daneben auch Quercus üex, Ar- butus unedo und Phillyrea latifolia einschließen. Näher gegen das Meer zu (Porto S. Margherita) tritt wieder wie im Dundo- walde dichte, hohe Macchie auf, die hier vorwiegend aus Arbutus unedo und Erica arborea besteht, neben denen auch Quercus üex, Pistacia lentiscus und Phillyrea auftreten. Überall ist im Nieder- wuchs Cyclamen repandum vorwiegend. ') Während ich den Dundowald nach mehreren Richtungen durchkreuzte, kenne ich vom Capofrontewald nur den südöstlichen Teil bis Porto S. Margherita. 2 ) Mitteilung des Forstverwalters von Arbe, Herrn Justus Belia, dem an dieser Stelle für sein freundliches Entgegenkommen bestens gedankt sei. 11* 156 Unterholz: Juniperus oxycedrus (3), J. macrocarpa (3), Smilax aspera (3), Pirus amygdaliformis (3), Prunus spinosa (la), Spartium junceum (3), Pistacia terebinthus (3), P.lentiscus (3), Paliurus spina-Christi (lc), Rhamnus alaternus 1 ) (3), Wein- stock (wild oder vielleicht nur verwildert), Myrtus italica (3), Ar- butus unedo (3), Erica arborea (3), Phillyrea latifolia (3), Vibur- num tinus (3). Im Dundowalde wächst an einigen Stellen Olea europaea wild. Im Capofronte findet sich an einem Wege ein Exemplar von Juniperus communis*); es dürfte sich dabei wahr- scheinlich um eine Verbreitung durch Vögel handeln. Niederwuchs: Gastridium lendigerum (3), Dactylis hispa- nica (3), Ornithogalum sp., Asparagus acutifolius (3), Ruscus aculeatus (lc), Epipactis microphylla (lc), Nigella damascena (3), Clematis flammula (3), Lepidium campestre 3 ) (la), Potentilla reptans 3 ) (la), Genista tinctoria (lb), Ononis antiuuorum, Medi- cago orbicidaris (3), Trifolium angustifolium J ) (3), Dorycnium hirsutum (3), Lotus corniculatus (1 a), Cistus villosus (3), Hedera helix (1 b), Torilis heterophylla (3), Sideritis romana (3), Galium lucidum 3 ) (1 c), Campanula rapunculus (3). Wenn man nun vom Dundo-, resp. Capofrontewald gegen die von Nordwest nach Südost verlaufende Küste vorschreitet, so be- obachtet man einen sukzessiven Übergang des hochstämmigen Quercus Hex- Waldes, der eigentlich als Auflösung der Macchie in einen Einzelbestand aufzufassen ist, in die Macchie, die, durch eine mehr oder weniger breite Klippenzone vom Meere getrennt, die Küste dieser westlichen Halbinsel umsäumt. Die mächtigen Stein- eichen werden kleiner, treten mehr zusammen und nehmen auch andere Sträucher in ihren Bestand auf, die bisher nur die Rolle des Unterholzes spielten. Es ist ein prächtiger, allmählicher Über- gang des hochstämmigen Steineichenwaldes in typische Macchie. Die Bäume, bzw. Sträucher treten immer enger zusammen und im Anschlüsse daran wird auch der Niederwuchs spärlicher. Die, wie erwähnt, früher als Unterholz vorhandenen Gehölze, also vor allem Quercus Hex (3), Pistacia lentiscus (3), Arbutus unedo (3), Erica arborea (3) und Phillyrea latifolia (3) bilden eine 4 — 5 m hohe Macchie, die oft von Smilax aspera (3) und Clematis flammida (3) durchschlungen, den Eindruck eines jungen Stangenwaldes erweckt. Gegen das Meer zu wird die Macchie immer niedriger und einzelne Bestandteile, wie Arbutus unedo (3), Erica arborea (3) und Phillyrea (3) treten zugunsten der anderen zurück. Sie be- ginnt mit ganz dem Boden angepreßten, oft nur 10 cm hohen Sträuchern, um dann schief gegen das Land zu aufzusteigen. (Abb. 1.) 2 ) leg. E. Janchen. 2 ) Mitteilung des Herrn Forstverwalters J. Belia. 3 ) leg. F. v. Frimmel. 157 Oben wurde erwähnt, daß uns auf der westlichsten Halbinsel die Macchie eigentlich in dreierlei Weise entgegentritt: Typische Macchie längs der Küste, Auflösung in Steineicheneinzelbestände Abb. 1. Maccbie an der Westküste der Insel Arbe; infolge der Windwirkung gegen das Meer immer niedriger werdend. 158 in den Waldzentren und schließlieh Zerstückelung der Macchie. Dies ist besonders schön an dem die Eufemiabucht im Süden be- grenzenden, als „Fracagno" bezeichneten Kalkrücken zu sehen. Von einer Macchie kann eigentlich nicht mehr gesprochen werden. Nur einzelne, ihr charakteristische Elemente finden sich in mehr minder geschlossenen Beständen oder ganz vereinzelt, während da- zwischen die dalmatinische Felsentrift (nach Adam o vi c) breit Platz gegriffen hat. Das Gebiet ist Weideland, wie man an dem Aussehen der Vegetation sofort erkennt. Lauter verbissene Ge- büsche und dazwischen Elemente der Felsentrift, die vom Vieh aus irgendeinem Grunde verschmäht werden. Vorherrschend sind : Juniperus oxycedrus (3), Quercus Hex (3) und Myrtus italica (3) als Macchienreste und Euphorbia Wulfenii (3) sowie Helichrysum italicum (3) aus der Felsentrift. Daneben wurden noch notiert: Asplenium trichomanes (la), Pteridium aqailiniim (la), Juni- perus macrocarpa (3), Arum italicum (3), Allium Goppo- leri (3), Asparagus acutifolius (3), Osyris alba (3), Tunica saxifraga (la*), Clemaiis flammula (3), Rubus sp., Spartium junceum (3), Ononis anttquorum 1 ), Medicago orbicularis (3), Tri- folium pratense (la), Dorycnium herbaceum (la*), Lotus corni- culatus (la), L. corniculatus var. villosus, Scorpiurus subvillosus (3), Linum flavum 2 ) (la*, 2), Paliurus spina- Christi (lc), Hypericum perforatum (1 a), Myrtus italica (3), Eryngium amethystinum (3), Bupleurum aristatum (3), Blackstonia sero- tina (la*), Onosma fallax Borb. 2 ), Teucrium polium (3, 2), T. chamaedrys (la*, 2), Marrubium candidissinmm (3), Satureia nepeta (la*, 2), Chaenorrhinum litorale (3), Scrophularia canina (3), Plantago carinata (3), Scabiosa agrestis (la*), FUago ger- manica*) (la), Pallenis spinosa (3), Onopordon illyricum (3), Centaurea solstitialis (3), Crepis neglecta (1 c). Bei dieser Aufzählung wurden überhaupt alle Pflanzen be- rücksichtigt, die sich an Stellen finden, wo die dalmatinische Felsen- trift sich entwickelte. Diese durch dalmatinische Felsentrift zerstückelte Macchie macht ganz den Eindruck einer früher wohlausgebildeten, zusammen- hängenden Macchie, die- durch Fällung und konstante Beweidung in den jetzigen Zustand übergeführt wurde. Dafür sprechen neben dem Vorkommen von Arum italicum (3) und Cyclamen repandum (3) in der Felsentrift noch zwei Umstände. Erstens ist die Grenze des Dundowaldes gegenüber dem Fracagnogebiet nach Südosten eine so scharfe, daß dieselbe unmöglich natürlichen Verhältnissen entsprechen kann. Zweitens sieht man, daß an vielen anderen Stellen der Insel, besonders auch in der Flyschzone, überall dort, wo nicht durch unrationelle Beweidung oder Kultur eine Umwandlung herbeigeführt J ) Auch mit weißen Blüten. 2 ) det, S. Javorka. 3 ) leg. F. v. Frimmel. 159 wurde, sich Macchienreste vorfinden. Ich möchte da besonders auf eine kleine Macchieninsel hinweisen, die sich an der Südwestspitze der „President glava" beim Kloster S. Eufemia noch vorfindet und folgende Bestandteile zeigt: Juniperus oxycedrus (3), Smilax aspera (3), Quercus Hex (3), Tunica saxifraga (1 a*), Nigella da- mascena (3), Clematis flammula (3), Laurus nobilis (3), Spartium junceum (3), Trifolium arvense (la), Paliurus spina-Christi (1 c), Bhamnus alaternus (3), Wein (wild oder verwildert?), Cistus vil- losus (3), Myrtus italica (3), Heder a helix (lb), Eryngium ame- thystinum (3), Erica arborea (3), Olea europea (3), Teucrium polium (3, 2), Helichrysum italicum (3). Die wenigen Elemente der Felsentrift sind durch die isolierte Lage dieser iDsel zu er- klären. (Fortsetzung folgt.) Bryologische Fragmente. Von Viktor Schiffner (Wien). LXXII. Nachweis von Cephalozia macrostachya für Mittel- europa. C. macrostachya wurde von E. ßyan im August 1898 bei Frederiksstad in Norwegen gefunden und 1902 in Rev. bryol., p. 8, von K aal aas als neue Art beschrieben. Es ist eine ausgezeichnete Art, die der Autor aber nur mit G. media und C. virginica ver- gleicht. Ich muß dazu einiges nachtragen, da wir unterdessen zwei Arten, C. compacta Warnst, und C. Loitlesbergeri Schiffn. (Bryol. Pragm., LXIX) genauer kennen gelernt haben, welche in der sonst so wichtigen Beschaffenheit der Perianthmündung fast vollkommen mit G. macrostachya übereinstimmen und daher leicht damit ver- wechselt werden können. Von beiden ist aber C. macrostachya sicher verschieden durch die diözische Infloreszenz und durch die viel kleineren Blattzellen 1 ) (daran auch steril sicher von beiden zu unterscheiden); C. Loitlesbergeri hat außerdem tief mehr- teilige Involukralblätter, deren Lappen in eine sehr lange Haar- spitze auslaufen, bei C. compacta sind die dornig gezähnten In- volukralblätter ähnlicher, aber tiefer und oft unregelmäßig geteilt und die Lappen nur dornig gespitzt (die Spitze aus zwei nicht sehr verlängerten Zellen), bei C. macrostachya lang, fast haarartig ge- spitzt (Spitze oft gekrümmt, aus 3 — 4 verlängerten Zellen), außer- dem sind die Stengelblätter von anderer Form. C. media stimmt in der Zellgröße oft recht gut mit G. macro- stachya überein, ist aber auch $ (oder selbst steril) stets leicht J ) Von Kaalaas, 1. c, mit 23— 35 (i X 19—23 p zu groß ange ich sah sie nie mehr als 17 — 18 /u. breit und ebensolang oder etwas länger. 160 zu erkennen 1. durch die viel kürzer gespitzten, nie so stark zu- sammenneigenden Blattlappen, 2. das etwas anders beschaffene In- volukrum mit kurz gespitzten Lappen und 3. durch die kleinzähnige, total verschiedene Perianthmündung. — K aal aas meint, daß die c? Pflanze durch die langen Andrözien leicht von G. media zu unterscheiden sei; das ist aber nicht immer der Fall. Ich besitze eine zweifellose C. media (nach Blattform, Perianth, Involukrum etc.) von C. Müller in Baden (Moor auf der Bärhalde, Hirschbäder am Feldberge, am 1. Juni 1903) gesammelt, welche ebenso stark ver- längerte Andrözien besitzt wie C. macrostachya, aber wegen der Blattform, Beschaffenheit des Perianths und Involukrums sicher nicht zu ihr gehören kann. Auch sind bei C. macrostachya die Andrözien keineswegs immer so lang, wie sie in der Original- diagnose angegeben werden. Herr Apotheker 0. Jensen macht mich in einem Briefe darauf aufmerksam, daß man im selben Rasen häufig genug viel dünnere und kleinere Andrözien findet, deren Amphigastrien nur klein und auch am oberen Ende des Andrözeums bei weitem nicht so groß sind, als die Perigonial- blätter. Es gibt auch Formen von G. macrostachya mit lauter solchen schlecht entwickelten Andrözien, die dann leicht mit C. media ver- wechselt werden können, wenn man auf Blattform, Keimkörner- sprosse etc. nicht genügend Rücksicht nimmt, zumal wenn nur (f Pflanzen vorliegen. Diese Tatsachen kann ich aus eigener Be- obachtung vollinhaltlich bestätigen und sind dieselben für die Be- urteilung dieser Spezies von größter Wichtigkeit. — Ich will nur noch beifügen, daß an solchen schlecht entwickelten Andrözien die Perigonialblätter nicht oder kaum gezähnt sind, wohl aber ein kleines, dorsales Läppchen besitzen, und sind dieselben dann denen von C. media tatsächlich äußerst ähnlich. Es geht daraus hervor, daß auf diese bisher für so wichtig gehaltenen Merkmale nicht zu viel Wert gelegt werden darf. G. macrostachya galt bisher als ausschließlich skandinavische und atlantische Pflanze 1 ). Ich kann sie hier auch für Mitteleuropa nachweisen. Der Standort ist Oberbayern : Bernau am Chiemsee, „Kühwampen"-Hochmoor südlich vom See. 523 m. Oktober 1903, leg. H. Paul. Herr Dr. H. Paul sandte mir ein reiches Material als „C. symbolica Breidh" für die Hepat. eur. exs., wo dasselbe in einer der nächsten Serien zur Ausgabe gelangt. Sie wächst dort reich- lich zwischen Sphagnen, Dicranum Bergeri, Leucobryum, Poly- trichum strictum etc. gemeinsam mit Odontoschisma Sphagni, Leptoscyphus anomalus, Lepidozia setacea. In einem Rasen sah ich auch Ceph. connivens (c. per.), die aber durch Blattform, kurz J ) Ich besitze sie auch aus Schweden, Södertelje, Oktober 1903, leg. Per sso n. Ferner von neun Standorten aus Dänemark, leg. C.Jensen (determ. C. Jensen, Schiffner et K. Müller). 161 gespitzten Blattlappen, mehr als doppelt so großen Zellen, In- volukrum etc. sofort unterschieden ist. Man kann an dem Standorte zwei Formen von C. macro- stachya unterscheiden: 1. eine forma laxa, die in dünnen Über- zügen zwischen Moosen und über abgestorbenen Pflanzenteilen wächst und meistens ganz steril ist, und 2. eine sehr interessante var. nov. propagulifera. Basen dichter, die Stämmchen an der Spitze eine ziemlich dicke Knospe tragend, die innen ein sehr dichtes Büschel von opuntiaartig verzweigten Keimkörnerketten um- schließt. Die Keimkörner sind einzellig, sehr klein, länglich, keulen- förmig (ca. 18 [i lang, 8 (i breit). Merkwürdig ist, daß die Hüll- blätter dieses Keimkörnerstandes den Involukralblättern in Zähnung und Zuspitzung ganz ähnlich sind ; auch zeigt diese Knospe sehr gut entwickelte Amphigastrien, welche denen des Involukrums und der Subinvolukralzyklen ganz ähnlich sind. In unseren Easen fand ich nur $ Pflanzen und nicht eine einzige cT- Die $ Äste sind ventral, etwas verlängert, die Perianthien zumeist im ganz jugendlichen Zu- stande, aber die Beschaffenheit der Mündung schon ganz klar; gut entwickelte Perianthien sind selten anzutreffen. Die Archegonieu fand ich stets unbefruchtet. An diesem Standorte scheint sich die Pflanze nur vegetativ zu vermehren. Später sandte mir Herr Dr. H. Paul noch eine Anzahl kriti- scher Cephalozien aus seinem Herbar, unter denen ich C. macro- stachya noch von folgenden Standorten nachwies : Oberbayern : Marquardtstein, Moor bei Egerndach, 550 m, Oktober 1907 (var. propagulifera, gemeinsam mit C. connivens c. per.): Bernau, Hoch- moor, Oktober 1902 (ich sah auch ein allerdings etwas mißgebil- detes Perianth; gemeinsam mit C. connivens); Inzell bei Traun- stein, Hochmoor ' bei Paulör, 700 m, Oktober 1907 (hat etwas kümmerlich entwickelte Andrözien, wie solche oben beschrieben); München: Kirchseeoner Moor bei Grafing, November 1904 (die var. propagulifera). C. macrostachya ist jedenfalls auch in Mittel- europa verbreiteter, ist aber sicher vielfach mit G. media ver- wechselt worden, da sie bei uns sehr selten zu fruchten scheint und meistens etwas verkümmerte Andrözien hat, die dann denen von C. media sehr ähneln. Da aber bei uns zumeist die keim- körnertragende Form vorkommt, die so sehr charakteristisch ist, so wird sie sich nun leicht feststellen lassen. Für Norddeutschland kann ich C. macrostachya vom fol- genden Standorte konstatieren: Hamburg, Oher Moor, auf Heide- torf, (f und spärlich c. per., 29. April 1900, leg. 0. Jaap, det. Schffn. (eingesandt für die Hep. eur. exs. als C. connivens). LXXIII. Ein neuer Standort ron Cephalozia Loitlesbergeri. Diese interessante Pflanze war bisher nur vom Laudachsee bei Gmunden in Oberösterreich (Originalstandort) bekannt und durch 162 Dr. C. Müller aus Baden, Steiermark und aus der Schweiz. Der Deue Standort ist Oberbayern, Bernau am Chiemsee, Rottauer Pilze, zirka 550 m, 15. Oktober 1902, leg. Dr. H. Paul. Ich erhielt ein großes Material von Lepidozia setacea var. flagellacea Warnst, von Herrn Dr. H. Paul für die Hep. eur. exs., welches aber fast mehr von unserer seltenen Cephalozia Loitles- bergeri enthält. Die Pflanze ist also an dem Standorte gewiß reichlich vorhanden und wächst zwischen Sphagnum, Leucobryum und anderen Sumpfmoosen gemeinsam mit Lepidozia setacea, Leptoscyphus anomalus, Riccardia latifrons, Odontoschisma Sphagni und bisweilen etwas Cephalozia connivens 1 ). Sehr schön entwickelte Perianthien sind nicht selten, ebenso ) 5. Cousinia platyptera Borniri. (spec. nov. sectionis Con- strictae Winkl.). — Tabula III, Fig. 1. Perennis (?), dense arachnoideo-tomentosa; caule fragili, crassiusculo. 1-pedali vel altiore, a basi ad apicem infracto-brevi- ramoso, folioso et alato, alis latissimis continuis (non interruptis) sinuato-lobatis, lobis subintegris in spinam validam exeuntibus; J ) Vgl. Nr. 4, S. 105. 182 foliis caulinis ambitu late oblongis spinoso-lobatis decurrentibus et inter se confluentibus, spinis longis valde acerosis validis demum flavidis glabratisque ; capitulis arachnoideis, globosis vel ovatis, c. 50-floris subsessilibus vel breviter pedunculatis, ad ramos laterales breves terminalibus solitariis vel ad ramos apicales 3 — 5-approxi- matis, foliis non occultatis; involucri phyllis c. 30 (25 — 35) araneosis vel lanatulis, demum saepius glabratis; phyllis externis (et mediis) coriaceis, duris, supra basin late ovatam leviter con- strictis, subtriquetro-canaliculatis, longiuseulis (3 — 3' 5 cm longis) et valide spinescentibus, margine subintegris hinc inde tantum dente laterali spinuloso auctis, partim erecto-patulis partim arcuato- reflexis; phyllis intimis chartaceis, stramineis, spathulato-lanceo- latis, rectis, quam externa duplo fere brevioribus, supra medium lacero-serrulatis, apice acuminatis in spinulam brevem exeuntibus; receptaculi setis laevibus; flosculis (siccis) roseis breviter ex- sertis, corollae tubo quam limbus 5-dentatus duplo breviore; styli ramis brevibus hirsutis; achaenis pallidis, obpyramidatis, triquetris subcompressisque, irregulariter transverse scrobiculatis, apice denti- culatis. Habitat in Persia (? austro - occidentali) ad Dehgirdu (9. IX. 1885, leg. cl. 0. Stapf). — Typus in Herb. Mus. Bot. üniv. Vindob. (ramulus quoque 20. I. 1904 benigne communicatus in Herb. Bornm., Weimar). Es liegen nur zwei Zweige, deren größerer etwa 30 cm lang und 20 cm breit ist, vor. Vermutlich hat die Art niederen Wuchs und ist vielstengelig, da sie ganz die gleiche Tracht hat und — trotz aller spezifischen Unterschiede — eine gewisse Verwandt- schaft mit der von mir im südwestlichen Persien aufgefundenen eigenartigen C. contumax Winkl. et Bornm. (Bull. Herb. Boiss., V [1897], tab. 4) unverkennbar ist. Neben dieser Art wird C. platy- ptera einzuordnen sein, denn unter den perennen, bezw. nichtein- jährigen Arten der Sektion Constrictae (vgl. 0. Winkler in Mantissa Syn. spec. gen. Cousiniae, p. 211) sind nur zwei Arten, die ebenfalls sehr breit herablaufende Blätter, filzige Bekleidung und glatte (kahle) Spreublätter aufweisen. Von diesen ist G. hystrix 0. A. Mey. durch andere Tracht und durch völlig unbewehrte Hüllblätter wesentlich von unserer Art verschieden, während der habituell ähnlichen C. contumax Winkl. et Bornm. eine unter- brochen herablaufende Stengelbekleidung (foliis basi late cordatis) eigen ist und ihre ziemlich kleinen, von Blättern weit überragten Köpfchen nur 8—10 Blüten (nicht c. 50 und Köpfe kugelig) ent- halten. Auch der Hüllkelch besteht bei dieser nur aus 5 — 12 (nicht 25 — 35) Blättchen und diese sind aufrecht-abstehend. Die Maßzahlen sind folgende: Länge und Breite der (oberen) Stengelblätter 8 — 9 X 4 cm. — Breite (größte) der am Stengel herablaufenden Blattflügel (einseitig gemessen) 3 — 4*5 cm. — Durchmesser des Köpfchens 5— 5'5 cm, diese, ohne den abstehenden Teil der Hüllblätter gemessen, 1*5 cm 183 lang. — Länge der größeren Hüllblätter 3 — 3*5 cm, diese an der Basis des freien Teiles ca. 5 mm breit. — Innere Hüll- blätter ca. 17 mm lang. — Blütchen 12 mm lang. — Achaenen 5 X 2—2-5 mm. 6. Cousinia chaborasica Bornm. et Handel-Mazzetti (spec. nov. sectionis Constrictae). l ) Biennis (an perennis?), undique subfloccose arachnoideo- tomentosa; caule e radice crassitie digiti verticali nigro-squamata singulari, 25 — 40 cm alto, a medio paniculatim longirameo, poly- cephalo, continue decurrenti-brevifoliato; foliis coriaceis, pagina superiore arachnoideis, pagina inferiore niveo-tomentosa; foliis radicalibus ambitu late oblongis, c. 5 cm latis et duplo longio- ribus, basi in petiolum brevem breviter attenuatis apice acutis, margine breviter pinnato-lobulatis, lobulis utrinque 5 — 6 ovatis acutis (c. 1cm latis, l # 5cm longis) lobulatisque, tenuiter spinosis, rhachide latissima (2 — 3 cm lata); foliis caulinis praeter infima oblonga radicalibus similia sed sessilia vaide abbreviatis, triangulari- cuneatim late decurrentibus, summis perparvis triangulari-lanceolatis continue secus ramos decurrentibus, undique floccoso-arachnoideis, aus varie latis spinigeris; capitulis sphaericis, spinis (phyllorum longis patentibus inclusis) 4 — 5 cm diametricis (capitulo terminali rameis interdum majore 6 cm usque diametrico), omnibus brevi- pedunculatis vel in ramulo brevi terminalibus (pedunculis alatis) ; involucri phyllis 30 — 35, floccose niveo-arachnoideis praeter intima (c. 12) membranacea anguste spathulata apice hyalina ob- tusiuscula lacero-denticulata breviter exserta (c. 14 mm longa) valde coriaceis, supra basin ovato-oblongam paulo constrictis in spinam lineari-lanceolatam triquetram integram acerosam exeuntibus, me- diis 2 "5— 3 cm longis et 3 — 4 mm latis, flosculos longe super- antibus erecto - patentibus subrecurvatisve, externis triangulari- lanceolatis 1 — 2 cm longis, omnibus spina glabrata sordide flavida terminatis; flosculis atro-violaceo-purpurascentibus, 27 — 32, bre- viter exsertis, corollae 14 — 15 mm longae tubo quam limbus quin- quedentatus vix longiore; antherarum tubo glaberrimo, sordide purpureo, subincluso; receptaculi setis laevibus, flavidis, c. 8 vel 9 mm longis; achaeniis, fuscis, rugulosis, parvis (2 mm latis, vix 3 mm longis), ovatis, subcompressis, costatis, apice denti- culatis. Mesopotamia: Ad lacum salsum El Chattunije inter fluvium Chabur (Chaboras) et montes Dschebel Sindschar, in steppis versus Bara (12. VI. 1910, leg. cl. Dr. H. Frh. v. Handel-Mazzetti; Mesopotamien-Expedition des naturwissenschaftl. Orientvereines in Wien, Nr. 1588). — Typus in „K. k. Nat.-hist. Hofmus. Wien" (ramulus in Herb. Bornm.). J ) Eine Abbildung von dieser interessanten Art sowie von C. Handelii Bornm. (siehe unten) beizugeben sehen wir ab, da Herr Dr. Freih. v. Handel- Mazzetti eine solche andernorts zu veröffentlichen in Aussicht genommen hat. 184 Nach 0. Winklers Bestimmungstabelle der Arten der Sek- tion Constridae in Mantissa (1. c, 211 — 212) ist G. chaborasica nob. neben G. Hystrix D. A. M. einzuordnen, die — allein nach der Diagnose zu urteilen — in vieler Beziehung (z. B. Blattgestalt, Zahl der Hüllblätter, Zahl und Größe der Blütchen und Verhältnis derselben zu den Hüllblättern) von unserer Art abweicht. In an- derer Beziehung nähert sie sich etwas der persischen C. platyptera Bornm. (Köpfchengestalt und Köpfchengröße), doch besitzt unsere durch die weitschweifige Verästelung eine ganz andere Tracht. Die schwärzlich purpur-violetten kurzen Blüten heben sich inmitten der sie sternförmig umgebenden weißfilzen Hüllblätter sehr lebhaft ab. Da die charakteristischen Merkmale der Sektion Constridae (invo- lucri phyllis supra basin adpressam constrictis) bei vorliegender neuen Art nicht scharf ausgeprägt sind, so ließe sich dieselbe auch in der Sektion Xiphacanthae (als sehr großköpfige, filzige Art) unterbringen, zumal gewisse verwandtschaftliche Beziehungen zu einigen Arten derselben nicht in Abrede zu stellen sind. Zur Beschreibung liegen zwei Individuen vor, ein ca. 20 cm hohes Exemplar mit 12 und ein Prachtexemplar mit ca. 50 Köpfchen von etwa 40 cm Höhe. 7. Cousinia ecbatanensis Bornm. (spec. nov. sectionis Appendiculatae). — Tabula III, Fig. 3, 3 a, 3 b. Biennis vel perennans, araneoso-tomentosa, grisea; caule humili, 15 — 20 cm alto, basiramoso vel supra medium divaricatim ramuloso, 3 — 5-cephalo ; ramis late alatis, spinulosis, monocephalis, infra capitulum exalatis; foliis subcoriaceis, infimis (radicalibus) ambitu oblongo-lanceolatis sublyrato-pinnatipartitis rhachide angusta, segmentis anguste lanceolatis. iobulatis, spinosis, supra glabratis subtus araneoso-griseis; foliis caulinis brevibus, oblongis vel ovatis acuminatisque, dentato-spinosis, longe (ad folium proximum usque decurrentibus), alis 0*5—1 cm latis; capitulis depresso- globosis (latioribus ac longis), mediocribus (cum phyllorum appen- dicibus patentibus4— 4*5 cm usque latis, 3 cm longis); involucri parce arachnoidei phyllis exterioribus et mediis supra basin (partem inferiorem) appressam constrictis et (extimis et intimis tantum ex- ceptis) in appendicem late triangulärem (1 cm usque latam) breviterque lanceolatam triquetro-spinosam (1 — 1"5 cm longam) patentem margine spinigeram vel subinermem desinentibus ; appen- dicibus phyllorum extimorum magis spinulosis sed quam mediae vix brevioribus, recurvatis; phyllorum paenultimorum appendice valde deminuta depresso-obtriangulari, apice spinula bre- vissima cuspidata; phyllis intimis scarioso-stramineis, lucidis, linearibus, lanceolatis (c. 20 mm longis), integris; flosculis (e sicco ut videtur) purpureis, c. 25 mm longis; corollae tubo lim- bum 5-dentatum subaequante ; pappi setis ut receptaculi setae scabris; achaeniis brunneis. subcompressis, costatis, apice rotun- datis et obscure denticulatis (4 mm longis, 2 mm latis). 185 Variat phyllorum appendicibus mediis plus minus coriaceis et dentibus acerosis vel tenuibus subnullisque. In Persiae occidentalis agro Ecbatanensi (Media), prope Hamadan 1882 in siccis (23. VI. leg. Th. P ichler); synon. „C. Kotschyi" Heimerl in Stapf, Bot. Ergebn. d. Polak. Exp. n. Pers., I (1885), p. 62 p. p. (non Boiss.). — Typus in Herb. Mus. Bot. Univ. Vindob. ; Herb. Hausskn. ; Herb. Bornm. Die von Heimerl als C. Kotschyi Boiss. bestimmten Pichl ersehen Exemplare gehören zwei verschiedenen Arten der Sektion Appendiculatae C. Winkler an, deren eine wohl eine Varietät der späteren von 0. Winkler beschriebenen C. rhombi- formis Winkl. et Strauß darstellt (die drei Individuen sind .nicht völlig entwickelt und nicht gut präpariert), während die andere Art (vier Individuen) in der Tat, sowohl habituell wie in der Größe der Köpfchen und Gestalt derselben, größte Ähnlichkeit mit C. Kotschyi Boiss. aufweist, so daß auch C. Winkler sich täuschen ließ und Pichlers Pflanze als solche in seiner Synopsis zitiert. Echte C. Kotschyi Boiss. gehört aber unzweifelhaft noch der Sektion Constrictae an, u. zw. sowohl nach Boissiers Be- schreibung als nach Jaubert und Spachs Abbildung der als Synonym zu betrachtenden C. silyboides Jaub. et Spach, wenn schon einzuräumen ist, daß C. Kotschyi Boiss. durch die Form der Hüllblätter vorletzter Reihe („appendice triangulari-deltoidea brevi") bereits Annäherungen zeigt zur Sektion Appendiculatae. Nehmen doch auch G. hirdica Winkl. et Bornm. (Constrictae) und C. Carduchorum Winkl. et Bornm. (Appendiciilatae), zweifel- los zwei einander verwandte Arten, beide eine Mittelstellung ein, die, wie auch C. Winkler (Bull. Herb. Boiss. III [1895], p. 561; vgl. ebenda die Tafeln dieser beiden Arten, und 13 und 15) zu- gesteht, „die Grenzen zwischen beiden Gruppen zu verwischen drohen". . 8. Cousinia farsistanica Bornm. (spec. nov. sectionis Appendiculatae Winkl.). — Tabula III, Fig. 2, 2 a. Perennis vel biennis, pluricaulis vel caule basiramoso unico, humilis (12—15 cm tantum altus, forsan quoque altior); cauli- bus ramosis, monocephalis, interrupte alatis, ramulis infra capitu- lumnudis; foliis subcoriaeeis, utrinque cano-tomentosis, longe de- currentibus, ovatis vel oblongis, sinuatim lobulatis vel dentatis, spi- nescentibus; capitulis globosis, medioeribus, c. 35-floris, tenuiter eanescentibus vel glabratis (absque phyllorum partibus patentibus c. 2 cm tantum, cum spinis 3*5 — 4 - 5 cm diametralibus) ; invo- lucri phyllis exterioribus dentato-spinosis dentibus irregulariter divergentibus, interioribus (mediis) eodem modo dentatis vel sub- inermibus hinc inde tantum spinula armatis; phyllis exteriori- bus et mediis supra basin adpressam appendicem subhastato- semiorbicularem (exteriorum 9 mm latam cum spina 2 cm longam) abrupte in spinam validam triquetram produetam gerentibus ; phyllis Österr. botan. Zeitschrift. 5. Heft. 1912. 13 186 interioribus sensim basi elongata in appendicem diminutam latiorem ac longam et ut in exterioribus abrupte in spinam desinenti- bus, maximis 18—22 mm longis; appendiculis phyllorum paen- ultimorum perparvis, parte inferiore sublineari apice constrieta multoties longioribus et ea vix latioribus ; phyllis involucri intimis straniineo-chartaceis, flavidis, sublinearibus (2 mm latis), apice ab- ruptiuscule in subulam externa superantem subreflexam angustatis ; receptaculi setis glabris, laevibus (nee scabris); flosculis e sicco ut videtur flavidis, exsertis, tubo corollae 17 — 20 mm longae limbum irregulariter 5-dentatum subaequante; antherarum tubo glabro, flavido, ramis valde barbatis; achaeniis parvis, obovatis, costatis, apice obsolete denticulatis (25*3 mm longis et vix 1*5 mm latis); pappi setis caducis. Habitat in Persiae australis prov. Farsistan, in monte Kuh Tschah Siah prope Siwaend (nordöstlich von Persepolis) (16. VIII. 1885, leg. cl. Stapf). — Typus in Herb. Mus. Bot. Univ. Vindob. (ramulus benigne communicatus in Herb. Bornm. Weimar). G. farsistanica Bornm. stellt gleichsam ein Miniaturbild der ihr in vieler Beziehung (Habitus, Belaubung, Köpfchenbau) nahe- stehenden G. Straussii Winkl. dar (letztere eine Art mit doppelt so großen Köpfchen von 7 — 8 cm Durchmesser, auch Achaenen reichlich doppelt so groß, Spreublätter (receptaculi setae) rauh, nicht glatt. In der Köpfchengröße gleicht sie etwa der G. caloce- phala J. et Sp. (= G. squarrosa Boiss. !) und der G. cymbolepis Boiss. (beide mit völlig anders gestalteten Involukralanhängseln). Nach 0. Wink ler s Bestimmungsschlüssel (in Mantissa spec. gen. Cousiniae, 1. c, p. 215) käme C. farsistanica neben C. Bom- mülleri B. Winkl. mit ebenfalls glatten Spreublättern (Borsten) zu stehen, doch ist letztere eine sehr ansehnliche großköpfige Art (7 — 9 cm Köpfchendurchmesser selbst an sehr niedrigen Exem- plaren!), auch liegt Ähnlichkeit nicht vor. Da C. eebatanensis Bornm., wie oben erwähnt, in der Be- dornung der Anhängsel ziemlich variiert, so ist auf die Unter- schiede einiger im Winkler sehen Bestimmungsschlüssel einander fernstehenden Arten kurz hinzuweisen : Von G rhombiformis 0. Winkl. et Strauß und C. chlorosphaera Bornm. *) (vergl. meine Bemerkungen in Beih. Bot. Zentralbl., XXVIII, 2. Abt. [1911], S. 254), unterscheiden sich die mit schwachbewehrten Hüllblätter- anhängseln versehenen Individuen durch bedeutend längere, weit- abstehende, teilweise zurückgekrümmte Hüllblätter und breitgedrückte (breiter als lang, nicht festgeschlossene einförmig-kugelige) Köpf- chen. Die Formen mit kräftiger bewehrten Hüllblättern der C. ee- batanensis machen dagegen einen Vergleich mit folgenden Arten Nr. 243 — 249 der Mantissa notwendig; diese sind alle gekenn- zeichnet durch „(8) phyllorum appendices margine dentato-spinosae, (17) corollae ad summum 25 mm longae, (18) appendices elongatae x ) Vergl. Tabula III, Fig. 5. 187 19) mediae erectae vel erecto-patulae nee (omnes) recurvatae". Von ihnen besitzt C. Noeana Boiss. sehr kleine Köpfchen (capi- ;ula avellana), C. odontolepis DO. sehr große eiförmige Köpfe and anders geformte, bis 20 mm lange Anhängsel. Auch C. cyna- roides C. A. Mey ist großköpfig (Anhängsel zollang). C. splendida Winkl. mit gelben Blüten hat Üügellich berandete Achaenen. C. fra- jilis 0. Winkl. et Bornm. ist eine völlig kahle Art, ganz unähn- ich. C. Bommülleri 0. "Winkl. besitzt sehr große Köpfe (bis 10 cm Durchmesser) und ebenso wie C. farsistanica Bornm. glatte Spreu- borsten; bei letzterer sind die Stengel unterbrochen herablaufend geflügelt, doch ist Gestalt und Größe der Köpfchen unserer ziem- lich ähnlich. Bei C. adnata Bge. sind schließlich die Stengel nicht geflügelt beblättert (caules exalati). Vergleichsmaterial stand mir leider von dieser und den vier erstgenannten Arten nicht zur Ver- fügung, so daß ich jedenfalls viel augenfälligere Unterscheidungs- merkmale unerwähnt lassen muß. Aufmerksam ist noch darauf zu machen, daß in dem Bestimmungsschlüssel in 0. Winklers Man- tissa (auf S. 214) ein Druckfehler — ein falscher Zahlenhinweis — vorliegt: Zeile 7 von unten lies 26 statt 25! Leider sind auch in den Bestimmungsschlüsseln der anderen Sektionen ähnliche, bei der Umarbeitung entstandene, recht irreführende Ungenauigkeiten zu verzeichnen, so daß es sich empfiehlt, stets den meist fehler- freien Bestimmungsschlüssel in der Synopsis in Vergleich zu ziehen (bei Sektion Orthacanthae finden sich auch hier falsche Zahlen- verweise). 9. Cousinia Manclelii Bornm., spec. nov. (sect. Appendiculatae 0. Winkler). Perennis (?), cano-tomentosa, rhizomate lignoso, humilis, 20 cm vix superans; caule ab ima basi ramosa, ramis strictis crassius- culis monocephalis vel iterum ramosis 3 — 4-cephalisque; foliis radicalibus tenuiter coriaceis, mox evanidis, supra subaraneis, subtus canis, ambitu anguste linearibus, 6 — 7-plo longioribus ac latis (2 X 14 cm), pinnatisectis, rhachide nuda; segmentis multi- jugis (utrinque c. 20), dense imbricatis undulatis, paulo refractis, ambitu (explanatis) late triangulari-lanceolatis (1*5 X 2 cm latis longis), sessilibus, rhachidi adnatis, trilobatis, lobis triangulari- lanceolatis dentato-spinosisque; foliis caulinis diminutis (l'öad 2'5 cm longis), coriaceis, rigidis, utrinque dense tomentosis, lan- ceolatis in spinam validam productis, ad caulem continue de- currentibus, alis dense et horride dentato-spinosis; capitulis in ramulo undique spinoso-alato terminalibus, majusculis, depresso- globosis, multifioris, 5—6 cm diametricis; involucri phyllis numerosis, praeter intima glabra straminea lineari-lanceolata 25 ad 27 mm longa latitudine decrescentia (1*5—2 mm lata) apice acu- minata margineque minutissime fimbriato-serrulata longe appendi- culatis; appendicibus valde coriaceis nervo valido in spinam triquetram horridam sensim producto percursis patentibus sub- 13* 188 recurvisve, margine saltem phyllorum mediorum utrinque 1 — 3- spinoso-dentatis; involucri phyllis mediis supra basin adpressam coriaceo-stramineam cylindricarn sensim auctam constrictis, appen- diee ad basin truncatam 7 — 9 ra lata et 2 cm usque longa; phyl- lorum externorum appendice abbreviata, triaugulari-lanceolata, subreeurva margine vix armata; phyllorum superiorum paen- intimorumque appendicibus valde diroinutis, demum rhombeo- spathuliformibus perparvis; reeeptaculi setis scabridulis, maximis 20 mm longis; flosculis (sec. plantam vivam notatis!) pallide purpureis, 95 — 100, eximie exsertis phyllorumque involucri appen- dices longe superantibus; corollae tubo limbo inaequaliter quinque- deutato (dentibus linearibus), c. 27 mm longo, cum tubo antherarum glabro albido exserto c. 30 mm longo; antherarum caudis 2 m usque longis, valde barbatis ; achaeniis obovatis, striatis, 4-costatis, apice denticulatis ; pappi setis c. 4 mm longis, scabris, caducis. Mesopotamia: In lapidosis (substrato calcareo) montium Dschebel Sindschar supra oppidum Sindschar, ca. 600 — 700 in (8. VI. 1910, leg. cl. Dr. H. Frh. v. Hände 1-Mazzetti; Meso- potamien-Expedition d. nat.-wiss. Orientvereines in Wien, Nr. 1359). — Typus in „K. k. Nat.-hist. Hofmus. Wien" (ramulus quoque in Herb. Bornm.). Nach C. Winklers Bestimmungstabelle der Arten der Sektion Appendicidatae in Mantissa (1. c, 212 — 216) nimmt unsere durch eine eigenartige Gestalt der grundständigen Blätter vorzüglich ge- kennzeichnete Art eine Zwischenstellung ein zwischen den Arten mit höchstens 25 mm und jenen mit 30 — 45 mm langen Blüten. Sie ist (mit 27 mm langen Korollen) daher entweder neben C. odonto- lepis DO. oder C. onopordioides Led. zu stellen. C. odontolepis DG., eine Art Assyriens und seit Au eher nicht wieder gesammelt, ist indessen von C. Handeln in vieler Hinsicht verschieden, wenigstens sind folgende Angaben der Diagnose mit unserer Pflanze unmög- lich in Einklang zu bringen: caule elato. foliis (inferioribus ignotis) supra glabris, capitulis o vato-globosis (nicht depresso-globosis), involucri phyllis basi araneosis viridibus, intermediis a basi ad- pressa ovata apice subconstrictis. C. onopordioides Led. ist wiederum eine sehr ansehnliche hochwüchsige Art mit großen Stengelblättern, nicht geflügelten Köpfchenstielen und sehr großen Korollen (vgl. Abbildung in Eichwald, PI. nov. v. minus cogn., tab. XXXVII), und hat nicht die entfernteste Ähnlichkeit mit C. Han- deln Bornm. Tafelerklärung. Tafel II. 1. Cousinia eburnea Bornm. (sp. nov.) 2. „ Alexeenkoana Bornm. (sp. nov.) 3. „ gilanica Bornm. (sp. nov.) 4. „ bachtiarica Boiss. et Hausskn. (Orig.) 5. „ oligoeephalu Boiss. (Orig.) Bornmüller, J. : Cousinia. Tai II. Osterr. botan. Zeitschr. 1912. Natürl. Größe. Lichtdruck v. Max Jaff<5. Wi »r In Bornmüller, J. : Cousinia. Taf. III. Osterr. botan. Zeitschr. 1912. Natürl. Grö£ Lichtdruck v. Max Jafti, Wien. wnistn tf &±wm 189 Tafel III. 1. Cousinia platyptera Bornm. (sp. nov.) 2, 2 a. „ farsistanica Bornm. (sp. nov.) 3, 3b. „ eebatanensis Bornm. (sp. nov.) 3 a. „ „ „ (f. coriacea), Hüllschuppen. 4, 4 a. „ Ottonis Bornm. (sp. nov.) 5. „ chlorosphaera Bornm. (Orig.) Die illustrierte spanische Flora des Carl Clusius vom Jahre 1576. Von Dr. Hermann Christ (Basel). 'S (Portsetzung. l ) Aber im ganzen ist im Text unter Genus die moderne Species gemeint. Um so auffallender ist es, daß Olusius im Index plötzlich die Bezeichnung Genus verläßt und durchweg Species im Sinne von Art gebraucht. Fünfzigmal kommt hier dieses Wort wieder, wogegen ein einziges Mal Genus (auch im Sinne von Art) ge- braucht ist, also eine Schwankung lediglich im Sprachgebrauch Die Begriffe von Genus und Species im modernen Sinne standen dem Clusius bereits fest. Die Artdiagnose bei Clusius ist, soweit Wuchs und Ge- stalt der Zweig- und Laubteile in Betracht kommen, auffallend genau und auschaulich ; namentlich wird durch stete Vergleichung mit bekannten Formen, dem Ölbaum, der Myrte etc., eine lebendige Vorstellung zu erreichen gesucht. Die Blüten- und Fruchtteile sind dagegen nur bei den größeren und leicht zu verstehenden Arten eingehend beschrieben, auch die Stamina, wogegen Fruchtknoten und Griffel nur im Zusammenhang mit der Frucht oder gar nicht erwähnt sind, während auf die Frucht und den Samen besondere Sorgfalt verwendet wird. Bei sehr kleinen Gebilden, z. B. bei der Blüte der Ephedra, heißt es freilich bloß allgemein: „Blüte den Internodien angedrückt, klein und moosartig, der des Comus nicht unähnlich". Doch auch sehr kleine Blüten werden hie und da gut beschrieben, so bei Sanamunda (Passerina);. „Blüten zwischen den Blättern, denen des Ölbaums ähnlich, länglich, ganz außen in , Blättchen' geteilt, gelb". Auf Textur, Oberfläche, aber auch auf Farbe und stets auch auf den Geruch und Geschmack der Pflanze wird weit mehr Sorg- falt verwendet, als bei den Neuern. Alsdann werden Vorkommen und Standort behandelt und dabei die Vulgärnamen herangezogen. Der medizinische Gebrauch und die Anwendung für Haushalt und Gewerbe wird genau angegeben, und dann — last not least — kommt stets die philologische Gelehrsamkeit zu ihrem Recht, indem alle Stellen der Alten von Plinius und Dioscorides bis herab !) Vgl. Nr. 4, S. 132. 190 zu Matthiolus, herbeigezogen und die Identität der vorliegenden Pflanze mit der von den Alten beschriebenen kritisch erörtert wird. Bei dieser Darstellung entrollt sich dem Leser eine Fülle von Tatsachen, wie sie die neuen Floren entfernt nicht bieten. Das Interesse wird gesteigert durch das Malerische und Lebendige der Schilderung, denn die Freude an den anmutigen Dingen paart sich hier mit der Freude am Erkennen, mit der Wonne am Leben, welche eine spezielle Gabe des Renaissance-Menschen inmitten der schrecklichen Erlebnisse jener Zeit war. Es lohnte sich damals, zu leben und das Erlebte den Zeitgenossen mitzuteilen. Nur ein Bei- spiel: Was man etwa heute mit den trockenen Worten ausdrücken würde: radice fasciculata, pluribus tuberibus napiformibus constituta, führt uns Clusius mit höchster Anschaulichkeit also vor Augen: „Ich erinnere mich, diese Wurzeln (des Asphodelus) auf der Reise von Lissabon nach Sevilla gesehen zu haben, ausgerissen vom Pfluge, wie sie bei 200 und mehr an demselben Wurzelhalse hingen, dick wie Rüben, so daß das ganze an 50 und mehr Pfund wägen mochte. Also wundern wir uns nicht, wenn Plinius berichtet, daß oft 80 solcher Knollen an einer Pflanze vereinigt sind." 2. Bemerkenswerte Arten. Im einzelnen mögen folgende, dem Buche entnommene Tat- sachen dem Leser nicht unwillkommen sein. In Lissabon sah 1564 Clusius den echten Drachen bäum der atlantischen Inseln bei dem Kloster S. Maria a Gratia, den Mönchen unbekannt und von ihnen vernachlässigt. Die treffliche Abbildung zeigt einen Baum mit stattlicher Krone, „acht Hand- flächen dick", und fruchttragend. Von dem berühmten Drachen- blut sammelte Clusius eine „Thräne", während ich 1884 auf den Kanaren selbst nie solche Ausflüsse, sondern nur rotgefärbten Splint bemerkte. Clusius berichtet, daß in den besseren (dili- gentiores) Apotheken dies „Drachenblut in Thränen" sich finde, welches großenteils aus Madera und den Kanarischen Inseln nach Europa komme. Es habe eine adstringierende Kraft und werde gegen Dysenterie, Blutfluß, auch zur Befestigung der Zähne und des Zahnfleisches verwendet. Von einem Gebrauch als Farbe er- wähnt er nichts. Sehr auffallend ist die Notiz bei Clusius, daß schon Strabo in seiner Geographie mitteilt, Posidonius erwähne eines Drachen- baumes zu Gades, aus dessen verwundeter Wurzel roter Saft fließe. Clusius suchte nun in und um Cadiz einen solchen Baum ver- geblich, bemerkt aber, daß früher die Insel reich an Bäumen aller Art gewesen sei, die später verschwunden seien. Ich selbst sah 1884 in dem kleinen botanischen Garten zu Cadiz einen offenbar sehr alten Drachenbaum, der reichlich Samen trug und vielleicht mit dem von Posidonius angeführten Vorkommen irgendwie genetisch zusammenhängt? 191 Auf Tafel 2 bildet Clusius den Marne y, eine südameri- kanische Obstart (Persea gratissima) ab, den er in einem Kloster- garten Valencias fand und von dem ihm die Herkunft aus Amerika bestätigt wurde. Mitten in die spanischen Sträucher schiebt Clusius eine Abhandlung über den bei uns bereits langsam aus der Mode kommenden Philadelphias ein, den er Frutex coronorius oder Syringa flore albo nennt, weil seine geraden und schwammigen Zweige sich gut zu Spritzen eignen ! Aus Belgien habe sich der Strauch in die Gärten Spaniens und Deutschlands verbreitet, und der Geruch wird als köstlich gepriesen, so daß die edlen Damen damit Handschuhe parfümieren, indem sie solche im Schatten mit den Blumen bedecken und diese oft wechseln. Und heute will uns dieser Duft bereits unangenehm anmuten. Vom Philadelphus kommt Clusius auf den blauen Flieder, Syringa flore coeruleo, den Matthiolus Lilac nannte und den schon Bellonius bei den Türken gefunden hat, die „keine Kosten scheuen und sich alle Mühe geben, um elegant blühende Gesträucher zu erlangen". In der Tat waltete unter der Herrschaft so blutiger Sultane, wie Soliman des II. (f 1566), ein äußerst reger Handelsverkehr in Sämereien, Zwiebeln und Knollen von Gartenpflanzen, besonders Tulpen, von Konstantinopel nach Wien und nach den Niederlanden, und die österreichischen Ge- sandten bei der Pforte, fast sämtlich Niederländer, versahen auch direkt den Landsmann Clusius mit solchen orientalischen Arten. Das Studium der um Konstantinopel etwa noch erhaltenen älteren türkischen Gärten und der betreffenden älteren Literatur würde wohl manches Interessante zutage fördern. Im Appendix zur spanischen Flora stellt Clusius eine An- zahl solcher ex Thracia eingeführten Gartenpflanzen: Anemonen, Tulpen etc., zusammen. Aber erst in seinem späteren Werke über die Flora von Pannonien und Austria (Antwerpen, Plantin, 1783) gibt Clusius die türkischen Erwerbungen für die Gärten der Christenheit in ausführlichster DaVstellung. aus welcher namentlich die Arbeit über die Tulpen (Cap. 6, S. 145 — 169) bewundernswert ist, durch Hervorhebung biologischer Gesichtspunkte, die durchaus moderne Gedankenreihen im Keime enthalten. Bei den Eichenarten wird die Eichel als eine allgemein gegessene Frucht angeführt, namentlich die von Quercus Hex (Hex major, vere legitima Clus.), welche in Spanien besonders groß, weiß und süß werde. Man ißt sie nicht weniger gierig, als bei uns Kastanien und Haselnüsse, und man findet sie auf dem Markt im Oktober in Salamanca und anderswo zum Verkauf, wie ja schon Plinius erwähnt, daß in Spanien die Eichel zum Nachtisch aufge- tragen werde. Im Jahre 1889 sah ich in Algier ebenfalls noch Körbe voll Eicheln ausgeboten. Spanisch hat diese Eichel den arabischen Namen Belleta. 192 Vortrefflich und besser als irgend ein Neuerer charakterisiert Clusiusdie Korkeiche. Zuerst scheidet er die aquitanische A. occidentalis mit abfallendem Laube aus. Dann gibt er eine ver- gleichende Diagnose der echten Korkeiche im Gegensatz zu Q. Hex und sehr gute Abbildungen. Außer der Rinde zeichnet die Suber ein meist längeres und weicheres, oben grüneres Blatt, eine längere Eichel mit stumpfer Spitze und namentlich ein rauherer Becher (infolge abstehender, nicht liegend angedrückter Schuppen) mit weichstachelig gefranstem Rande aus; die Frucht steht auf dickem, sehr kurzem Stiel, oft zu mehreren beisammen, wie die Wallnuß. Auch bildet Olusius die schuppige, harte Galle der Suber ab. Korkeichen fand er namentlich in Neukastilien und Andalusien, besonders beim Hafen Mirabel, wo ungeheure Wälder davon sind, und namentlich in ganz Portugal. Über die Korkindustrie berichtet er, daß in Spanien nicht, wie Quiqueranus aus der Provence mitteilt, drei Schichten Rinde abgezogen werden, sondern nur eine, die schwammige Korkschicht, aus welcher Flaschenkorke und allerlei Gefäße gemacht werden, mit welcher aber auch, besonders in Estremadura, Dächer und Wände belegt werden, so daß man hier die Häuser ganzer Dörfer mit großen Korkstücken gleich Ziegeln bedeckt sieht. Auch werden nach Entfernung des äußeren rauhen Teiles Schuhleisten und Winter- schuhe daraus gefertigt. Wie heute noch, hieß damals die Kork- eiche Alcornoque. Obschon die Hex coccigera, die Kermeseiche (Q. coccifera), an vielen Orten in Spanien wächst, so finden sich die den Coccus bringenden Stämme nur nahe am Mittelmeer in heißen Lagen. Auch trägt der Strauch nicht fortwährend Coccus, sondern hört damit auf, sobald er erwachsen ist und Eicheln trägt. Deshalb pflegen die Leute die vierjährigen Büsche zu verbrennen, um nächstes Jahr neue zu erzeugen, auf denen dann die folgenden Jahre die Cocci gleich kleinen grauen Erbsen erscheinen und an den Zweiglein hängen, welche Frauen und Kinder sammeln und an die Krämer verkaufen. Der Name des erwachsenen Strauches mit Eicheln ist Carrasca, der des jungen kermestragenden Coscoja (ich hörte in der Mancha Quejiga). Über die Zubereitung des Eichenkermes in Spanien weiß Clusius zu berichten, daß man im Freien Tennen mit etwas er- höhtem Rande herstelle, sie mit einem leinenen Tuch bedecke, darauf den Kermes schütte, ihn während der größten Sonnenhitze durch Wächter mit Stöcken beaufsichtigen lasse, welche die Enden des Tuches schütteln, damit die ausschlüpfenden Würmchen nicht wegeilen, sondern im Innern des Tuches bleiben. Ganz ähnlich schildert der von Clusius zitierte Quiqueranus das Verfahren in der Provence, wo z. B. in der Crau (Campus lapideus) bei Arles in einem Jahre für Kermes 11.000 goldene Sonnenkronen gelöst worden sind. Ein Pfund der Würmchen ohne Schale kostet eine Sonnenkrone. 193 Die kleine, Dur fußhohe, aber doch große Eicheln tragende Sichenform Portugals, die Brotero Quercus fruticosa nannte, hat chon Clusius 24 abgebildet. Sie steht massenhaft auf dem Sande >ei Aldea Galega nahe Lissabon. Charakteristisch ist es, daß der Lutor am Ende des Kapitels von den Eicheln auf die „Quercus narinae", d. h. auf die Fucus- Arten und auf die-Algen überhaupt ;ommt, mit der hübschen Wendung: „Da wir nun doch einmal luf die See-Eichen hineingefallen sind." Während dem Ölbaum ein Bild und eine Beschreibung ge- vidmet ist, und der Myrte eine höchst sorgfältige, in die ver- chiedenen Varietäten eingehende Abhandlung, übergeht Clusius [ie Citrus- Arten mit gänzlichem Stillschweigen, ebenso auch die )attelpalme, die er doch in Valentia und Andalusien nicht ibersehen konnte, um so mehr, als er auch das durch seine )atteloasen altberühmte Orihuela (69) besucht hat und als seine leise ins Jahr 1664 fällt, und die Vertreibung der Moriscos durch J hilipp IL, welche dem Dattelbau eifrig oblagen, erst 1668 ein- etzte. Die Flora selecta, die uns Clusius gibt, macht eben auf Vollständigkeit keinen Anspruch. Vom Ölbaum teilt er mit, daß die kleinere portugiesische )live besseres Öl gebe als die größere von Sevilla etc. Bei Lissa- ion werden auch weiße Oliven gezogen. In Spanien ist die Ernte im Dezember, in Granada jedoch irst im Februar. Sie erfolgt meistens der Schonung des Baumes regen mit Leitern und nicht wie im südlichen Frankreich durch Ichlagen mit Stangen. Bei Sevilla beobachtete Clusius als schädlichen Parasiten ler Ölbäume das rotfrüchtige Viscum (V. cruciatum Sieb.), das chon Bellonius bei Jerusalem gefunden habe. Ganze Wälder des von Clusius als besondere Art ange- ehenen Oleaster, des wilden Ölbaums, hat er oberhalb Lissabon n der Sierra Morena angetroffen. Die Abbildung zeigt eine äußerst chmalblätterige und kleinfrüchtige Form mit hackig zugespitzten teeren. Die Einwohner bedienen sich seiner wenig, sondern die Hiven werden von Bauern- und anderen Vögeln gefressen. Der panische Name des wilden Baumes ist Azebuche oder Azuche. Der Ziziphus wird in den meisten Gärten gepflanzt, wild ah ihn Clusius nicht. Spanisch Acofeifo, von Zizi-phus. Den Elaeagnus Jiortensis nennt unser Autor Ziziphus albus. )r fand ihn wild in Hecken mit dem „Rhamnus" (i. e. Lycium) nd dem Vitex bei Guadix im Reiche Granada und gebaut fast q allen Gärten, wie auch in Frankreich und Deutschland, von ro er heute so ziemlich verschwunden ist. Den Elaeagnus des 'heopbrast erklärt Clusius für eine breitblätterige Salix, wohl aprea. Die Melia Azedarach (spanisch Paraiso, auch heute noch so enannt) sah er gepflanzt in Andalusien an Straßen und in Järten. 194 Halimus (Atriplex H.) fand er nur am Ausfluß des Tajo bei Lissabon und in Hecken bei Sevilla, aber nicht auf dem Plateau, wo Amatus Lusitanus es bei Salamanca angibt Beim Erdbeerbaum (Arbutus unedö) führt Olusius an, daß Bellonius auf dem Athos eine größere Art (A. andrachne) fand, und zitiert Plinius, der anführt, daß König Juba von einem solchen Baum „quinquagenum cubitorum" spreche, was ohne Zweifel auf den in der Tat ganz hochstämmigen Madrono A. canariensis der Kanarischen Inseln deutet, von deren Vegetation Juba wert- volle erste Nachrichten gab. An den Arbutus schließt Olusius die ihm neue, in unseren Kalkgebirgen nicht seltene Uva ursi {Arctostaphylos) an, mit den Worten: „Nicht ungeschickt scheint diese Pflanze mit jener ver- bunden werden zu sollen." Er fand sie im Königreich Granada an der Straße von Guadix nach Baza ob der Venta el baul, also an der heute Sierra de Gor genannten Bergkette: Ein Beweis, wie einläßlich Olusius den Süden bereist hat. Diese Art ist jedenfalls eine der wenigen subalpinen, die er in Spanien Sammelte. (Fortsetzung folgt.) Notiz. Eine merkwürdige Förderung der Floristik und Pflanzen- geographie. In der Linzer „Tagespost" vom 27. April 1912 ist nach einigen Bemerkungen allgemeiner Natur und den üblichen Dank- sagungen an Förderer und Freunde unter der Spitzmarke „Bota- nischer Garten" folgendes zu lesen: „Zu erwähnen wäre schließlich, daß der botanische Garten die übrigbleibenden Pflanzen- samen der heimischen Flora zur Aussaat und Anpflanzung an pflanzenarmen Stellen der Umgebung von Linz verwendete und daß in diesem Punkte an mehreren Stellen der Flora (Pöstling- berg, Koglerau, Linz, Wilhering, Ottensheim) im letztvergangenen Jahre prächtige Erfolge erzielt wurden." Man muß also geradezu warnen, jetzt in der Umgebung von Linz an den genannten Orten zu sammeln oder gar pflanzen- geographische Aufnahmen zu machen, denn das Bild der hei- mischen Flora, das ja durch das Vordringen der Kultur seit 60 Jahren ohnehin sehr verändert worden ist, wird jetzt im Zeitalter der Naturschutzbestrebungen entstellt und absichtlich „bereichert". Es erscheint natürlich dem Laien und botanisch weniger Geschulten sehr unverfänglich, denn es wurden ja nur Samen der heimischen Flora ausgesät. Daß aber im gegebenen Falle die Eekonstruktion der ursprünglichen Flora und ihrer Zusammensetzung viel schwieriger ist, als etwa bei Ein- bürgerung irgendeines durchaus fremden Elementes (der natürlich 195 ebensowenig das Wort geredet werden soll) ist jedem Botaniker ohneweiters klar und das Verhalten der Linzer Botaniker wird dadurch umsoweniger verständlich. Man könnte im Interesse des Schutzes der natürlichen Vege- tationsformatiooen und damit im Interesse des Heimatschutzes ver- langen, daß diese Tätigkeit sofort eingestellt wird und daß die bereits „geförderten" Stellen genau bekanntgegeben werden, ebenso wie die dort ausgesäten Pflanzenarten. Wien, 27. April 1912. Dr. Josef Stadimann. Literatur - Übersicht 1 ). März 1912. Co belli R. Fanerogame coltivate nei dintorni di Rovereto. Ro- vereto (Societä Museo Oivico), 1911. 8°. 54 pag. Dalla Torre K. W. v. Botanische Bestimmungstabellen für die Flora von Österreich und die angrenzenden Gebiete von Mittel- europa zum Gebrauch beim Unterrichte und auf Exkursionen. Dritte, umgearbeitete und erweiterte Auflage. Wien (A. Holder), 1912. 220 S. — K 2-40. Hayek A. v. Flora von Steiermark. II. Band, Heft 4 (S. 241— 320). Berlin (Gebr. Borntraeger), 1912. 8°. — Mk. 3. Inhalt: Fortsetzung und Schluß der Labiatae, Beginn der Globu- lariaceae. Neu beschrieben werden Stachys labiosa Bertol. ß. glabresccns Hayek und Mentha nemorosa Willd. ß. Verbniakii Hayek. Kronfeld E. M. Führer durch die Dr. Alfons Freiherr v. Roth- schild sehen Gärten auf der Hohen Warte. Nebst drei Kapiteln zur Geschichte der Gartenblumen : Nelken, Orchideen, Chrysan- themen. Wien (Verlag der Wiener Freiwilligen Rettungsgesell- schaft), 1912. 16°. 128 S., illustr. Linsbauer L. Die biologische Methode der Samenzucht bei tropischen Orchideen. (Österr. Garten-Zeitung, VII. Jahrg., 1912, 4. Heft, S. 117—123.) 8°. 3 Textabb. Pascher A. Über Rhizopoden- und Palmellastadien bei Flagel- laten (Ohrysomonaden), nebst einer Übersicht über die braunen Flagellaten. (Archiv für Protistenkunde, XXV. Band, 1912, 5. 153—200, Taf. 9.) 8°. 7 Textabb. Braune Flagellaten mit seitlichen Geißeln. (Zeitschr. für wissenschaftl. Zoologie, Band C, 1912, Heft 2, S. 177—189.) 8°. 3 Textabb. x ) Die „Literatur-Übersicht" strebt Vollständigkeit nur mit Rücksicht auf jene Abhandlungen an, die entweder in Österreich erscheinen oder sich auf die Flora dieses Gebietes direkt oder indirekt beziehen, ferner auf selbständige Werke des Auslandes. Zur Erzielung tunlichster Vollständigkeit werden die Herren Autoren und Verleger um Einsendung von neu erschienenen Arbeiten oder wenigstens um eine Anzeige über solche höflichst ersucht. Die Redaktion. 196 Schiffner V. Kritische Bemerkungen über die europäischen Lebermoose mit Bezug auf die Exemplare des Exsikkatenwerkes: Hepaticae europaeae exsiccatae. X. Serie. (Lotos, Prag, Band 60, 1912, Nr. 2, S. 45-60.) 8°. Behandelt Nr. 451-479. Schreiber H. Vergletscherung und Moorbildung in Salzburg mit Hinweisen auf das Moorvorkommen und das nacheiszeitliche Klima in Europa. (S.-A. a. d. „Österr. Moorzeitschrift", Staab, 1911—1912.) 4°. 42 S., 1 Karte, 3 Tafeln, 2 Übersichten. Bonnier G. et Leclerc du Sablon M. Cours de Botanique. Fase. V, 2e partie (pag. 1697—1856, flg. 3255—3600). Paris (Librairie generale de l'enseignement), 1912. 8°. — Fr. 3. Fedde F. Justs Botanischer Jahresbericht, XXXVIII. Jahrg. (1910), I. Abt., 2. Heft (S. 353—640). Leipzig (Gebr. Born- traeger), 1912. 8°. — Mk. 17-65. Inhalt: E. Lemmermann, Algen und B aciliar iales ; W. Wangerin, Allgemeine und spezielle Morphologie und Systematik der Siphonogamen 1910. Feucht 0. Variationen mitteleuropäischer Waldbäume. (G. Kar- sten und H. Schenk, Vegetationsbilder, IX. Reihe. Heft 8, Tafel 43—48.) Jena (G. Fischer), 1912. 4°. — Mk. 2-50. Fischer H. Die Bakterien. (Naturwissenschaftlich -technische Volksbücherei, herausg. von B. Schmid, Nr. 1.) Leipzig (Th. Thomas), 1912. 16°. 48 S., 1 Textabb. — Mk. —-20. Günthart A. Beitrag zu einer blütenbiologischen Monographie der Gattung Arabis. (Bibliotheca botanica, Heft 77.) Stuttgart (E. Schweizerbart). 1912. 8°. 38 S., 2 Tafeln. Günther E. T. Oxford Gardens based upon Daubeny's populär guide to the physick garden of Oxford : with notes on the gardens of the Colleges and on the university park. Oxford (Parker and son), 1912. kl. 8°. 280 pag.. illustr. Hansen A. Pflanzenphysiologie. (Sammlung Göschen, Nr. 591.) Berlin und Leipzig (G. J. Göschen), 1912. 16°. 152 S., 43 Textabb. — Mk. —-80. Hegi G. Illustrierte Flora von Mittel-Europa. 31. Lieferung (Bd. III, S. 473— 504, Abb. 644— 657. Taf. 112— 115). München (J. F. Lehmann) und Wien (A. Pichlers Witwe und Sohn). 4°. — Mk. 15. Fortsetzung der Ranunculaceen. Die Gattung Aconitum ist von Gy. Gay er bearbeitet. Hertwig R. Über den derzeitigen Stand des Sexualitätsproblems nebst eigenen Untersuchungen. (Schluß.) (Biologisches Central- blatt, Bd. XXXII, 1912, Nr. 3, S. 129—146.) 8°. Knuth R. Geraniaceae. (A. Engler, Das Pflanzenreich, 53. Heft [IV. 129].) Leipzig (W. Engelmann), 1912. gr. 8°. 640 S., 80 Textabb. — Mk. 32. Ko orders S. H. Exkursionsflora von Java. II. Band: Dikotyle- donen (Archichlamydeae). Jena (G. Fischer), 1912. gr. 8°. 742 S., 7 Tafeln. — Mk. 36. 197 Krause K. Goodeniaceae und Brunoniaceae. (A. Engler. Das Pflanzenreich, 54. Heft [IV. 277 u. 277 a]) Leipzig (W. Engel - mann), 1912. gr. 8°. 207 S. und 6 S., 35 Textabb. — Mk. 10^80. Lindau G. Die mikroskopischen Pilze. (Kryptogamenflora für Anfänger, Band IL) Berlin (J. Springer), 1912. 8°. 276 S., 558 Textfig. — — Die Pilze. Eine Einführung in die Kenntnis ihrer Formen- reihen. (Sammlung Göschen, Nr. 574.) Leipzig (G. J. Göschen), 1912. 16°. 128 S., 10 Textabb. — Mk. —-80. Litwinow D. Schedae ad Herbarium florae ßossicae, a Museo botanico Academiae imperialis sientiarum Petropolitanae editum. VII (Nr. 2001—2400). St. Petersburg, 1911. 8°. 164 pag. Mayer J. Botanische Streifzüge in Dalmatien. (Mitteil. d. Bayer, botan. Gesellsch., IL Bd., Nr. 23, S. 427—430.) 4°. Meyer A. Die Zelle der Bakterien. Vergleichende und kritische Zusammenfassung unseres Wissens über die Bakterienzelle für Botaniker, Zoologen und Bakteriologen. Jena (G. Fischer). 1912. gr. 8°. 285 S., 34 Textabb., 1 Tafel. — Mk. 12. Miehe H. Zellenlehre und Anatomie der Pflanzen. (Sammlung Göschen, Nr. 556.) Leipzig (G. J. Göschen), 1911. 16°. 142 S., 79 Textabb. — Mk. —-80. Migula W. Kryptogamenflora von Deutschland. Deutschösterreich und der Schweiz (im Anschluß an Thome's Flora von Deutsch- land. Bd. III. Pilze. 2. Teil, 2. Abt., S. 401—814). Basidio- mycetes (Schluß). Gera (Fr. v. Zezschwitz), 1912. 8°. Zahlreiche Farbentafeln. — Mk. 37. — — Pflanzenbiologie. Dritte, verbesserte und vermehrte Auflage. I. Allgemeine Biologie. (Sammlung Göschen, Nr. 127.) Leipzig (G. J. Göschen), 1912. 16°. 127 S., 45 Textabb. — Mk. —-80. Möbius M. Mikroskopisches Praktikum für systematische Botanik (I. Angiospermae). (Sammlung naturwissenschaftlicher Praktika, Band I.) Berlin (Gebr. Borntraeger), 1912. gr. 8°. 216 S., 150 Textabb. — Mk. 6-80. Nathanson A. Allgemeine Botanik. Leipzig (Quelle und Meyer), 1912. gr. 8°. 471 S., 9 Tafeln, 394 Textabb. Nordhausen M. Morphologie und Organographie der Pflanzen. (Sammlung Göschen, Nr. 141.) Leipzig (G. J. Göschen), 1911. 16°. 126 S., 123 Textfig. — Mk. —-80. Eehm H. Zur Kenntnis der Discomyceten Deutschlands, Deutsch- österreichs und der Schweiz. (Berichte d. Bayer, botan. Gesellsch., Bd. XIII, 1912, S. 102—206.) 4°. Saccardo P. A. Sylloge Fungorum omnium hucusque cogni- torum. Vol. XXI. Supplementum universale. Pars VIII: Hijmeno- mycetae — Phycomycetae. Auetoribus P. A. Saccardo et A. Trotter. Patavii (sumptibus P. A. Saccardo), 1912. gr. 8°. 928 pag. — Lire 59. 198 Schlechter R. Die Orchideen von Deutsch-Neuguinea. 5. Heft CS. 321 — 400). (Beihefte zum Eepertorium specierum novarum, Bd. I, Heft 5.) Berlin-Wilmersdorf, 1912. gr. 8°. Stahl E. Die Blitzgefährdung der verschiedenen Baumarten. Jena (G. Fischer), 1912. gr. 8°. 75 S. Thiselton-Dyer W. Flora of Tropical Africa. Vol. VI, sect. I, part IV (pag. 577—768). London (L. ßeeve and Co.), 1912. 8°. — 8 s. Inhalt: N. E. Brown and J. Hutchinson, Euphorbiaceae (Fortsetzung). Zimmermann W. Die Formen der Orchidaceen Deutschlands, Deutschösterreichs und der Schweiz. Kurzer Bestimmungs- schlüssel. Berlin (Selbstverlag des Deutschen Apothekervereines), 1912. 16°. 92 S. Botanische Sammlungen, Museen, Institute etc. Neuere Exsikkatenwerke. Charbonnel E. B., Hieraciotheca Arvernica (Hieracium Jorda- niens). Fase. 1 (Nr. 1—50). Fiori A. et Beguinot A., Flora italica exsiccata. Cent. 15. u. 16. Hayek A.v., Flora stiriaca exsiccata. Liefg.23— 26 (Nr. 1101—1300). Mit Lieferung 26 ist das Exsikkatenwerk zum Abschluß gebracht. Kabat J. E. et Bubäk F., Fungi imperfecti exsiccati. Fase. 14 (Nr. 651—700). Petra k F., Fungi Eichleriani. Liefg. 11—15 (Nr. 226—300). Mit Lieferung 15 ist die Sammlung abgeschlossen. Petrak F., Flora Bohemiae et Moraviae exsiccata. Liefg. 7 und 8 (Nr. 601—800). Eoberts H. F., Kansas fungi. Fase. 1 (Nr. 1 — 100). Saint Yves G.. Herbier de plantes Europeennes et exotiques. Cent. 1. Diese Sammlung soll in etwa 10 — 12 Centimen größere Seltenheiten aus Europa, Asien, Amerika und Ozeanien bringen. Siehe W., Seltene orientalische Pflanzen. Cent. 1. — Mk. 80. Die vorliegende Centurie enthält Orchidaceen, Iridaceen, Amaryllida- ceen und Liliaceen Cappadociens und Ciliciens. Die Pflanzen sind vergiftet und aufgezogen. Zahn C. H.. Hieraciotheca europaea. Cent. VII. Personal-Nachrichten. Prof. Dr. Maryan Eaciborski wurde zum ordentlichen Professor und Direktor des botanischen Institutes an der Uni- versität in Krakau ernannt. Kaiserl. Rat Dr. Eugen v. Haläcsy wurde von der Uni- versität Athen zum Ehrendoktor der Philosophie ernannt. Gymnasialprofessor Dr. Hugo Iltis hat sich an der deutschen Technischen Hochschule in Brunn für Botanik habilitiert. Hermann Sommerstorff wurde zum Aushilfsassistenten am botanischen Institute der Universität Wien bestellt. 199 Dr. Gustav Seefelder wurde zum Assistenten für Botanik an ier k. k. zoologischen Station in Triest bestellt. Dr. Kurt Schechner wurde zum Generalsekretär der 1 k. Gartenbau-Gesellschaft in Wien gewählt. Dr. Fritz Zweigelt wurde zum Assistenten an der Lehr- kanzel für Botanik der k. k. höheren Lehranstalt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg ernannt. Professor Dr. Oskar Uhlworm, Oberbibliothekar an der Universität Berlin, wurde zum Geheimen Regierungsrat ernannt. [Hochschulnachrichten.) Dr. Conrad v. Seelhorst, ordentlicher Professor für Pflanzenbau an der Universität Göttingen, wurde zum Geheimen Begierungsrate ernannt. (Naturw. Rundschau, Hochschulnachrichten.) Marcel Dubard, Maitre de Conferences de Botanique colo- liale ä la Sorbonne, wurde al